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Auswirkungen neuer Möglichkeiten der Fernbehandlung in der medizinischen Versorgung

Gemeinsames Positionspapier der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sowie der Kassenärztlichen Vereinigungen Baden-Württemberg, Bayerns, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Westfalen-Lippe.

Bundesweit drängen inzwischen Unternehmen und Start-ups unterschiedlicher Größe auf den Markt, um im Gesundheitswesen neue, in der Regel online-basierte Dienstleistungen, die sich direkt an die Patienten richten, anzubieten. Sie wittern lukrative Geschäftsmodelle, um den Patienten, die als Kunden gesehen werden, Versorgungsleistungen anzubieten. Die Unternehmen argumentieren damit, aus deren Sicht bestehende Lücken in der ambulanten Versorgung zu schließen und Wartezeiten auf einen Besuch beim Facharzt oder Psychotherapeuten zu überbrücken. Dabei geht es aus unserer Sicht um einen elementaren Eingriff in das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Arzt und Patient.

Beispiele

Unter großem medialem Interesse hat ein im Norden Deutschlands beheimatetes Unternehmen eine Online-Plattform vorgestellt, bei der man AU-Bescheinigungen per WhatsApp erhalten kann. Eine große Online-Apotheke hat mittlerweile angekündigt, ihren Kunden ebenfalls digitale Therapieangebote machen zu wollen. Mehrere Krankenkassen unterstützen ein Therapieangebot für psychische Erkrankungen, bei dem per Videochat Wartezeiten auf Termine bei Psychotherapeuten vermieden werden sollen.

Status quo in Deutschland

Bislang war das Fernbehandlungsverbot in Deutschland in den Berufsordnungen der einzelnen Landesärztekammern klar geregelt und basierte auf dem Primat des persönlichen Arzt-Patienten-Kontaktes. Geändert hat sich dies allerdings erheblich seit der Lockerung des Fernbehandlungsverbotes durch den Deutschen Ärztetag im Mai 2018. Die einzelnen Landesärztekammern ziehen nun sukzessive nach, indem sie die Berufsordnungen entsprechend anpassen. Anbieter von Health-Apps und Videosprechstunden nehmen diese Entwicklung nicht nur freudig zur Kenntnis, sondern bauen ihre Angebote an den Praxen der niedergelassenen Ärzte vorbei stark aus. Die föderale Zuständigkeit in diesem Bereich sorgt dafür, dass sich in den einzelnen Bundesländern die unterschiedlichsten Vorhaben herausbilden.

Positionierung des KV-Systems

Wir sehen den Bereich der Fernbehandlung als elementaren Teil des Sicherstellungsauftrages der KVen. Einzelne KVen sind bereits in den Markt eingestiegen, andere warten noch ab. Angebote zur Fernbehandlung machen allerdings nicht an den Landesgrenzen der jeweiligen KV halt, wie die bundesweit angebotenen Projekte zur Krankschreibung per WhatsApp oder zur Online-Psychotherapie zeigen. Um Fehlentwicklungen zu vermeiden, muss die aktuelle Ausgestaltung des Fernbehandlungsverbots noch einmal in Bezug auf die besondere Bedeutung des persönlichen Arzt-Patienten-Kontaktes kritisch diskutiert werden. Dabei müssen auch klare Einschränkungen und Begrenzungen definiert werden, um nicht ausschließlich Konzerninteressen in den Mittelpunkt zu stellen.

Von Seiten der KVen aus werden wir funktionierende digitale Angebote machen, die an den Bedürfnissen der Patienten ausgerichtet sind. Die Menschen kennen vergleichbare digitale Angebote bereits aus anderen Bereichen, wie dem Online-Banking oder der Mediennutzung, und fragen solche Angebote nun auch in Bezug auf ihre medizinische Versorgung nach. Dabei ist ihnen oft gar nicht bewusst, welche datenschutzrechtlich fragwürdigen Regelungen hinter einigen Angeboten stehen.

Als Körperschaften öffentlichen Rechts werden wir eigene, höchsten Ansprüchen des Datenschutzes und der Datensicherheit genügende sowie den Schutz eines vertrauensvollen Arzt-Patientenverhältnisses fördernde Angebote aufbauen. Diese werden wir über unsere Mitglieder, die niedergelassenen Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten, den Patienten vorstellen. Basis dafür ist eine KV-übergreifende Zusammenarbeit, die es dem KV-System ermöglicht, den privatwirtschaftlich organisierten und rein an Kapitalinteressen orientierten Unternehmen mit eigenen Angeboten und Lösungen entgegen zu treten.

                                                          – Information der KBV vom 6. Februar 2019 –

Ärzte wählen Ärzte: Geben Sie jetzt Ihre Stimme ab!

Wahl der Kammerversammlung der Sächsischen Landesärztekammer, Wahlperiode 2019 – 2023

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir sind mittendrin in der Wahl unserer Kammerversammlung. Sicher haben Sie alle schon Ihre Briefwahlunterlagen im Briefkasten vorgefunden. „Was, wen, warum soll ich da wählen?“ – werden Sie sich vielleicht fragen. Bitte nehmen Sie sich die Zeit für meine nachfolgenden Ausführungen.

Die 103-köpfige Kammerversammlung ist das fach- und sektorenübergreifende „Parlament“ der sächsischen Ärztinnen und Ärzte. Sie setzt sich für eine konstruktive und gemeinwohlorientierte Gesundheits- und Berufspolitik in Sachsen ein, ist u. a. aktive Gestalterin der ärztlichen Weiter- und Fortbildung, des Berufsrechts, unserer Berufsethik sowie der Aus- und Fortbildung unserer Medizinischen Fachangestellten und trifft maßgebliche Entscheidungen im Hinblick auf die Entwicklung unserer Altersvorsorge über das Versorgungswerk. Es gilt, diese Selbstverwaltung des ärztlichen Berufsstandes als großes Privileg im Vergleich zu anderen Berufsgruppen zu wahren!

Auf meinen Wahlaufruf im September 2018 hin haben sich 159 Kolleginnen und Kollegen für eine Kandidatur entschieden. Unter ihnen befinden sich berufspolitisch erfahrene Ärzte, aber zu meiner Freude auch viele junge und motivierte Nachwuchskandidaten, die bereit sind, den Staffelstab zu übernehmen. Alle Kandidaten stellen sich Ihnen im Einzelnen im Märzheft des „Ärzteblatt Sachsen“ vor.

Ich bitte Sie, jetzt aktiv von Ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und Ihre Kandidaten für die Kammerversammlung zu wählen. Eine möglichst hohe Wahlbeteiligung legitimiert und motiviert die Gewählten im Besonderen, sich ehrenamtlich für den ärztlichen Berufsstand in Sachsen einzusetzen und Gehör zu finden. Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, entscheiden mit Ihrer Stimme auch, ob sich in der Kammerversammlung alle drei Säulen unseres Gesundheitswesens, also angestellte und niedergelassene Ärzte sowie die Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst, gleichermaßen wiederfinden. Ich freue mich insbesondere auf die Mitwirkung aller Kolleginnen und des ärztlichen Nachwuchses in der nächsten Wahlperiode.

Nutzen Sie Ihr Wahlrecht bis zum 1. April 2019. Geben Sie uns die Gelegenheit, auch für Sie aktiv werden zu können!

Mit kollegialen Grüßen



Erik Bodendieck
Präsident der Sächsischen Landesärztekammer

  • Informationen und Kandidatenliste
    www.slaek.de
      > Über die SLÄK > Kammerwahl

                                                           – Information der Sächsischen Landesärztekammer –