Sie befinden sich hier: Startseite » Mitglieder » KVS-Mitteilungen » 2022 » 01/2022 » Sicherstellung

Bedarfsplan 2022: Augenärztliche Versorgung in Südwestsachsen

Der Bedarfsplan beschreibt die aktuelle Versorgungssituation im Freistaat. Mit dem neuen Bedarfsplan 2022 wird durch eine Anpassung der räumlichen Zuschnitte bei der Arztgruppe der Augenärzte die Grundlage für ein Maßnahmenpaket geschaffen, um die Versorgung in der Region Südwestsachsen zu stabilisieren.

Unterschiedliche Regionen weisen im Zeitverlauf dynamische Entwicklungen auf. Gegenwärtig durchlaufen die Kernregionen der sächsischen Industrie eine Transformation, die weitreichende Auswirkungen hat und insbesondere auch Südwestsachsen vor eine Vielzahl von Herausforderungen stellt. Die ambulante und stationäre augenärztliche Versorgung stellt hierbei keine Ausnahme dar. Allgemeinhin weisen (groß)stadtfernere Regionen des Freistaates zunehmend erhebliche Versorgungsdefizite auf, da eine abnehmende Zahl von ärztlichem Nachwuchs auf einen erhöhten Versorgungsbedarf aufgrund der alternden Bevölkerung trifft.

Trotz bisheriger umfangreicher finanzieller Fördermaßnahmen des Landesausschusses (Förderpauschale, Mindestumsatz), verstärkten Aktivitäten der KV Sachsen in der Arztaquise sowie weiterer erheblicher Bemühungen und zahlreicher Maßnahmen, einerseits Nachwuchs zu fördern und andererseits Fachärzte für Südwestsachsen zu gewinnen, hat sich die Situation in den vergangenen Jahren nicht stabilisiert, sondern stetig verschlechtert.

Da ambulanter und stationärer Bereich unter denselben Defiziten leiden, strebt die KV Sachsen in der Region Südwestsachsen eine enge Zusammenarbeit mit den regionalen augenärztlichen Kliniken an, um das ambulante Versorgungsangebot für die Patienten zu erweitern. Durch die unmittelbare Einbeziehung vorhandener ärztlicher Kapazitäten aus dem stationären Bereich soll trotz knapper Ressourcen auch kurzfristig die ambulante Versorgung von Patienten gesichert werden.

Um auch mittel- und langfristig die augenärztlichen Versorgung in der Region zu stärken, hat die ambulant-stationäre Kooperation zudem das Ziel, die Weiterbildungskapazitäten durch die Nutzung und den Ausbau regionaler Weiterbildungsstätten zu stärken.

Dafür werden die augenärztlichen Kliniken in Aue-Bad Schlema, Glauchau, Zwickau und Plauen als Ambulante Versorgungs- und Weiterbildungszentren (AVWZ) auf Grundlage von Institutsermächtigungen zunächst für fünf Jahre in die ambulante Versorgung eingebunden:

  • zur Erbringung überwiegend konservativ augenärztlicher Leistungen sowie
  • zur Implementierung eines „stationär-ambulanten“ Verbundweiterbildungssystems durch die ermächtigten Kliniken

Die AVWZ verbessern die derzeitige ambulante Versorgung signifikant. Gleichzeitig wird über den Weiterbildungsaspekt ein höheres Potential für die Gewinnung von regionalem Nachwuchs geschaffen. Grundlage für die Gründung der AVWZ ist ein ganzheitlicher Ansatz, um für alle Einwohner einen vergleichbaren Zugang zu augenärztlicher Versorgung nachhaltig gewährleisten zu können. Demnach werden die bisherigen augenärztlichen Planungsbereiche Aue-Schwarzenberg, Plauen, Stadt/Vogtlandkreis sowie Zwickau und Chemnitzer Land zum neuen augenärztlichen Planungsbereich Südwestsachsen zusammengefasst (} Karte).

