Sie befinden sich hier: Startseite » Mitglieder » KVS-Mitteilungen » 2018 » 11/2018 » E-Health

Telematikinfrastruktur: Frist zur Anbindung wird verlängert

Ärzte und Psychotherapeuten haben ein halbes Jahr mehr Zeit für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur. Bundesgesund-heitsminister Jens Spahn hat Anfang Oktober angekündigt, die Frist bis zum 30. Juni 2019 zu verlängern. Allerdings müssen Praxisinhaber bis Ende dieses Jahres zumindest einen Anschluss bestellt haben. Der Online-Abgleich der Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte wird dann ab 1. Juli 2019 zur Pflicht.

„Die Entscheidung war längst überfällig. Nun kommt es auf die genaue Gesetzesformulierung an“, betonte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel, der sich seit Monaten in der Politik für eine Terminverschiebung stark gemacht hat.

Im August hatte die KV Bayerns eine Petition „Telematikinfrastruktur: Fristverlängerung muss jetzt kommen!“ im Bundestag eingereicht, die von vielen Kassenärztlichen Vereinigungen, darunter auch der KV Sachsen, unterstützt worden war. Hintergrund der Forderung: Nach aktu-eller Gesetzeslage sollten bundesweit alle Praxen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten bis zum 31. Dezember 2018 an die TI angebunden sein. Erfülle eine Praxis diese Vorgabe nicht, drohe per Gesetz ein Honorarabzug in Höhe von einem Prozent. Die Zeitverzögerungen beim Aufbau der TI waren allerdings nicht durch die Ärzte und Psychotherapeuten verschuldet, sondern lagen vor allem an der verzögerten Marktentwicklung für die benötigte Hardware.

Schon lange war klar, dass aufgrund von Lieferengpässen der Industrie der Zeitplan nicht zu halten sein würde. Nach Einschätzung der Betreibergesellschaft gematik werden bis Jahresende weniger als ein Drittel der Praxen an dem neuen Datennetz angeschlossen sein – Stand Anfang Oktober 2018.

Zuschlag für größere Praxen

Größere Praxen sollen zur Finanzierung der Anbindungskosten an die Telematikinfrastruktur einen Komplexitätszuschlag bekommen. Der Zuschlag wird zusätzlich zu der Pauschale für die Erstausstattung gezahlt und soll den besonderen Aufwand für die Einbindung weiterer stationärer Kartenterminals abdecken. Der Komplexitätszuschlag kann ab Oktober durch die Kassenärztlichen Vereinigungen ausgezahlt werden. Der Anspruch gilt rückwirkend auch für berechtigte Praxen, die bereits die Pauschale für die Erstausstattung erhalten haben und an die TI angeschlossen sind.

Die Vereinbarung, die die KBV dazu mit dem GKV-Spitzenverband getroffen hat, sieht konkret vor, dass Praxen mit mehr als drei Ärzten und/oder Psychotherapeuten einmalig 230 Euro erhalten und Praxen mit mehr als sechs Ärzten und/oder Psychotherapeuten einmalig 460 Euro. Grundlage für die Ermittlung der Anzahl der Ärzte in der Praxis ist deren Tätigkeitsumfang laut Zulassungs- und Genehmigungs-bescheid (kumuliertes Vollzeitäquivalent). Die KBV hatte sich für höhere Erstattungsbeträge eingesetzt, da die Einbindung mehrerer statio-närer Kartenterminals einen besonderen Aufwand bedeutet.

Informationen  
www.kbv.de  > Service > Service für die Praxis > Telematikinfrastruktur


                                                     – nach Informationen der KBV und der KV Bayerns/pfl –

Digitalisierung: Möchten Sie schon heute Praxis der Zukunft werden?

Innovationsfreundliche Praxen können schon demnächst digitale Anwendungen der Zukunft daraufhin testen, ob sie den Versorgungsalltag verbessern werden. Im Rahmen des Projektes KBV-Zukunftspraxis bieten die KV Sachsen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung die Möglichkeit zum Praxistest im doppelten Wortsinn: Zehn digitale Anwendungen haben es ins Finale einer mehrmonatigen Auswahlphase geschafft und dürfen sich nun in ausgewählten Praxen bewähren.

Die Anwendungen lassen sich in vier Gruppen gliedern: Medizinprodukte, Dienste für bessere Prozessabläufe in Praxen, Anwendungen aus dem Bereich Dokumentation sowie Cloud-basierte Praxisverwaltungssysteme. Ihnen ist gemein, dass sie Vorteile für Ärzte und/oder Patienten bringen sollen; sei es im Hinblick auf die Versorgungsqualität, auf den Austausch von Informationen oder auf den Bürokratieaufwand im Praxismanagement. Im Praxistest geht es um die Frage, ob sie dieses Versprechen halten und ob Ärzte und Praxispersonal sie als alltagstauglich und hilfreich erleben.

