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Evaluation von ARMIN bietet Chance für weitere Zusammenarbeit von Arzt und Apotheker

Mehr als 7.500 Patienten werden in dem Modellvorhaben „Arzneimittelinitiative Sachsen und Thüringen – ARMIN“ betreut. Derzeit läuft die externe Evaluation des Projekts, deren Ergebnisse sowie die Weiterentwicklung der technischen Infrastruktur gewichtige Gründe liefern sollen, um die bewährten Prozesse nach der formalen Beendigung von ARMIN auf anderer vertraglicher Basis fortführen zu können.

Zum 31. März 2022 endet offiziell die Modelllaufzeit der Arzneimittelinitiative Sachsen und Thüringen (ARMIN). Die derzeit laufende externe Evaluation soll zum Jahresende verwertbare Ergebnisse liefern, um der Politik die Potenziale des Projektes aufzuzeigen. Zwischenergebnisse deuten bereits jetzt darauf hin, dass die Gesundheitskompetenz der Patienten durch intensive, interprofessionelle Betreuung, wie sie im ARMIN-Medikationsmanagement angeboten wird, verbessert wird. Schriftliche Informationen für die Patienten, wie sie beispielsweise mit dem Bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP) seit 2016 eingeführt wurden, stellen zwar ein wirksames Mittel dar, die Arzneimitteltherapie besser zu verstehen, doch der BMP ist nicht selbsterklärend und erfordert oftmals eine zusätzliche Erläuterung. Die engmaschige Betreuung durch Ärzte und Apotheker bringt daher einen deutlichen Mehrwert gegenüber dem bloßen Aushändigen des BMP.

Medikationsmanagement wichtig für Patienten

Eine Patientenbefragung ergab, dass nur wenige Patienten dem BMP einen besonderen Beitrag am Wissen über ihre Arzneimitteltherapie zuschreiben. Vielmehr steht die Betreuung aus dem Medikationsmanagement für die meisten Teilnehmer im Vordergrund. Auch Ärzte und Apotheker sind sich einig, dass sie vom gegenseitigen fachlichen Austausch profitieren. Darüber hinaus schätzen die Leistungserbringer die ermöglichte Transparenz und gesicherte Aktualität.

Erweiterte Funktionalitäten verbessern die Anwendung

An der Aufhebung bestehender Hürden wird stetig gearbeitet. Daher widmet sich die Evaluation in einem großen Fragenkomplex besonders den Barrieren, denen sich Ärzte und Apotheker gegenübersehen. Aus den Rückmeldungen können Optimierungspotenziale abgeleitet werden, die in die Planung für die weitere Etablierung einfließen werden. Technische Hindernisse, wie beispielsweise die bisher nicht vollflächige Implementierung des Medikationsplanaustauschformats in den Praxisverwaltungssystemen der Ärzte, hoffen die Projektverantwortlichen perspektivisch mit Hilfe des neuen elektronischen Medikationsdatenaustauschformates (eMDAF) zu beheben. Das eMDAF soll durch erweiterte Funktionalitäten ein noch besseres Zusammenwirken an der Fortschreibung des elektronischen Medikationsplanes aller beteiligten Leistungserbringer ermöglichen. Dieses Format liegt der gematik als Vorschlag für die Erfassung und den Austausch von Medikationsplandaten bereits vor. Bei einer positiven Entscheidung sollte es Einzug in alle Praxisverwaltungssysteme der Ärzte, die Apothekensoftware und die Krankenhausinformationssysteme halten.

Die Projektpartner hoffen nun, dass die Evaluation dem Modellvorhaben ein „gutes Zeugnis“ ausstellt und sie mit diesem und der Weiterentwicklung des elektronischen Austauschformats für Medikationsdaten die Chance erhalten, die Zusammenarbeit von Heilberuflern im Bereich der Arzneimitteltherapie zum Wohle der Patienten fortführen zu können.

Information

www.arzneimittelinitiative.de

                                                                               – Verordnungs- und Prüfwesen/doe –