Organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE)


Seit  dem 1. Oktober 2020 besteht die Dokumentationspflicht für die organisierten Früherkennungsprogramme Gebärmutterhalskrebs und Darmkrebs. Die Dokumentation soll dazu dienen, die organisierten Krebsfrüherkennungsprogramme zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

Dies betrifft folgende Programme:

Programm zur Früherkennung von Darmkrebs

Bis zum 31.12.2019 haben Vertragsärzte mit einer Koloskopie-Genehmigung noch nach den bekannten Vorgaben der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) gemäß der Spezifikation der KBV dokumentiert.

Das Programm zur Früherkennung von Darmkrebs ist weiterentwickelt worden und am 19.04.2019 als bundesweit organisiertes Darmkrebsscreening neu gestartet. Die Dokumentationsvorgaben der neuen oKFE- Richtlinie unterscheiden sich nur an sehr wenigen Stellen von der bis 31.12.2019 maßgeblichen KFE-Richtlinie.

Dokumentationspflichtige Leistungen

Erfassungsbogen

Wer muss dokumentieren

GOP

Darmkrebs Koloskopie (DKK)

Fachärzte mit Genehmigung für die Koloskopie

01741 Früherkennungskolposkopie

13421 Abklärungskoloskopie nach positivem iFobt-Test (Okkultbluttest)

Darmkrebs i-FOB-Test (DKI)

 

Labormediziner, Mikrobiologen, Transfusionsmediziner mit Genehmigung Speziallabor

01738 iFobt

 

 

Rechtsgrundlage

  • oKFE-Richtlinie
  • QS-Vereinbarung Koloskopie

Antragsberechtigung

Antragsberechtigt sind alle Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, die über eine Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung koloskopischer Leistungen und des iFOBT verfügen.

Dokumentationsanforderungen

Die Koloskopie ist durch eine Bilddokumentation nachzuweisen, aus der die Vollständigkeit ihrer Durchführung hervorgeht. Nach der Spezifikation des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) sind die im Rahmen des Früherkennungsprogramms durchgeführten Untersuchungen elektronisch zu dokumentieren und an die KV Sachsen zu übermitteln. Die Übermittlung der Daten an die KV Sachsen erfolgt über das Mitgliederportal quartalsweise bis zum 15. Kalendertag des zweiten Monats des jeweiligen Folgequartals. Die Datenlieferfristen sind: 15.05., 15.08., 15.11. und 28.02.

Die vollständige Dokumentation ist Voraussetzung für die Abrechnung der entsprechenden Leistung.

Besondere Informationen

Einen detaillierten Überblick über das Programm bieten die KBV-Information sowie die Themenseite der KBV
https://www.kbv.de/html/praevention_darmkrebsfrueherkennung.php

Die Versicherteninformationen des G-BA werden Ihnen auf folgender Seite zur Verfügung gestellt:
https://www.g-ba.de/service/versicherteninformationen/

Informationen zur Koloskopie finden Sie auf unserer Internetseite:
https://www.kvs-sachsen.de/mitglieder/qualitaet/genehmigungspflichtige-leistungen/koloskopie/

Informationen zu den Dokumentationsbögen/Ausfüllhinweisen und aktuell umzusetzender Spezifikationen finden Sie auf folgender Internetseite des IQTIG:
https://iqtig.org/datenerfassung/spezifikationen/spezifikation-fuer-die-programmbeurteilungen-pb-der-okfe-rl

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Programm zur Früherkennung von Zervixkarzinomen

In dem Programm Früherkennung von Zervixkarzinomen werden Frauen systematisch zu strukturierten Früherkennungsuntersuchungen eingeladen. Sie erhalten ab dem Alter von 20 Jahren alle fünf Jahre eine Einladung zu einer zytologischen Früherkennungsuntersuchung und haben ab dem Alter von 35 Jahren zusätzlich Anspruch auf einen HPV-Test. Die Abklärung von auffälligen Befunden erfolgt über vorgegebene Algorithmen, die abhängig vom Alter und Schweregrad der Befunde das weitere Vorgehen definieren; u.a. kann eine Abklärungskolposkopie durchgeführt werden.

Im Rahmen der Einführung des Früherkennungsprogramms wurden verschiedene neue Gebührenordnungspositionen geschaffen, die in der nachfolgenden Tabelle ausführlicher dargestellt sind.