Gesucht werden hierfür Praxen, die eine der Anwendungen etwa zwölf bis 18 Monate lang in ihren Betrieb integrieren und testen.

Sie werden dabei eng von der KBV und der KV Sachsen begleitet und unterstützt. Ihre Erfahrungen halten die Zukunftspraxen regelmäßig in Form von Fragebögen fest. Grundsätzlich können sich alle Praxen bewerben. Nur für den Test zweier Dienste werden bestimmte Fachgruppen gesucht: Hierbei geht es zum einen um einen Sensoren-Aufsatz für Inhalatoren und zum anderen um ein Gerät zur Untersuchung von Hautveränderungen.

Ziel der KBV ist es, die Praxen so zu unterstützen, dass sie finanziell nicht belastet werden. Der zeitliche Aufwand, beispielsweise für Schulungen oder die Umstellung auf neue Prozesse, kann jedoch nicht vergütet werden.

Getestet werden folgende Anwendungen:

  • XpertEye (Hersteller: AMA Xpert Eye GmbH) mit der Fragestellung: Ist eine Option für eine Verbesserung der ärztlichen Versorgung von Heimbewohnern und nicht mobilen Patienten gegeben?
  • Idana (Hersteller: Tomes GmbH) mit der Fragestellung: Erfolgt eine Verbesserung der Anamnese und eine Vereinfachung der Praxisabläufe? Und wie werden diese Daten genutzt?
  • DermaFC (Hersteller: Magnosco GmbH) mit der Fragestellung: Stellt das Produkt eine sinnvolle Diagnoseunterstützung für Dermatologen und Hausärzte dar?
  • Aaron.ai (Hersteller: Aaron GmbH) mit der Fragestellung: Ist damit ein Bürokratieabbau in den Praxen erreichbar?
  • Respiro (Hersteller: Amiko Digital Health Limited) mit der Fragestellung: Erfolgen eine subjektive Verbesserung der Therapiewirksamkeit und eine Unterstützung des Managements von chronisch erkrankten Patienten? Wie stellt sich die Akzeptanz bei Ärzten und Patienten dar?
  • intellipix (Hersteller: zollsoft GmbH) mit der Fragestellung: Verbessert das Produkt die Kooperation von Fach- und Hausärzten? Unterstützt es Haus- und Hautärzte bei der internen Praxisorganisation?
  • Ada – Your Health Guide (Hersteller: Ada Health GmbH) mit der Fragestellung: Wie wird ein solches Tool bei Ärzten und Patienten akzeptiert?
  • KLINDO (Hersteller: KLINDO GmbH) mit der Fragestellung: Ist dies eine sinnvolle Option zur Reduktion von Bürokratieaufwand in psychotherapeutisch orientierten Praxen? Stellt dies eine sinnvolle digitale Diagnoseunterstützung dar?
  • doctorly (Hersteller: doctorly GmbH) mit der Fragestellung: Wie stellen sich Nutzen und Akzeptanz einer kooperativen PVS-Ausrichtung zwischen Arzt und Patient dar?

Hinweis: Eine Evaluation kann erst nach der Zertifizierung durch die KBV als PVS gestartet werden.

  • RED Medical (Hersteller: RED Medical Systems GmbH) mit der Fragestellung: Wie erweisen sich Nutzen und Akzeptanz einer solchen virtualisierten PVS-Lösung? Wird in der Praxis durch die vollständig externe Systembetreuung Zeit eingespart?

So können Sie sich bewerben

Interessierte Praxen können sich bis voraussichtlich Dezember 2018 bewerben. Hierfür finden Sie einen Fragebogen, weitere Informationen zum Projekt sowie eine Liste der teilnehmenden digitalen Anwendungen auf der Internetpräsenz der KBV. Den ausgefüllten Bewerbungsfragebogen senden Sie bitte an die unten angegebene Mailadresse.

Informationen
www.kbv.de  > Service > Für Anbieter von Gesundheits-IT > KBV-Zukunftspraxis

Bewerbung:zukunftspraxis@kbv.de
www.kvsachsen.de  > Aktuell > Online-Angebote
Landesgeschäftsstelle
Daniel Hanzlik
E-Mail: daniel.hanzlik@kvsachsen.de

                                                                       – Information der KBV –