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Probleme im direkten Kontakt lösen

Dipl.-Med. Peter Raue ist seit 2007 Mitglied der Bereitschaftsdienstkommission und derzeit ihr Vorsitzender. Außerdem hat er momentan kommissarisch die Ärztliche Leitung der Bereitschaftsdienstpraxen in der Modellregion Delitzsch / Eilenburg inne. Wir sprachen mit ihm über den Stand der Bereitschaftsdienstreform in Sachsen.

Die Umsetzung der Bereitschaftsdienstreform ist in vollem Gange. Wie schätzen Sie die Startphase ein?

Zuerst muss man sagen, dass uns diese Reform vom Gesetzgeber vorgeschrieben wurde. Dadurch erhielt auch die KV Sachsen die Aufgabe, den Bereitschaftsdienst durch die Einrichtung von Bereitschaftsdienstpraxen „in oder an Krankenhäusern“ oder durch die Einbindung der Notfallambulanzen der Krankenhäuser in den Bereitschaftsdienst zu sichern. Dies stellt für die vertragsärztliche Tätigkeit ein Großprojekt besonderer Art dar. Auch ist sie nicht nur eine Herausforderung für die Kolleginnen und Kollegen – müssen wir uns doch auf ziemlich viel Neues einstellen – sie ist auch eine Belastungsprobe für die unmittelbar an der Erarbeitung und Umsetzung des Reformkonzepts Beteiligten. Insofern möchte ich sagen, dass der Start mit den drei Modellregionen Annaberg / Zschopau, Delitzsch / Eilenburg und Görlitz / Niesky trotz einiger Herausforderungen als erfolgreich einzustufen ist. Auswertbare Zahlen werden sicher zu einem späteren Zeitpunkt zu erwarten sein. Als kommissarischer Ärztlicher Leiter kann ich für Delitzsch / Eilenburg sagen, dass die Akzeptanz bei den jeweils benachbarten Notaufnahmen sehr gut ist. Kleinere, meist organisatorische, Probleme wurden nach Möglichkeit im direkten Kontakt gelöst. Im Fahrdienst gibt es noch Probleme, die nach der Evaluation gelöst werden sollen. Bei dringendem Handlungsbedarf wird aber schon laufend korrigiert.

Welche Aufgaben hat der Ärztliche Leiter einer Bereitschaftsdienstpraxis zu erfüllen?

Er ist Ansprechpartner für alle Mitarbeiter für logistische Fragen. Ein paar administrative Arbeiten sind zu bewältigen, was Ausstattung und Sprechstundenbedarf angeht. Das mache ich für Delitzsch und Eilenburg im Rahmen von Terminen vor Ort. Als kommissarischer Leiter ist diese Tätigkeit befristet. Ich bin aber immer für organisatorische Fragen ansprechbar. Fachlich ist jeder Bereitschaftsarzt natürlich selbst in der Verantwortung. Förderlich ist auf jeden Fall eine gute Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern und den Notaufnahmen. Es wäre schön, wenn sich für Delitzsch / Eilenburg auf Dauer ein Ärztlicher Leiter finden würde.

Als Vorsitzender der Bereitschaftsdienstkommission haben Sie die Reformvorhaben eng begleitet. Was kann die Kommission bewirken?

Die BD-Kommission setzt sich aus sechs gewählten Mitgliedern der Vertreterversammlung zusammen. Diese kommen aus jedem Regierungsbezirk und wählen aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden. Wir beraten den Vorstand der KV Sachsen, bevor dieser seine Entscheidungen zu bereitschaftsdienstlich relevanten Themen trifft. Tatsächlich hatten wir im vergangenen Jahr fünfmal so viele Zusammenkünfte wie im Vorjahr. Ich denke, unsere Meinung wird gehört und respektiert, vertreten wir doch nicht nur unsere persönlichen Ansichten, sondern auch die Meinung der Ärzteschaft, die an uns herangetragen wird. Hier möchte ich die Kolleginnen und Kollegen bitten, gern ihre Anfragen an unsere BD-Kommission zu richten.

Informationen

www.kvsachsen.de > Über uns > Vertreterversammlung > Kommissionen der Vertreterversammlung

                                                                                                     – Öffentlichkeitsarbeit/pfl –