Sie befinden sich hier: Startseite » Mitglieder » KVS-Mitteilungen » 2022 » 04/2022 » Nachwuchsförderung

KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 04/2022

Ausgabe 04/2022

zum Inhalt dieser Ausgabe

Nachwuchsförderung



Vom ersten Tag an in die Praxistätigkeit eingebunden

Erfahrungsbericht über die Hospitationstage im Rahmen des Sächsischen Hausarztstipendiums in der Praxis von Dr. Andreas Preusche in Schmiedeberg.

 

Louis Grieser ist 20 Jahre alt und stammt aus Dresden. Er studiert seit dem Wintersemester 2020 / 21 im MEDiC-Studiengang in Chemnitz und befindet sich derzeit im dritten Semester. Sein Patenarzt ist Dr. Andreas Preusche.

Mit welchen Erwartungen sind Sie in die Praxistage gegangen?

Als ich im Januar 2021 das erste Mal die Praxis von Dr. Preusche in Schmiedeberg besuchte, war ich natürlich sehr aufgeregt. Ich hatte gerade das Studium begonnen und war mehr mit den Fächern Physik und Chemie beschäftigt, statt mit dem eigentlichen medizinischen Alltag. Insofern hatte ich gehofft, etwas vom Praxisalltag mitzuerleben und auch bei einigen Untersuchungen und Patientengesprächen mit dabei sein zu dürfen. Dass ich gleich selbst mit Hand anlegen sollte, hatte ich vorher nicht erwartet.

Wie liefen die ersten Praxistage bei Herrn Dr. Preusche ab?

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und Führung durch die Praxis durfte ich gleich während der ersten Tage mit ins Labor. Hier wurde nicht lang gezögert – schnell konnte ich selbst das Blut abnehmen und bei anstehenden Voruntersuchungen z. B. für Krankenhausaufenthalte mithelfen. Was mich besonders freute war, dass ich nicht nur beim Praktizieren zuschauen durfte, sondern seit dem ersten Tag mit fest eingebunden war in alle Tätigkeiten.

Welche Aufgaben konnten Sie übernehmen?

In der ersten Zeit ist es vor allem wichtig, die Basisfertigkeiten zu erlernen. Dazu gehören die morgendlichen Blutabnahmen, Verabreichen von Medikamenten durch Injektionen, Urinuntersuchungen, EKGs, bei Vorsorgeuntersuchungen unterstützen, Assistenz bei der Versorgung von Wunden, Blutzucker messen und natürlich bei vielen Patientengesprächen und Untersuchungen, z. B. auch Sonografien, mit dabei sein.

Im Rahmen der Coronapandemie und Impfkampagne habe ich dann auch schnell das Impfen erlernt. Wir sind gemeinsam mit dem Praxisteam in Altersheime und auch Behinderteneinrichtungen gefahren. Außerdem habe ich auch einige Male mit im Impfzentrum geimpft. Das war wirklich eine einmalige Erfahrung.

Welche Aufgaben machen Ihnen besonders Spaß?

Besonders viel Spaß machen mir vor allem die Blutabnahmen, weil ich hier merke: Übung macht den Meister! Beeindruckend sind auch die Abendsprechstunden, wenn ich dann selbst mit im Arztzimmer sitzen darf und bei den Sprechstunden dabei bin. Hier merke ich, weshalb sich das ganze Pauken von chemischen Formeln, Muskeln und Bändern eben doch lohnt!

Wo glauben Sie, einen Unterschied zwischen der Arztpraxis in der Stadt und der Arztpraxis auf dem Land festzustellen?

Ich habe sehr schnell gemerkt, dass das Arzt-Patienten-Verhältnis in der ländlichen Region ein ganz besonderes ist: Es ist viel persönlicher und weniger anonym. Falls es mal Probleme gibt, können diese oft unkompliziert gelöst werden. Man kann wirklich sagen: Jeder kennt hier Jeden.

Welchen Eindruck haben Sie aus den ersten Praxistagen mitgenommen?

Der Wunsch, später in die Allgemeinmedizin zu gehen, hat sich bei mir sehr schnell verfestigt. Ich empfinde die Praxistage vor allem als eine Chance, neben dem zur Zeit theoretischen und online-lastigen Studium wirkliche Praxiserfahrung zu sammeln.

Was bedeutet die Förderung des Freistaates Sachsen für Sie?

Die Förderung vom Freistaat Sachsen bedeutet für mich in erster Linie ein Stück mehr finanzielle Unabhängigkeit im Studium. Ich bewundere oft Kommilitonen, die neben dem Studium und Lernen auch noch in Schichten arbeiten. Es wird mir sicher nicht schwerfallen, einen Beitrag zur besseren hausärztlichen Versorgung zu leisten, weil hier unter anderem meine familiären Wurzeln liegen.

Das Interview führte Charleen Wujanz.

                                             – Sicherstellung –

Nachwuchsförderung der KV Sachsen: Sächsisches Hausarztstipendium

Förderung des Medizinstudiums durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt mit monatlich 1.000 Euro

Um die hausärztliche Tätigkeit näher kennenzulernen, gehen die Studierenden während des Studiums eine Patenschaft mit einer Hausarztpraxis in Sachsen ein, bei der sie jährlich 24 Tage hospitieren.

Das Förderprogramm besteht bereits seit 2013. Jährlich werden 20 Studierende gefördert, die eine verbindliche Studienplatzzusage haben oder im 1. bis 6. Fachsemester an einer Universität in Deutschland, vorrangig im Freistaat Sachsen, eingeschrieben sind.

Weitere Informationen, Förderbedingungen und die Unterlagen zur Beantragung finden Sie auf www.nachwuchsaerzte-sachsen.de