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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 09/2021

Bessere augenärztliche Versorgung in Südwestsachsen durch innovative Lösungen


Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen geht die Versorgungsprobleme im augenärztlichen Bereich in Südwestsachsen zusammen mit vier Klinikstandorten aktiv an. Ziel ist es, für Patienten in dieser Region die Versorgung damit spürbar zu verbessern.

Für Januar 2022 ist der Start „Ambulanter Versorgungs- und Weiterbildungszentren“ (AVWZ) in Verbindung mit einem stationär-ambulanten Verbundweiterbildungssystem durch ansässige Kliniken geplant. Konkret werden an den Kliniken in Aue-Bad Schlema, Glauchau, Zwickau und Plauen durch Ermächtigungen für Augenärzte je ein bis zwei Versorgungsaufträge geschaffen, an welche jeweils mindestens zwei Weiterbildungsstellen im augenärztlichen Bereich gekoppelt sind.

Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, eine Verbesserung der Versorgung augenärztlicher Patienten zu ermöglichen, denn es entstehen Anlaufstellen für jene Patienten, die bisher keinen Augenarzt haben oder deren Augenarzt seine Tätigkeit beendet hat. Alle beteiligten Augenkliniken sowie deren Ambulanzen sind zudem räumlich innerhalb von maximal einer Stunde für die Patienten der Region erreichbar. Sobald die baulichen, personellen und organisatorischen Vorarbeiten für die „Ambulanten Versorgungs- und Weiterbildungszentren“ abgeschlossen sind, wird eine individuell geregelte Terminvergabe in Abstimmung mit der Ärztlichen Vermittlungszentrale der KV Sachsen erfolgen.

Aufgrund der Übernahme von Versorgungsaufträgen durch Augenärzte an Kliniken wird zeitnah die derzeitige ambulante Versorgung verbessert, gleichzeitig kann über die attraktiven Verbundweiterbildungsangebote regionaler augenärztlicher Nachwuchs gewonnen werden. Das Weiterbildungsverhältnis kommt mit dem beschäftigenden Krankenhaus zustande, welches über einen Kooperationsvertrag über fünf Jahre zur Förderung der Weiterbildung aus dem Strukturfonds finanziert wird. Dieses stationär-ambulante Verbundweiterbildungssystem sieht vor, zukünftige Fachärzte für Augenheilkunde auch umfassend auf eine ambulante Tätigkeit vorzubereiten.

Dr. med. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen: „Mit diesem innovativen Konzept der engen und zielführenden Zusammenarbeit von ambulantem und stationärem Sektor können nun Versorgungsengpässe im augenärztlichen Bereich mittelfristig überwunden werden. Der südwestsächsische Raum stellte die Akteure des Gesundheitswesens vor große Herausforderungen, denn insbesondere im augenärztlichen Bereich wurden die Versorgungslücken immer größer. Die KV Sachsen entwickelt zudem auch telemedizinische Ansätze der Versorgung. Perspektivisch sehen wir viel Potential bei den Ärzten in Weiterbildung, denn diese können nun auch die Chancen und Herausforderungen einer Tätigkeit in einer Arztpraxis kennenlernen und sich so möglicherweise dazu entscheiden, später in eigener Niederlassung in Südwestsachsen augenärztlich tätig zu sein.“

Dr. med. Jens Schrecker, Chefarzt der Augenklinik am Rudolf Virchow Klinikum Glauchau: „Im Klinikum Glauchau werden in der Augenklinik bereits seit Jahren fortlaufend Weiterbildungsassistenten ausgebildet. Viele Leistungen werden vorrangig ambulant oder teilstationär erbracht. Die Stärkung des ambulanten Versorgungssektors ist deshalb von besonderer Bedeutung und wird nun nochmals intensiviert. Alle bisherigen Angebote und Verfahrensweisen bezüglich Überweisung zur Mitbeurteilung, Auftragsbearbeitung oder Mit-/Weiterbehandlung bleiben natürlich auch in Zukunft unverändert bestehen.“

Dr. med. Dirk Ehrich, Chefarzt der Augenklinik am Helios Vogtland-Klinikum Plauen: „Im gesamten Südwestsachsen ist die augenärztliche Versorgung im Vogtlandkreis am kritischsten. Eine große Anzahl von Patienten findet nach den zahlreichen Praxisschließungen keinen neuen Augenarzt. Deshalb ist das von der Landesregierung unterstütze Modellprojekt der KV Sachsen mit der Klinik für Augenheilkunde am Helios Vogtland-Klinikum Plauen ein Meilenstein in der Sicherung einer auch zukünftig funktionierenden augenärztlichen Versorgung der Bevölkerung in Sachsen jenseits der Ballungszentren. Unsere Patienten sind aufgrund ihrer Krankheitsbilder meist stark in ihrer Eigenmobilität eingeschränkt. Aufgrund dessen sehen wir speziell für den Vogtlandkreis die gesetzte Grenze der Erreichbarkeit einer Augenarztpraxis von einer Stunde als gerade noch vertretbar an. Natürlich begrüßen wir als Klinik mit überregionalem Versorgungsauftrag und Lehrkrankenhaus die durch das AVWZ erhöhte Attraktivität als augenfachärztliche Weiterbildungsstätte.“

                                                        – Pressemitteilung der KV Sachsen –