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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 01/2018

„Wir sind stark genug, um viele Dinge selbst in die Hand zu nehmen“

Auf der KBV-Vertreterversammlung am 8. Dezember vermittelten die Vorstände klare Botschaften. Gesundheitssystem reformieren aber nicht zerstören, Bekenntnis zur Freiberuflichkeit und gute Qualitätssicherung ohne Bürokratie.

Problem ist Dauerzwangsrabatt
„Weg mit der Budgetierung! Die war schon immer falsch. Sie ist es erst recht unter den sich ändernden Bedingungen einer immer mehr zunehmenden Ambulantisierung der Medizin“, erklärte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV auf der Vertreterversammlung in Berlin. Er machte eine Rechnung mit eindeutigem Ergebnis auf: „Ausgehend vom Leistungsbedarf des Jahres 2016 würde die Ausbudgetierung der fachärztlichen Grundleistungen rund 350 Millionen Euro kosten. Das sind Peanuts im Vergleich zum Finanzpolster von 19 Milliarden Euro, auf dem die Krankenkassen derzeit ruhen.“

Er kritisierte, dass die Politik die Kliniken längst aufgegeben hat. „Es traut sich nur keiner, das zu sagen“, so Gassen. „Unter solchen Umständen müssen wir die Weichen stellen, dass der ambulante Sektor fit gemacht wird. Unsere Ideen für eine Umwandlung von stationären in teilstationäre Strukturen oder in ambulante Versorgungsangebote finden mittlerweile immer mehr Gehör. Und dieser fitgemachte ambulante Sektor ist ein klares Angebot an unsere Kolleginnen und Kollegen in den Kliniken. Denn die wollen wir unbedingt mitnehmen“, führte Gassen aus.

„Finger weg von Experimenten wie der Bürgerversicherung oder einer einheitlichen Gebührenordnung“, warnte der KBV-Chef. „Das Problem sind nicht verschiedene Versicherungsarten, das Problem ist ein Dauerzwangsrabatt der Ärzte an die Krankenkassen.“ Die von manchen Experten beschriebene Zwei-Klassen-Medizin bestehe eigentlich nur bei den Ärzten. „Ein Euro angefordertes Honorar in der PKV ist ein Euro auf dem Konto, ein Euro angefordertes Honorar in der GKV bedeutet ungefähr 80 bis 90 Cent, abhängig nach Region und Versorgungsbereich“, rechnete Gassen vor.

Dialogbereitschaft mit Kliniken signalisiert
„Wir haben Irrwegen wie der Idee einer Bürgerversicherung etwas entgegenzusetzen: Die Prinzipien der Freiberuflichkeit und der Selbständigkeit. Sie sind das Rückgrat der hochwertigen medizinischen Versorgung in unserem Land, und ihr Stellenwert kann nie hoch genug angesetzt werden“, erklärte auch der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister. In seinem gesundheitspolitischen Ausblick ging er auf das Thema der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen ein. Dabei betonte er: „Daran lässt sich gut zeigen, dass Selbstverwaltung gut funktionieren kann, wenn man sie nur machen lässt.“ Als Beispiel griff er die Debatte um die Notfallversorgung heraus: „Uns ist es gelungen, ein Konzept von Bereitschaftsdienst und ambulanter Notfallversorgung zu entwickeln, das in die Zukunft weist – das uns aber auch einige Flexibilität abverlangt.“ Dialogbereitschaft signalisierte er auch in Richtung der Kliniken: „Uns allen ist klar, dass die Umwandlung von stationären in ambulante Strukturen nur in Kooperation mit den Klinikärzten vollzogen werden kann.“

Darüber hinaus kam Hofmeister auf die Laborreform zu sprechen. „Der Kompromiss von 2016 war nur der erste Schritt. Nun folgt Runde zwei, bei der wir medizinisch-inhaltlich darüber nachdenken wollen, was eine gute Laborversorgung qualitativ ausmacht“, so der KBV-Vize. Er erhofft sich davon gute Argumente auch für die Verhandlungen mit den Krankenkassen, um bestimmte Laborleistungen extrabudgetär stellen zu können. Beim Blick in die Zukunft machte er auch auf die Diskussionen um die Bedarfsplanung sowie die steigende Arbeits- und Bürokratiebelastung der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen aufmerksam.

Hohe Qualität der ambulanten Versorgung
Es ist an der Zeit, dass wir in Sachen Qualitätssicherung unsere Stärken ausspielen“, erklärte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Er stellte klar: „Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten leisten eine hervorragende und qualitativ hochwertige Arbeit. Doch das wollen und müssen wir deutlicher und lauter vernehmbar sagen.“ Gerade niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten seien „nah am Patienten“ erklärte er. Sie seien Spezialisten für chronische Erkrankungen, betreuten oftmals multimorbide Patienten mit langen und komplizierten Krankheitsverläufen. Diese Stärken der Niedergelassenen würden mit der fortschreitenden Ambulantisierung der Medizin an Bedeutung gewinnen. „Wir begreifen Qualität als wesentliches Sicherstellungsmerkmal“, betonte Kriedel.

