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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 12/2017

Ausgabe 12/2017

zum Inhalt dieser Ausgabe

Veranlasste Leistungen



Zuzahlungsbeträge für die Abgabe von Heilmitteln ab 1. Januar 2018

Aufgrund von Anpassungen der Vergütungen im Heilmittelbereich einzelner Krankenkassen auf die vom GKV Spitzenverband veröffentlichten Preisuntergrenzen werden die Zuzahlungsbeträge für die Abgabe von Heilmitteln in Arztpraxen mit Wirkung zum 1. Januar 2018 angepasst.

Für einzelne Heilmittelleistungen, die in Arztpraxen erbracht und abgerechnet werden, sind nach § 32 (2) SGB V von Versicherten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, zu den Kosten der Heilmittel entsprechende Zuzahlungen zu leisten.

Bei von der Zuzahlung befreiten Patienten (z. B. bei Vorlage eines gültigen Befreiungsausweises oder Kindern / Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr) ist die jeweilige Gebührenordnungspositionen (GOP) mit dem Buchstaben „A“ zu kennzeichnen (z. B. 30400A).
Nur im Fall der Kennzeichnung kann gewährleistet werden, dass kein Einbehalt der Zuzahlungen vom ärztlichen Honorar erfolgt.

Von den Zuzahlungen befreit sind Versicherte:

  • die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben,
  • die eine gültige Bescheinigung ihrer Krankenkasse über eine Zuzahlungsbefreiung vorlegen,
  • der folgenden Kostenträger: Sozialhilfeträger / Jugendämter, Asylbewerber (mit eingeschränktem Leistungs- anspruch auf Krankenbehandlungsschein), Postbeamtenkrankenkasse A, Bundeswehr, Heilfürsorge Polizei, Heilfürsorge Feuerwehr, Justizvollzugsanstalten, BVG, BEG.

Bei diesem Versichertenkreis sind die o. g. Leistungen mit „A“ zu kennzeichnen!

Bitte beachten Sie weiterhin, dass bei Schwangerschaftsbeschwerden und im Zusammenhang mit der Entbindung Regelungen, die für die Versorgung mit Heilmitteln (sowie mit Arznei-, Verband- und Hilfsmitteln) eine Zuzahlung der Versicherten vorsehen, keine Anwendung finden (Mutterschafts-Richtlinien, Punkt G).

 Sie finden die tabellarische Übersicht der Zuzahlungsbeträge im oberen Bereich dieser Seite als PDF „Download des Artikels“.

Weitere Informationen
www.kvsachsen.de > Mitglieder > Verordnungen > Heilmittel

                                                         – Verordnung und Prüfwesen/mau –

Hinweise zur Verordnung Flupirtin-haltiger Arzneimittel

Seit nunmehr vier Jahren gelten Anwendungsbeschränkungen für Flupirtin-haltige Arzneimittel (Katadolon®, Trancopal®, Trancolong®, Flupigil®, Flupirtin-Generika). Auslöser war eine erneute Nutzen-Risiko-Bewertung zum Lebertoxizitätsrisiko (Rote-Hand-Brief vom 15. Juli 2013).

Im Ergebnis hat sich die Verordnungsmenge Flupirtin-haltiger Arzneimittel* ungefähr halbiert. Jedoch ist anhand von Verordnungsdaten** aus dem Jahr 2016 erkennbar, dass Patienten vereinzelt deutlich länger als zwei Wochen mit Flupirtin therapiert werden. Eine Anwendung von mehr als zwei Wochen ist aber von der Zulassung nicht umfasst und stellt einen Off-Label-Use dar.

Vor diesem Hintergrund möchten wir Ihnen folgende wichtige Hinweise hinsichtlich der Verordnung von Flupirtin geben:

  • Flupirtin ist nur für die Behandlung akuter Schmerzen bei Erwachsenen zugelassen. Es stellt eine letzte Therapieoption dar, wenn eine Behandlung mit anderen Analgetika (z. B. NSAR, schwache Opioide) kontraindiziert ist.
  • Die Dauer der Behandlung darf zwei Wochen nicht überschreiten.
  • Während der Behandlung müssen wöchentlich Leberwertmessungen durchgeführt werden. Bei abnormen Leberwerten oder klinischen Symptomen einer Lebererkrankung muss die Therapie abgebrochen werden.
  • Eine Anwendung ist kontraindiziert bei Patienten mit:
    • Risiko für eine hepatische Enzephalopathie
    • Cholestase
    • Myasthenia gravis
    • vorbestehenden Lebererkrankungen
    • Alkoholabusus
    • gleichzeitiger Anwendung anderer Medikamente mit klinisch relevanter Hepatotoxizität
    • kürzlich überwundenem oder aktiv bestehendem Tinnitus

Sollten Sie Patienten mit Flupirtin behandeln, bitten wir Sie, sofern noch nicht erfolgt, beim nächsten Arzt-Patienten-Kontakt die Therapie gemäß den Empfehlungen zu überprüfen.

*    bezogen auf die definierte Tagesdosis (DDDs) bei AOK PLUS-Versicherten von 2013 bis 2016
**    nur AOK-PLUS-Versicherte ausgewertet
***    im Rahmen der Vereinbarung zur Vermeidung von Arzneikostenregressen


Weitere Informationen
www.kvsachsen.de > Mitglieder > Verordnungen > Arzneimittel A–Z

– Die gemeinsame Arbeitsgruppe*** der KV Sachsen/KV Thüringen und der AOK PLUS –