Primärscreening

GOP

Inhalt

Voraussetzungen

01761

Krebsfrüherkennung bei der Frau gem. Teil III. C. § 6 oKFE-RL

 

01762

Zytologische Untersuchung gemäß Teil III. C. § 6 der oKFE-RL

Genehmigung der KV Sachsen entsprechend der QS-Vereinbarung Zervix-Zytologie notwendig.

www.kvs-sachsen.de/mitglieder/qualitaet/genehmigungspflichtige-leistungen/zytologie/

01763

HPV-Test gemäß Teil III. C. § 6 der oKFE-RL

Genehmigung der KV Sachsen nach der QS-Vereinbarung Spezial-Labor notwendig.

www.kvs-sachsen.de/mitglieder/qualitaet/genehmigungspflichtige-leistungen/spezielle-laboriumsuntersuchungen/

Abklärungsdiagnostik

01764

Abklärungsdiagnostik gemäß Teil III. C. § 7 oKFE-RL

 

01765

Abklärungskolposkopie gemäß Teil III. C. §§ 7 und 8 oKFE-RL

Genehmigung der KV Sachsen entsprechend der QS-Vereinbarung Abklärungskolposkopie notwendig.

www.kvs-sachsen.de/mitglieder/qualitaet/genehmigungspflichtige-leistungen/abklaerungskolposkopie/

01766

Zytologische Untersuchung gemäß Teil III. C. § 7 mittels Zytologie der oKFE-RL

Genehmigung der KV Sachsen entsprechend der QS-Vereinbarung Zervix-Zytologie notwendig.

www.kvs-sachsen.de/mitglieder/qualitaet/genehmigungspflichtige-leistungen/zytologie/

01767

HPV-Test gemäß Teil III. C. § 7 der oKFE-RL

Genehmigung der KV Sachsen nach der QS-Vereinbarung Spezial-Labor notwendig.

www.kvs-sachsen.de/mitglieder/qualitaet/genehmigungspflichtige-leistungen/spezielle-laboriumsuntersuchungen/


Weitere Hinweise:

  • Die vollständige elektronische Dokumentation ist Voraussetzung, um die Leistungen des Früherkennungsprogramms abrechnen zu können.
  • Ärzte, die ab dem 01.10.2020 dokumentieren müssen, erhalten von der KV Sachsen eine gesonderte Information.
  • Die Jahresstatistik im Rahmen der Qualitätssicherung Zervix-Zytologie ist weiterhin zu erstellen.
  • Die GOP 01760 (Krebsfrüherkennung bei der Frau gem. Abschnitt B. II. §§ 6 und 8 KFE-RL) setzt keine elektronische Dokumentation voraus.

Einen detaillierten Überblick über das Programm bieten die KBV-Information sowie die Themenseite der KBV https://www.kbv.de/html/43282.php

Die Versicherteninformationen können auf der Homepage des G-BA eingesehen werden https://www.g-ba.de/richtlinien/anlage/250/

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Dokumentationsablauf

Der Arzt ist verpflichtet die durchgeführten Untersuchungen elektronisch über das Praxisverwaltungssystem zu dokumentieren und die Daten quartalsweise an die Datenannahmestelle der KV Sachsen zu übermitteln. Die Verschlüsselung der dabei erzeugten Daten wird automatisch beim Export der Dateien durch die Praxisverwaltungssysteme (PVS) übernommen. Die Daten können zu den festgelegten Fristen quartalsweise über das Mitgliederportal der KV Sachsen abgegeben werden.

Aktuelle Datenlieferfristen sind

  • 1. Quartal 15. Mai,
  • 2. Quartal 15. August,
  • 3. Quartal 15. November und
  • 4. Quartal 28. Februar.

Eine Korrektur der gesendeten Daten ist noch bis zum 15.03. des Folgejahres möglich.

Über die jeweilige Datenannahmestelle werden die verschlüsselten Dokumentationsdaten an die Vertrauensstelle geleitet. Dort werden sie anhand der Versichertennummer pseudonymisiert und zur Zusammenführung und Analyse an die Auswertungsstelle weitergeleitet. Die Auswertungsstelle übermittelt die Auswertung an den G-BA, welcher die Ergebnisse zur Beurteilung der Krebsfrüherkennungsprogramme alle zwei Jahre veröffentlicht.

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