Er erinnerte daran, dass mit dem Schlagwort Qualität politische Kämpfe einhergingen. „Wir befinden uns in einem Wettbewerb mit dem stationären Sektor. Die Politik fördert einseitig die Krankenhäuser.“ Für ihn stand daher fest: „Wir müssen laut und vernehmbar darüber sprechen, wie hoch die Qualität in der ambulanten Versorgung ist.“ Er legte Wert darauf, dass eine gute Qualitätssicherung nicht mit einer Zunahme an Bürokratie einhergehen darf. „Wir fordern ein Abbauziel von 25 Prozent der Bürokratie innerhalb von fünf Jahren“, erinnerte Kriedel. Würde dieses Ziel erreicht werden, hätten Ärzte 13 Millionen Stunden mehr Zeit für ihre Patienten gewonnen.

Auch auf das Thema E-Health ging das KBV-Vorstandsmitglied ein. „Ich bin mir sicher, dass das E-Health-Gesetz II kommen wird, egal wie die neue Regierung aussieht“, führte er aus. Er benannte zwei Anforderungen an ein neues Gesetz: Wichtig sind aus seiner Sicht vor allem der Wegfall sanktionsbewährter Fristen bei der Umsetzung von E-Health-Strategien und eine Anpassung des Fernbehandlungsverbots zugunsten der Telemedizin. „Digitalisierung und Qualität sind Querschnittsthemen, die sich durch die gesamte vertragsärztliche Versorgung ziehen“, fasste er zusammen.

Realitätssinn angemahnt
Zuversichtlich fiel der Blick des Vorstandes ins nächste Jahr aus. „Mit unserem Konzept KBV 2020 haben wir einen großen inhaltlichen Bogen geschlagen. Wir sind gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen als Gesamtsystem wieder sprachfähig geworden. Diese Qualität müssen wir uns erhalten, um dem ungezügelten Leistungsversprechen der Politik etwas Realitätssinn entgegenzusetzen. Wir sind stark genug, um viele Dinge selbst in die Hand zu nehmen.“ So Andreas Gassen abschließend.

                                     - Pressemitteilung der KBV vom 8. Dezember 2017 –

Einheitliche Gebührenordnung ist das Einfallstor für die Bürgerversicherung

Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, hat der im Zuge einer sogenannten Bürgerversicherung diskutierten einheitlichen Gebührenordnung für gesetzliche und private Krankenversicherung eine klare Absage erteilt.

„Der im einheitlichen Bewertungsmaßstab EBM implementierte Versuch, durch Regulierungsmechanismen Kosten und Beiträge im Bereich der ärztlichen Versorgung in einem künstlichen Gleichgewicht zu halten, kann keine Grundlage für die ärztliche Tätigkeit in freier Berufsausübung sein“, sagte Reinhardt. Wo auch immer eine mögliche Große Koalition den Hebel ansetze, müsse auch künftig die Behandlung eines Patienten auf Grundlage einer individuellen Vereinbarung möglich sein. Dazu bedürfe es einer – der freien Berufsausübung angemessenen – Gebührenordnung, die nicht den sogenannten „WANZ“ – Kriterien (wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig) unterliege und feste Preise für alle erbrachten Leistungen garantiere.

Die Darstellung, Ärzte erhielten für Leistungen in der privaten Krankenversicherung mehr Geld als im EBM, wies Reinhardt mit dem Hinweis auf fehlende Vergleichbarkeit zurück. „Solche Aussagen entbehren schon allein deshalb jeglicher Grundlage, weil im EBM überhaupt nicht für einzelne Leistungen, sondern über Pauschalvergütungen bezahlt wird“. Der Unterschied beider Systeme ergebe sich im Kern durch die Budgetierung der ärztlichen Gesamtvergütung im GKV-System, indem Leistungen – durch Mengenobergrenzen bzw. Quotierung oder Abstaffelung der Vergütung – überhaupt nicht mehr oder nur teilweise bezahlt werden“, sagte Reinhardt. Wenn also überhaupt Modelle einer Angleichung der Gebührenordnungen erwogen werden könnten, dann nur, wenn sichergestellt sei, dass wirklich jede erbrachte ärztliche Leistung ohne Abstriche bezahlt würde. Ansonsten bliebe am Ende die einheitliche Gebührenordnung nichts anderes als das Trojanische Pferd, das die Einheitskasse in die Mauern des deutschen Gesundheitssystems tragen würde.