Informationen

www.kvsachsen.de > Mitglieder > Arbeiten als Arzt > Bedarfsplanung und sächsischer Bedarfsplan

                                                        – Sicherstellung/koh –

 

Nach oben

Neuregelungen im Bedarfsplan 2022

Die KV Sachsen hat am 8. Dezember auf ihrer Internetpräsenz den Bedarfsplan 2022 veröffentlicht.

Neben der Anpassung der räumlichen Zuschnitte bei der Arztgruppe der Augenärzte wurden im Bedarfsplan 2022 Angaben zur vertragsärztlichen Versorgung, sonstigen medizinischen Einrichtungen sowie zur Demografie und Morbidität als auch zur Barrierefreiheit aktualisiert, wobei insbesondere der barrierefreie Zugang zur Versorgung auf Grundlage einer Befragung der vertragsärztlichen Teilnehmer ausgewertet wurde. Darüber hinaus wurden die Planungsblätter und Karten sowie die Übersichten zu den Abweichungen aktualisiert.

In Zusammenarbeit mit den Sächsischen Landesverbänden der Krankenkassen und den Ersatzkassen sowie unter Beteiligung der zuständigen Landesbehörden und dem Sozialverband VdK wurde der neue Bedarfsplan 2022 aufgestellt, der ab 1. Januar 2022 Anwendung findet.

Informationen

www.kvsachsen.de > Mitglieder > Arbeiten als Arzt > Bedarfsplanung und sächsischer Bedarfsplan

 

                                          – Sicherstellung/koh –

Nach oben

Förderung ambulanter fachärztlicher Weiterbildung: Vergabe neuer Förderstellen

Die Kassenärztlichen Vereinigungen fördern gemeinsam mit den gesetzlichen Krankenkassen auch in diesem Jahr das Engagement von Vertragsarztpraxen und medizinischen Versorgungszentren in der Weiterbildung.

Bereits seit 2016 werden die ambulanten Weiterbildungsabschnitte der grundversorgenden Facharztdisziplinen bundesweit analog zur Allgemeinmedizin gefördert, derzeit mit monatlich 5.000 Euro.

Aufgrund entsprechender vertraglicher Vereinbarungen mit den Sächsischen Krankenkassen betrifft dies in Sachsen diejenigen Fachgebiete, für die der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen Sachsen (drohende) Unterversorgung bzw. zusätzlichen lokalen Versorgungsbedarf in einer Region festgestellt hat.

Nach bundesweiter Verteilung des Stellenbudgets von insgesamt 2.000 Stellen für die grundversorgenden Fachgebiete nach den Bevölkerungsanteilen auf alle Bundesländer werden Sachsen in diesem Kalenderjahr 97,57 Förderstellen zugewiesen; abzüglich der bereits laufenden Weiterbildungen stehen ca. 31 Förderstellen zur Verfügung und nun zur Bewerbung. Diese können seit 1. Januar 2022 beantragt werden.

Folgende Fachgebiete (Weiterbildungsziele) sind aktuell davon umfasst:

  • Augenheilkunde
  • Kinder- und Jugendmedizin
  • Haut- und Geschlechtskrankheiten
  • Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde sowie Fachärzte für Phoniatrie und Pädaudiologie und Fachärzte für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
  • Urologie

Allgemeine Hinweise

Die Förderung ist von der weiterbildenden Praxis in voller Höhe dem jeweiligen Arzt in Weiterbildung zur Verfügung zu stellen. Der Arbeitgeberanteil der Lohnnebenkosten darf nicht aus den Fördermitteln bestritten werden.

Eine Förderung kann erfolgen, wenn der Weiterbildungabschnitt für das jeweilige Weiterbildungsziel nach Maßgabe der jeweils geltenden Weiterbildungsordnung der Sächsischen Landesärztekammer benötigt wird und zuvor noch nicht abgeleistet worden ist.

Im Übrigen unterliegt die Förderung in den ausgewählten Fachgebieten der Voraussetzung, dass die beantragende Praxis überwiegend konservativ und nicht spezialisiert tätig ist. Die bestimmungsgemäße Verwendung der Fördermittel ist zudem gegenüber der KV Sachsen nachzuweisen.

