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Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)


Ab 1. Oktober 2021 ist die digitale Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsdaten durch Vertragsärzte gesetzlich vorgeschrieben. Ab diesem Zeitpunkt müssen Praxen die AU digital an die Krankenkassen übermitteln. Das bisherige Muster 1 („gelber Schein“) verliert ab diesem Zeitpunkt seine Gültigkeit und darf grundsätzlich nicht mehr weiterverwendet werden. In Fällen technischer Unmöglichkeit, die nicht in der Verantwortung der Praxen liegen, ist die Verwendung des Muster 1 übergangsweise noch bis zum 31. Dezember 2021 zulässig. Dies wird voraussichtlich wegen der nicht fristgerechten Umsetzung durch die PVS-Hersteller die Mehrzahl der Praxen betreffen.

Voraussetzungen für die digitale Übermittlung der eAU

  • Anschluss an die Telematik-Infrastruktur (TI)
  • Konnektor mit Update Version PTV3 (eHealth) oder Update Version PTV4 (ePA)
  • elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) ab Generation 2
  • Zugang zum KIM-Dienst (Kommunikation im Medizinwesen)
  • Update des PVS (sollte voraussichtlich im September bereitgestellt werden)
  • elektronische Signaturen:
     
  • Stapelsignatur
    Es ist möglich, Dokumente vor dem Versand zu sammeln und diese z. B. am Ende eines Praxistages en bloc mit dem eHBA und der PIN zu signieren und zu versenden (ab PTV3-Update möglich).
     
  • Komfortsignatur
    Dazu ist ein PTV4+-Update erforderlich, das noch nicht verfügbar ist. Bei täglich einmaliger PIN-Eingabe sind bis zu 250 Signaturen zu jeder Zeit möglich.

Im Falle einer technischen Störung der TI wird dies angezeigt, so dass ein Papierausdruck möglich ist.

Bitte bemühen Sie sich baldmöglichst um die erforderlichen Komponenten sowie um eine KIM-Adresse.

Zweistufige Umsetzung der eAU

Stufe 1: Ab dem 1. Oktober 2021 ist der Versand an die Krankenkassen nur noch elektronisch möglich – mit Ausnahme der oben aufgeführten Übergangsfrist bis 31. Dezember 2021. So erstellen Sie eine eAU:

  • Im Praxisverwaltungssystem (PVS) wird die AU wie gewohnt aufgerufen, eine digitale signierte Version für die Krankenkasse erstellt und durch das PVS über die Telematikinfrastruktur (TI) versandt.
  • Es folgt aus dem PVS heraus der Papierausdruck für den Patienten und den Arbeitgeber, welche dem Patienten mit handschriftlicher Unterschrift des Arztes mitgeben werden.

Bei Nicht-GKV-Patienten (z. B. sonstige Kostenträger, Privatversicherungen) zeigt Ihnen das PVS an, dass eine digitale Versendung nicht möglich ist. Alle Ausdrucke werden dann dem Patienten unterschrieben mitgegeben. Dies gilt ebenso bei Vorliegen einer technischen Störung (siehe Punkt „Ersatzverfahren“ unten).

Stufe 2: Ab dem 1. Juli 2022 entfällt der Arbeitgeberausdruck, da die Krankenkassen die AU den Arbeitgebern digital übermitteln. Sofern der Patient dies wünscht, sollte ein Ausdruck für ihn erstellt werden. Er muss allerdings nicht unterschrieben sein.

Umsetzung der eAU bei Hausbesuchen

Im Hausbesuch sind nur die beiden nachfolgend aufgeführten Optionen ausführbar. In jedem Fall sind die Daten später aus der Praxis heraus via TI an die Krankenkassen zu versenden. Allenfalls ist ein Blanko-Vorausdruck für den Patienten und den Arbeitgeber oder dessen nachträgliche Ausstellung möglich.

Option 1

(Grafik im Download)

Übergangsverfahren

Für Praxen, die bis zum 30. September 2021 noch nicht über die nötigen technischen Voraussetzungen verfügen, wurde eine Übergangsregelung vereinbart. Diese sieht vor, dass Ärztinnen und Ärzte übergangsweise das alte Verfahren anwenden können, solange die zur Übermittlung von elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen notwendigen technischen Voraussetzungen in der Vertragsarztpraxis nicht zur Verfügung stehen. Die Regelung gilt bis 31. Dezember 2021. Bis dahin ist auch die Nutzung des „gelben Scheins“ (Muster 1) noch möglich. Durch diese Regelung ist auch die Entgeltfortzahlung für den Versicherten bis zum 31. Dezember 2021 bei Verwendung des Muster 1 gewährleistet.

Folgende Ersatzverfahren können zur Anwendung kommen:

Fehlende Voraussetzung

Ersatzweise

1. eHBA

Signierung mittels SMC-B

2. TI-Anschluss/-Verbindung

Ersatzverfahren mit Papierausdrucken an Krankenkasse und Arbeitgeber/Versicherten

3. KIM-Dienst

Ersatzverfahren mit Papierausdrucken an Krankenkasse und Arbeitgeber/Versicherten

4. PVS-Update

Bundesmantelvertraglich nicht vorgesehen, ersatzweise Muster 1 aufbrauchen

 

Hinweise zum Ausdrucken:

  • Insbesondere in der Startphase der eAU werden die Papier-Ausdrucke erforderlich sein.
  • Es gelten nicht die Anforderungen der Blankoformularbedruckung (keine Vorgaben zur Druckqualität).
  • Der Ausdruck ist wahlweise auf DIN A4 oder A5 möglich.
  • Für die Erstellung der Papierausdrucke der eAU ist kein Sicherheitspapier vorgesehen, sondern normales Druckerpapier.

Reguläres Ersatzverfahren bei technischen Problemen

  • Wenn der Versand der eAU aus der Praxis an die Krankenkasse nicht sofort möglich ist, speichert das PVS die Daten und versendet die eAU erneut, sobald dies wieder möglich ist.
  • Ist bereits beim Ausstellen klar, dass die eAU nicht versandt werden kann, händigt der Arzt dem Patienten alle drei Formulare ausgedruckt aus. Der Patient hat diese seiner Krankenkasse und seinem Arbeitgeber zuzusenden.
  • Stellt die Praxis erst später fest, dass eine eAU auch nicht am nächsten Tag digital versandt werden kann, versendet die Praxis die Papierbescheinigung an die Krankenkasse.

Allgemeine Informationen und FAQs zur eAU finden Sie auf der Internetpräsenz der KV Sachsen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Information

www.kvsachsen.de > Mitglieder > Telematikinfrastruktur > eAU

Praxisinformation der KBV

Erklärvideo zur eAU

                                                                             – SAVQ / han –