Informationen
www.kvsachsen.de > Mitglieder > Abrechnung > EBM                                               

                           - Pressemitteilung des Hartmannbundes vom 13. Dezember 2017 –

Aktuelle Studie: zu viel Bürokratie im Gesundheitswesen

Kaum eine Branche in Deutschland ist so stark reglementiert wie das Gesundheitswesen. Bis zu drei Stunden täglich befassen sich Ärzte inzwischen mit dem Ausfüllen von Formularen oder der Dokumentation ihrer Arbeit.

Zu viel Bürokratie im Gesundheitswesen: Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie der Initiative Gesundheitswirtschaft Rhein Main. Grundlage der Studie waren Interviews mit Führungskräften in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Arztpraxen. „Der kleinteilige Regulierungswille der Politik zeigt sich besonders ausgeprägt bei der Diskussion über Qualität und Personal, aber auch bei Kontrollen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Die Flut von Vorschriften muss ein Ende haben“, erklärt Florian Gerster, Vorsitzender der Initiative Gesundheitswirtschaft RheinMain.

Die Ergebnisse waren eindeutig. Die Zahl der Vorschriften und Regeln haben aus Sicht der Befragten in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Als Irrweg bezeichnen viele der Befragten die Absicht, Qualität durch eine Flut von Kontrollen, Sanktionen, Mengenbegrenzungen und Vergütungsabschlägen erzielen zu wollen. Damit fördere die Politik anstelle der gewünschten besseren Qualität und Spezialisierung eher Gleichmacherei und Mittelmaß. Das sei auch nicht im Sinne der Patienten. Gute Leistung werde auf diese Weise bestraft. „Nicht Sanktionen, sondern Transparenz und Handlungsfreiräume führen zu einem funktionierenden Qualitätswettbewerb“, schlussfolgert Gerster.

Ein Team des Instituts for Health Care Business GmbH um den erfahrenen Gesundheitsökonomen Professor Dr. Boris Augurzky wertete im Sommer und Herbst 2017 zahlreiche Dokumente aus, wälzte Gesetzesbücher und befragte rund zwei Dutzend leitende Ärzte und Gesundheitsmanager aus Praxen, Rehakliniken, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern der Rhein-Main-Region und aus anderen Teilen Deutschlands. Die überwiegende Meinung: Die Regulierungsdichte im Gesundheitssystem sei ausgeufert. Manche Ärzte kümmerten sich bis zu drei Stunden täglich um Formulare anstatt um ihre Patienten. Ursachen seien unter anderem zu viele Detailkontrollen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, neue Auflagen bei der Entlassung von Patienten, die schleppende Entwicklung der Digitalisierung in Deutschland, geplante Vorgaben für die Anzahl von Mitarbeitern im Pflegedienst, überhöhte Anforderungen bei der Zertifizierung und Dokumentation sowie Reibungsverluste an den Sektorengrenzen ambulant-stationär, notierten die Wissenschaftler.

Professor Augurzky und sein Team leiten aus der Studie zudem die folgenden zehn Handlungsempfehlungen zum Abbau von Bürokratie an die Politik ab:

  • Stopp weiterer Bürokratie und Einsetzung einer Task-Force Entbürokratisierung durch den Bundestag zur Identifikation und zum Monitoring bestehender Regelungen und Gesetze
  • Schaffung einer einheitlichen Telematik-Infrastruktur, sektorenübergreifender Kommunikationskanäle und eines effizienten Datenschutzes
  • Schaffung effizienterer Prüfverfahren des MDK und Gewährleistung der Unabhängigkeit der Prüfer
  • Outcome- statt Input-Orientierung. Die betriebsinterne Allokation der vorhandenen Ressourcen muss Aufgabe des Leistungserbringers sein
  • Schaffung von Qualitätstransparenz sollte idealerweise mit bestehenden Daten oder auf Basis der (künftigen) elektronischen Patientenakte (ePA) erfolgen
  • Reduktion der regionalen Vielfalt in der Regulierung durch Harmonisierung von länderspezifischen Vorgaben und mehr Beständigkeit von Vorgaben
  • Preise der stationären Pflege freigeben und auf Preiswettbewerb setzen
  • Pauschalierte Investitionsfördermittel statt komplexer und aufwändiger Förderanträge und ergänzend dazu Mittel aus dem Strukturfonds
  • Schaffung von juristischer Sicherheit und Reduktion von Haftungsrisiken
  • Entbürokratisierung an der Schnittstelle ambulant-stationär


Informationen
www.gesundheitswirtschaft-rhein-main.de           

 – Pressemitteilung der Initiative Gesundheitswirtschaft RheinMain, vom 12. Dezember 2017 –

Praxisausweis für Telematikinfrastruktur – erster Anbieter erhält Zulassung

Die KBV hat die Sektorenzulassung für den elektronischen Praxisausweis erteilt. Vertragsarzt- und Vertragspsychotherapeutenpraxen ist es nun möglich, sich an die Telematikinfrastruktur anzuschließen.

