Sektorenübergreifende Qualitätssicherung

Einrichtungs- und sektorenübergreifende Qualitätssicherung

Seit Januar 2016 werden für einige genehmigungspflichtige Leistungen schrittweise Verfahren zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (sQS) eingeführt.

Gegenstand des ersten Verfahrens ist die „Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie“, 2017 startete das Verfahren „Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen“ und im Januar 2019 wird als drittes Verfahren die Qualitätssicherung der Cholezystektomie eingeführt. Vom dritten Verfahren sind Belegärzte betroffen, die Datenerhebung wird für 2019 jedoch ausgesetzt.

Ziel der sQS ist unter anderem die einheitliche Bewertung der Qualität der Leistungserbringung in den verschiedenen Sektoren der gesundheitlichen Versorgung. Durch die über die Grenzen der Sektoren von Kliniken und Arztpraxen bzw. Zahnarztpraxen hinweg reichende Betrachtung, soll zudem ein kontinuierlicher Qualitätsentwicklungsprozess eingeleitet werden. Hierzu werden auch Sozialdaten der Krankenkassen verwendet.

Grundlage für die Einführung der sQS ist eine entsprechende Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Sie setzt die entsprechenden Regelungen in den §§ 92 und 136 Sozialgesetzbuch V um. Insbesondere ergibt sich aus der Richtlinie die Dokumentationspflicht für alle Vertragsärzte, die entsprechende Leistungen zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen.

Für die Umsetzung der sQS ist in Sachsen eine „Landesarbeitsgemeinschaft“ zuständig, welche von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen, der Krankenhausgesellschaft Sachsen sowie den Landesverbänden der Krankenkassen und Ersatzkassen getragen werden.

Die Datenannahmestelle für dokumentationspflichtige Vertragsärzte ist bei der KVS angesiedelt. Die Auswertung und Analyse der pseudonymisierten Daten erfolgt durch die Bundesauswertungsstelle am Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) in Berlin.

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Verfahren 1: Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie

Seit dem 1. Januar 2016 sind alle invasiv tätigen Kardiologen im Rahmen des ersten themenspezifischen sQS-Verfahrens "Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie" verpflichtet, jede Herzkatheter-Untersuchung und jede perkutane Koronarintervention bei gesetzlich versicherten Patienten in einem vorgegebenen Erfassungsbogen zu dokumentieren.

Die fallbezogene Dokumentation unterliegt folgenden Datenlieferfristen:

Quartalsweise Lieferung zum 15. Mai, 15. August, 15. November und zum 28. Februar.

Die Daten des gesamten Erfassungsjahres müssen bis zum 28. Februar bei der Datenannahmestelle KV vorliegen.

Vertragsärztinnen und –ärzte sind verpflichtet ihre Patientinnen und Patienten in verständlicher Weise über Zweck und Inhalt des sie betreffenden Qualitätssicherungsverfahrens – hier PCI – zu informieren. Dafür kann die entsprechende, durch den G-BA erstellte Patienteninformation genutzt werden.

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Verfahren 2: Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektion

Ziel des zweiten Verfahren zur sektorenübergreifenden Qualitätssicherung „Vermeidung nosokomialer Infektionen: Postoperative Wundinfektion (QSWI) Verfahrens ist die Vermeidung von Wundinfektionen, die nach einer Operation auftreten können.

Alle Einrichtungen im ambulanten und stationären Bereich, die definierte Tracer-Eingriffe erbracht haben, sind verpflichtet, in einer jährlichen Erhebung über ihr Infektions- und Hygienemanagement Auskunft zu geben. Die Befragung findet jeweils zwischen dem 1. Januar und 28. Februar eines Jahres statt und wird über ein Online-Portal im Sicheren Netz der KVen durchgeführt.

Die betroffenen Einrichtungen werden im Laufe des vierten Quartals eines Jahres über ihre Dokumentationspflicht informiert.


Folgende operierende Fachrichtungen sind von dem sQS-Verfahren QSWI betroffen:

  • Chirurgie/Allgemeinchirurgie
  • Gefäßchirurgie
  • Viszeralchirurgie
  • Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Plastische Chirurgie
  • Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Urologie

Die am QS-Verfahren beteiligten Praxen und Krankenhäuser erhalten einen jährlichen Rückmeldebericht zu den Ergebnissen der Einrichtungsbefragung. Das sQS-Verfahren soll zunächst für fünf Jahre erprobt werden, bevor es in den Regelbetrieb geht.

Vertragsärztinnen und –ärzte sind verpflichtet ihre Patientinnen und Patienten in verständlicher Weise über Zweck und Inhalt des sie betreffenden Qualitätssicherungsverfahrens – hier QSWI – zu informieren (§ 24 Qesü-RL). Dafür kann die entsprechende, durch den G-BA erstellte Patienteninformation genutzt werden.

So können Sie sich auf die Befragung vorbereiten:

Um Sie möglichst gezielt bei der Vorbereitung auf die nächste Einrichtungsbefragung zu unterstützen, hat die KBV Hinweise und unterstützende Materialien für Sie zusammengestellt, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen:

  • Ausfüllhilfe zur Einrichtungsbefragung mit Erläuterungen, Musterdokumenten und Linktipps zur jährlichen Einrichtungsbefragung bereitgestellt. Auf der Internetseite finden Sie zahlreiche Informationen rund um die Einrichtungsbefragung wie FAQ, PraxisInfos und den Selbsttest „Mein PraxisCheck: Prävention Wundinfektion“.
  • Vorlagen zur Perioperativen Antibiotikaprophylaxe sowie zur Antibiotikainitialtherapie, welche die Empfehlungen zur Antibiotikagabe von der Indikationsstellung bis zur Dosierung enthalten. Ziel ist es, die Patienten vor postoperativen Wundinfektionen zu schützen und Antibiotika nicht unnötig einzusetzen. Bitte ergänzen Sie die Vorlagen nach Ihren praxiseigenen Gegebenheiten.
  • Vorlagen zur Erstellung eines Hygieneplans für die Arztpraxis

KBV bietet auf Ihrem Fortbildungsportal im Sicheren Netz eine ärztliche Fortbildung zum Thema „Vermeidung postoperativer Wundinfektionen: Antibiotikaresistenzlage und -therapie“ an, welche mit drei CME-Punkten zertifiziert wurde.

Zudem finden Sie auf der Website des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen (BDC) ein Webinar zur KRINKO-Empfehlung 2018: „Prävention postoperativer Wundinfektion“ von Prof. Dr. med. Axel Kramer, das mit zwei CME-Punkten zertifiziert wurde. Das Webinar ist für BDC-Mitglieder und alle anderen Interessenten kostenfrei. Wenn Sie das Webinar ansehen möchten, senden Sie eine E-Mail an service@bdc.de und fordern einen Einladungscode an.

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