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Änderungen der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie sind in Kraft getreten


Ergänzend zu dem Anfang des Jahres neu eingeführten Muster 1 „Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit“ wurde die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie angepasst. Diese ist am 4. März 2016 in Kraft getreten.

Damit gelten ab sofort folgende neue Regelungen:

Die Arbeitsunfähigkeit darf maximal 3 Tage rückwirkend bescheinigt werden.

Die Prognose zur Arbeitsunfähigkeitsdauer darf regelhaft nicht für mehr als 2 Wochen bescheinigt werden. Ist es aufgrund einer Erkrankung oder eines Krankheitsverlaufes angezeigt, kann die Arbeitsunfähigkeit bis zu einem Monat im Voraus ausgestellt werden.

Kann zum Zeitpunkt der Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeit eingeschätzt werden, dass die Arbeitsunfähigkeit mit Ablauf des bescheinigten Zeitraumes enden wird oder tatsächlich geendet hat, ist sie als Endbescheinigung zu kennzeichnen.

Es sind immer alle, die aktuelle Arbeitsunfähigkeit begründenden Diagnosen, anzugeben.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss erkennen lassen, ob es sich um eine Erst- oder Folgebescheinigung handelt.

Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als in der Erstbescheinigung angegeben, ist eine Folgebescheinigung (auch bei Mit-/Weiterbehandlung) auszustellen. Folgen zwei getrennte Arbeitsunfähigkeitszeiten mit unterschiedlichen Diagnosen unmittelbar aufeinander, dann ist für die zweite Arbeitsunfähigkeit eine Erstbescheinigung auszustellen.

Hat nach dem Ende einer Arbeitsunfähigkeit Arbeitsfähigkeit bestanden, wenn auch nur kurzfristig, ist eine Erstbescheinigung auszustellen. Dies gilt auch dann, wenn eine neue Arbeitsunfähigkeit am Tag nach dem Ende der vorherigen Arbeitsunfähigkeit beginnt.

Hinweise zum Krankengeld


Liegt eine durchgängige Dauer der Arbeitsunfähigkeit von mehr als 6 Wochen vor (bzw. Sie erlangen Kenntnis über das Vorliegen eines sonstigen Krankengeldfalles) ist in jeder dieser Arbeitsunfähigkeit folgenden AU-Bescheinigung das Kästchen „ab 7. Woche oder sonstiger Krankengeldfall“ anzukreuzen. Bei den Angaben handelt es sich um einen Hinweis für die Krankenkasse. Sie beurteilen durch die Angabe nicht, ob tatsächlich ein Anspruch auf Krankengeld für den Versicherten gegeben ist.

Das Fortbestehen einer lückenlosen Arbeitsunfähigkeit für den Anspruch auf Krankengeld setzt voraus, dass die ärztliche Feststellung der weiteren Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit spätestens am nächsten Werktag nach dem zuletzt bescheinigten Ende der Arbeitsunfähigkeit erfolgt, Samstage gelten hier insoweit nicht als Werktage.

                                                                                                              - VuP/mau -