„Ich freue mich sehr darüber, dass nun mit dem Praxisausweis den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten auch das letzte Puzzleteil für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) durch den ersten Anbieter zur Verfügung gestellt wird. Dies ist ein bedeutender Schritt nach vorn für die sektorenübergreifende Vernetzung im Gesundheitswesen“, sagte Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Als erster Produzent der elektronischen Praxisausweise, der sogenannten SMC-B (Security Module Card Typ B), wurde die Bundesdruckerei zugelassen. Der Praxisausweis ist eine Komponente der vielfältigen technischen Voraussetzungen, die für die Anbindung an die TI notwendig sind. Dieser ermöglicht es den Praxen, sich gegenüber dem digitalen Gesundheitsnetzwerk sicher zu authentifizieren. Weitere Zulassungen für Anbieter von Praxisausweisen erwartet die KBV Anfang 2018. „Ärzte und Psychotherapeuten sollten darauf achten, welches Angebot für sie am besten ist“, so Kriedel.

Beantragen können Praxen den Ausweis grundsätzlich bei zugelassenen Kartenherstellern. Der Anbieter holt dann bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung die Bestätigung darüber ein, dass der Antragssteller tatsächlich Vertragsarzt oder -psychotherapeut ist und damit Anspruch auf einen Praxisausweis hat.

Hintergrund: Die TI hat zum Ziel, alle Beteiligten im Gesundheitswesen, wie Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken und Krankenkassen, miteinander zu vernetzen. So wird die Online-Kommunikation sektorenübergreifend zwischen den einzelnen Akteuren im Gesundheitswesen möglich. Nach dem E-Health-Gesetz sollen alle Praxen bis zum 1. Januar 2019 an die TI angeschlossen sein und als erste Anwendung das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchführen können. Folgen sollen der Notfalldatensatz und die elektronische Variante des bekannten Medikationsplans.

Informationen und Downloads
www.kvsachsen.de > Mitglieder > Telematikinfrastruktur

Videointerview
www.kv-on.de > Service > Ausstattung und Finanzierung

                                                    – Pressemitteilung der KBV vom 7. Dezember 2017 –

Patient muss Souverän seiner Daten bleiben

Wie Big Data im Gesundheitswesen unter Wahrung von Persönlichkeitsinteressen sinnvoll genutzt werden kann, erklärt der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Prof. Peter Dabrock in einem Interview.

„Ein Zurück in eine Vor-Big-Data-Zeit ist nicht realistisch. Vielmehr müssen wir uns fragen, um welcher Ziele willen wir diese Technologien nutzen wollen.“ Das betont Prof. Peter Dabrock, Vorsitzender des Deutschen Ethikrates, im Interview mit „KBV Klartext“, dem Magazin der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Dies gelte ganz besonders für das Gesundheitswesen. Entscheidend dabei sei, bisherige Regeln den veränderten Bedingungen anzupassen: „Wenn wir die Vorteile von Big Data im Gesundheitsbereich nutzen wollen, dann müssen wir uns eingestehen, dass wir mit dem gut bewährten Paradigma der informationellen Selbstbestimmung und der alten Datenschutzprinzipien nicht mehr einfach fortfahren können. Der Ethikrat schlägt deshalb vor, vom ‚Datenschutz‘ auf ein neues Konzept der ‚Datensouveränität‘ umzusteigen. Wir nennen das ‚informationelle Freiheitsbestimmung‘“, erklärt Dabrock.

Nötig seien dafür neue technische Möglichkeiten, die es dem Einzelnen erlauben, in den Verwertungsprozess seiner persönlichen und vor allem gesundheitsbezogenen Daten jederzeit eingreifen zu können. Die Bürger sollten außerdem die Möglichkeit haben, „sich proaktiv als ‚Datenspender‘ zur Verfügung zu stellen“, so Dabrock weiter.

Dies hat der Ethikrat in seiner Ende November veröffentlichten Stellungnahme zum Thema „Big Data und Gesundheit“ weiter ausgeführt. Er hat damit einen Vorschlag der KBV aufgegriffen, wonach es Bürgern ermöglicht werden sollte, Gesundheitsdaten auf freiwilliger Basis zu spenden und beispielsweise für die Forschung zur Verfügung zu stellen. Dies müsse allerdings unter Wahrung eines strengen und effektiven Datenschutzes mit konkreter Zweckbindung der Daten geschehen.

Vollständiges Interview
www.kbv.de > Aktuell > Presse > Pressemitteilungen
                                                

                                                – Pressemitteilung der KBV vom 14. Dezember 2018 –