Die KV Sachsen fördert auch weiterhin Weiterbildungsabschnitte im ambulanten Bereich anderer Fachgebiete, sofern ein Anspruch auf eine Förderung nach der Bundesvereinbarung nicht besteht. Da es sich hierbei um eine ausschließlich durch die KV Sachsen getragene Förderung handelt und demzufolge eine paritätische Finanzierung mit den Krankenkassen nicht gegeben ist, reduziert sich der Förderbetrag um die Hälfte auf 2.500 Euro monatlich.

Überblick zu den aktuellen Förderbeträgen im Zuständigkeitsbereich der KV Sachsen

  • Ärzte in Weiterbildung im Fach Allgemeinmedizin:
    5.000 Euro pro Monat
    zusätzliche Förderung:
  • bei Tätigkeit in Gebieten mit drohender Unterversorgung: 250 Euro pro Monat
  • bei Tätigkeit in Gebieten mit festgestellter Unterversorgung: 500 Euro pro Monat
  • Ärzte in Weiterbildung in fachärztlichen Fachgebieten gem. § 3 (8) Bundesvereinbarung: 5.000 Euro pro Monat (Kontingent begrenzt)
  • Ärzte in Weiterbildung in allen anderen zulassungsfähigen Fachgebieten: 2.500 Euro pro Monat

 Informationen

www.kvsachsen.de > Mitglieder > Arbeiten als Arzt > Ärzte in Weiterbildung

                                                       – Sicherstellung/schue –

Nach oben

Neuregelung zum Nachweis der Berufshaftpflichtversicherung von Vertragsärzten

Mit Inkrafttreten des § 95e SGB V gelten seit dem 20. Juli 2021 neue Regelungen bezüglich der Nachweispflicht des Berufshaftpflichtversicherungsschutzes von Vertragsärzten.

Auf Grundlage des neu eingeführten § 95e SGB V müssen sich Vertragsärzte ausreichend gegen die sich aus ihrer Berufsausübung ergebenden Haftpflichtgefahren versichern. Ein ausreichender Berufshaftpflichtversicherungsschutz liegt dann vor, wenn das individuelle Haftungsrisiko des Vertragsarztes versichert ist. Die Mindestversicherungssumme für Personen- und Sachschäden beträgt drei Millionen Euro. Für medizinische Versorgungszentren sowie für Vertragsärzte und Berufsausübungsgemeinschaften mit angestellten Ärzten gilt eine Mindestversicherungssumme von fünf Millionen Euro.

Zudem regelt der Paragraph, dass das Bestehen einer Berufshaftpflichtversicherung durch den Vertragsarzt selbst in Form einer Versicherungsbescheinigung nach § 113 Abs. 2 des Versicherungsvertragsgesetzes gegenüber dem Zulassungsausschuss in folgenden Fällen nachzuweisen ist:

  • bei Stellung des Antrags auf Zulassung, auf Ermächtigung und auf Genehmigung einer Anstellung sowie
  • auf Verlangen des Zulassungsausschusses

Der Vertragsarzt ist außerdem dazu verpflichtet, dem zuständigen Zulassungsausschuss unverzüglich

  • das Nichtbestehen des Versicherungsverhältnisses,
  • die Beendigung des Versicherungsverhältnisses sowie
  • Änderungen des Versicherungsverhältnisses, die den vorgeschriebenen Versicherungsschutz im Verhältnis zu Dritten beeinträchtigen können, anzuzeigen.

Sofern kein oder kein ausreichender Berufshaftpflichtversicherungsschutz besteht und der Vertragsarzt das Bestehen auch nicht auf Aufforderung des Zulassungsausschusses nachweisen kann, erfolgt spätestens bis zum Ablauf der Nachhaftungsfrist des § 117 Abs. 2 des Versicherungsvertragsgesetzes das Ruhen der Zulassung mit sofortiger Wirkung.

                                                               – Sicherstellung/osw –

Nach oben