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KVS-Mitteilungen - Ausgabe 09/2018

Ausgabe 09/2018

zum Inhalt dieser Ausgabe

Bereitschaftsdienst



Zentrale Anlaufstellen zur besseren Patientenversorgung

Die im Oktober 2017 beschlossene Neustrukturierung des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes nimmt Fahrt auf. Anfang Juli startete der Betrieb der Portalpraxen in den drei Pilotregionen Annaberg / Mittlerer Erzgebirgskreis, Görlitz-Niesky und Delitzsch.

Die folgende Karte zeigt die 23 neuen Bereitschaftsdienstbereiche. In den drei – in der Karte grün hervorgehobenen – Pilotregionen Annaberg /Mittlerer Erzgebirgskreis, Delitzsch / Eilenburg und Görlitz /Niesky nahmen die neuen Bereitschaftspraxen Anfang Juli den Betrieb auf. Sie befinden sich am jeweiligen Klinikum der Städte Annaberg, Zschopau, Delitzsch, Eilenburg und Görlitz. Die Bereitschaftspraxis in Niesky besteht schon seit Januar 2017. Die Bereitschaftsdienstreform ist ein „lernendes System“. Erfahrungen aus den Pilotregionen fließen in die Evaluierung ein und bestimmen den weiteren Verlauf der Reform in den übrigen Regionen.
Für Fragen dazu stand Geschäftsführer Dieter Gerlich, Projektleiter der Struktureinheit Bereitschaftsdienst der KV Sachsen, Rede und Antwort.

Auf welche Erfahrungen konnte zurückgegriffen werden?

Seit Januar 2017 ist die Bereitschaftspraxis am Diakonissen-Krankenhaus Emmaus in Niesky ein gutes Beispiel für die funktionierende enge Zusammenarbeit zwischen ambulantem und stationärem Sektor. Schon hier zeigte sich deutlich, dass aufgrund der räumlichen Nähe zum Krankenhaus effizientere Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Da die Patienten zum Arzt kommen und nicht der Arzt zum Patienten, können sich Ärzte in der Bereitschaftszeit vor allem ihrer medizinischen Tätigkeit widmen. Weitere Bereitschaftspraxen der KV Sachsen, die zumeist fachärztlich ausgerichtet sind (Augenheilkunde, Chirurgie, HNO, Kinder- und Jugendmedizin), bestehen bereits in Kooperation mit den jeweiligen Kliniken in Chemnitz, Dresden und Leipzig sowie an Krankenhäusern in Wurzen und Bautzen.
Erfahrungen aus dem Freistaat Bayern, in dem schon seit knapp drei Jahren die KV Bereitschaftspraxen betreibt, haben ergeben, dass die Nachfrage in den Notaufnahmen der betreffenden Bereiche deutlich gesunken ist.

Was kennzeichnet die Pilotregionen in Sachsen?

Ausgewählt wurde jeweils eine Region aus den drei Geschäftsbereichen Chemnitz, Dresden und Leipzig. Ausschlaggebend für die Wahl der einzelnen Standorte waren zum Teil bereits vorhandene Strukturen für eine Bereitschaftsdienstpraxis und Orte, in denen ein höherer Handlungsdruck vorlag. Ebenso war das gemeinsame Interesse mit dem jeweiligen Krankenhaus an der Entlastung der Notaufnahmen ausschlaggebend. Die vier Praxen in Annaberg, Zschopau, Görlitz und Delitzsch wurden am 4. Juli, die in Eilenburg am 7. Juli 2018 eröffnet. Die Öffnungszeiten wurden nach dem jeweiligen Bedarf an den Standorten festgelegt. Patienten wählen die bundesweit einheitliche Telefonnummer 116117. Die Bereitschaftsdienstvermittlungszentrale der KV Sachsen in Leipzig informiert dann über geöffnete Bereitschaftsdienstpraxen und vermittelt Hausbesuche.

Wer leitet die Bereitschaftsdienstpraxen?

Es ist strukturell vorgesehen, dass es für jede Bereitschaftspraxis einen ehrenamtlichen Ärztlichen Leiter gibt. Dazu wurden vom Vorstand der KV Sachsen bestellt: Herr Dipl.-Med. Peter Raue für Delitzsch und Eilenburg, Herr Dr. med. Leonhard Großmann für Görlitz, Herr Dr. med. Axel Rausendorff für Annaberg und Herr Dipl.-Med. Veikko Stahn für Zschopau. In Niesky, wo die Praxis bereits seit Januar 2017 betrieben wird, ist Herr Volker Höynck der Ärztliche Leiter und somit Ansprechpartner.

Wie verlief die Startphase?

Der Auftakt wurde in allen drei Regionen positiv wahrgenommen: Die Bereitschaftspraxen sind gut erreichbar und zentral gelegen. Mit dem Hintergrund der Krankenhausstruktur kann der diensthabende Arzt bei Bedarf auf Funktionsbereiche im Krankenhaus zurückgreifen. Patienten erhalten die adäquate Versorgung und können nach Dringlichkeit zugeordnet werden. Selbst wenn es keinen gemeinsamen Tresen von Bereitschaftspraxis und Notaufnahme gibt, sind die Wege doch kurz. Positiver Nebeneffekt: Der Kontakt zwischen niedergelassenen Ärzten und Klinikärzten wird intensiver.

Welche Probleme gab es im Vorfeld der Praxiseröffnungen – und sind sie behoben?

Zur Einrichtung der Räumlichkeiten mussten Geräte angeschafft, EDV-Installationen durchgeführt, Sprechstundenbedarf bestellt, die Beschilderung angebracht und viele weitere organisatorische Maßnahmen durchgeführt werden. Dies lief nicht problemlos ab, es konnte aber alles bis zum Eröffnungstermin grundsätzlich bereitgestellt werden. Größtes Problem war die Personalgewinnung. Jedoch mittlerweile gibt es für die Bereitschaftsdienstpraxen ausreichend Personal.

Wie geht es weiter?

Nach Evaluation der Pilotphase soll die Bereitschaftsdienstreform ab Herbst 2019 schrittweise auf ganz Sachsen ausgerollt werden. Für das bevorstehende Rollout werden dann wieder intensiv Mitarbeiter / innen für die weiteren neuen Bereitschaftsdienstpraxen gesucht. Die Stellenbeschreibungen können auf der Internetseite der KV Sachsen eingesehen werden.

Weitere Informationen


                                                                                            – Öffentlichkeitsarbeit/pfl –