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Vertragsärzte für sächsisches Fernbehandlungsmodell gesucht – Erweiterung der Pilotregionen

Im April 2021 startete die Pilotphase des sächsischen Fernbehandlungsmodells in den Regionen Chemnitz (Stadt), Sächsische Schweiz / Osterzgebirge sowie Wurzen / Grimma. Ab sofort können zudem Vertragsärzte aus Leipzig (Stadt) am Modellprojekt teilnehmen.

Um das Potential des Fernbehandlungsmodells weiter auszuschöpfen und das Versorgungsangebot Vertragsärzten – und damit auch Versicherten – noch großräumiger zugänglich zu machen, werden die Pilotregionen ab sofort um den Standort Leipzig (Stadt) erweitert. Interessierte Ärzte, die in den genannten Pilotregionen niedergelassen sind, können sich fortlaufend bei der KV Sachsen anmelden.

Wie gestaltet sich der Prozess der Fernbehandlung?

Das Modell basiert auf der Vermittlung von Fernbehandlungsterminen über die Terminservicestelle der KV Sachsen. Bei den zu vermittelnden Patienten handelt es sich in der Regel um fremde Patienten, die nicht zum Patientenstamm des Fernbehandlungsarztes gehören. Im Rahmen des Vermittlungsverfahrens wird durch Anwendung des Strukturierten medizinischen Ersteinschätzungsverfahrens in Deutschland (SmED) sichergestellt, dass Patienten mit entsprechenden Indikationen an den Fernbehandlungsarzt vermittelt werden, bei denen die Durchführung einer ausschließlichen Fernbehandlung zielführend ist.

Bei entsprechender Eignung des Patienten werden dem Fernbehandlungsarzt auf sicherem Weg (KIM – Kommunikation im Medizinwesen) alle notwendigen Daten elektronisch übermittelt, sodass dieser den Patienten innerhalb von 30 Minuten kontaktieren und die Fernbehandlung telefonisch (ggf. auch per Videosprechstunde) durchführen kann. In der Regel sollte das telefonische Gespräch ausreichend sein, um die Behandlung abschließend durchzuführen. Im Zuge der Vermittlung wird die räumliche Nähe zum Patienten mit geprüft, sodass bei medizinischer Notwendigkeit jederzeit ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt erfolgen kann. Sollte eine Folgebehandlung durch einen weiteren (Fach-)Arzt notwendig sein, ist zudem jederzeit eine Überweisung oder Vermittlung an diesen möglich.

Wer kann am Fernbehandlungsmodell teilnehmen?

Am Fernbehandlungsmodell können vorerst nur Vertragsärzte aus den Regionen Leipzig (Stadt), Chemnitz (Stadt), Sächsische Schweiz/Osterzgebirge sowie Wurzen/Grimma teilnehmen. Ab dem 1. Januar 2022 ist eine Ausweitung des Projekts auf ganz Sachsen vorgesehen. Grundlage des Fernbehandlungsmodells ist ein Vertrag zu einem Modellvorhaben, welcher zwischen KV Sachsen, AOK PLUS, IKK classic, KNAPPSCHAFT und der DAK-Gesundheit geschlossen wurde. Patientenseitig können am Modellprojekt demnach nur Versicherte der entsprechenden Krankenkassen teilnehmen.

Welche technischen Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Zur Teilnahme am Modellprojekt erfüllen Sie sicher schon die meisten Voraussetzungen:

  • Anschluss des teilnehmenden Leistungsorts an die Telematik-Infrastruktur (TI)
  • Update des TI-Konnektors auf die Version des eHealth-Konnektors (PTV3) oder höher
  • Telefonanschluss im Behandlungszimmer
  • Vertrag mit einem KIM-Anbieter Ihrer Wahl
  • Beantragung einer KIM-Adresse
  • Implementierung des eNachrichtenmoduls in Ihrem PVS (ggf. bereits im PVS vorhanden)

Welche Vergütung erhält der teilnehmende Arzt?

Im Rahmen der ausschließlichen Fernbehandlung (ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt), erhält der teilnehmende Arzt 25 Euro je Patient (einmal im Arztfall). Wird im Laufe der weiteren Behandlung ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt notwendig, erhält der teilnehmende Arzt anstelle der Fernbehandlungspauschale einen Zuschlag zur Versicherten-/Grund-/Konsiliarpauschale in Höhe von neun Euro je Patient (einmal im Arztfall). Die Vergütung beider Pauschalen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Interessierte Ärzte können sich fortlaufend bei der KV Sachsen melden

Mit dem Fernbehandlungsmodell der KV Sachsen soll ein ergänzender Baustein in der sächsischen Versorgungslandschaft etabliert werden. Besonderes Potential bietet unter anderem die Möglichkeit der Entlastung anderer Versorgungsbereiche, durch Reduktion der Behandlungsfallzahlen in Arztpraxen und Notaufnahmen. In Zeiten mit hohem Infektionsgeschehen können durch derartige Modelle zudem Ansteckungsrisiken für Praxispersonal und Patienten erheblich reduziert werden.

Die KV Sachsen bietet regelmäßig digitale Informations- und Schulungsveranstaltungen an, um Näheres zum Fernbehandlungsmodell zu erläutern und offene Fragen zu beantworten. Konkrete Termine erhalten Sie auf Anfrage unter der u. g. E-Mail-Adresse oder auf unserer Internetpräsenz. Sollten Sie an einer Teilnahme am Fernbehandlungsmodell interessiert sein oder weitere Fragen haben, freuen wir uns über Ihre Rückmeldung unter der nachfolgenden E-Mail-Adresse.

Informationen

www.kvsachsen.de > Veranstaltungen

E-Mail: fernbehandlung@kvsachsen.de
Telefon: 0351 8290-9345 oder -9314

                                                                                                                    – Sicherstellung / osw –