Sie befinden sich hier: Startseite » Mitglieder » KVS-Mitteilungen » 2016

Ausblick: Änderungen im Heilmittelbereich ab 1. Januar 2017

Anpassung der Heilmittel-Verordnungsformulare

Wir möchten Sie schon jetzt darauf hinweisen, dass die Verordnungsvordrucke im Heilmittelbereich (Muster 13, Muster 14, Muster 18) zum 1. Januar 2017 angepasst werden. Die Vordrucke werden um ein zweites elektronisch lesbares ICD-10-Code Feld ergänzt. Verordnungen ab dem 1. Januar 2017 sind dann nur noch auf dem aktuellen Vordruck möglich.

Bitte beachten Sie dies bei der Bestellung Ihrer Formulare.

Diagnoseliste „Besondere Versorgungsbedarfe“

Den Hintergrund für die Änderungen der Formulare bildet die Neufassung der Diagnoseliste der bundeseinheitlichen Praxisbesonderheiten für Heilmittel.

Die Liste wird ab 1. Januar 2017 unter der Bezeichnung „besondere Versorgungsbedarfe“ als Anhang der Rahmenvorgaben für Wirtschaftlichkeitsprüfungen weitergeführt. Sie dient dazu, zukünftig die Identifikation der besonderen Versorgungsbedarfe im Vorfeld einer Wirtschaftlichkeitsprüfung eindeutig sicherzustellen (z. B. postoperative Versorgung einer chronischen Instabilität des Kniegelenkes). Es besteht keine Verpflichtung, dieses zweite ICD-10-Feld zu befüllen. Möchten Sie aber bestimmte Verordnungsbedarfe geltend machen, ist der zweite ICD-10-Code erforderlich. Dies betrifft zum Beispiel Indikationen im Zusammenhang mit postoperativer Versorgung sowie Myelopathie oder Radikulopathie bei Bandscheibenschäden.

Ausführliche Informationen über die Änderungen der Verordnungsvordrucke im Heilmittelbereich sowie die Liste der bundesweiten besonderen Verordnungsbedarfe stellen wir Ihnen im Oktober 2016 zur Verfügung.

(Die Liste wurde bereits im Deutschen Ärzteblatt, Heft 12 vom 25. März 2016 bekanntgegeben).

Beispiel (Auszug Deutsches Ärzteblatt Heft 12):

Nach oben

Langfristiger Heilmittelbedarf ab 2017 – aktualisierte Liste

Die Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf wird zukünftig als Anlage 2 in die Heilmittel-Richtlinie integriert. Ein Antrags- und Genehmigungsverfahren entfällt dann generell bei diesen Diagnosen. Verordnungen im Rahmen des langfristigen Heilmittelbedarfs sind nicht Gegenstand der Wirtschaftlichkeitsprüfungen.

Weiterhin können für Diagnosen, die nicht auf der Liste stehen, individuelle Anträge bei den Krankenkassen gestellt werden. Voraussetzung für eine Genehmigung ist eine schwere dauerhafte funktionelle/strukturelle Schädigung, vergleichbar mit in Anlage 2 gelisteten Diagnosen.

Im Zuge der Überarbeitung werden ab 2017 folgende Diagnosen in den langfristigen Heilmittelbedarf neu aufgenommen:

  • Torticollis spasticus (G24.3)
  • Syringomyelie und Syringobulbie (G95.0)
  • Systemischer Lupus erythematodes (M32.1/M32.8)
  • Thalidomid-Embryopathie (Q86.80)
  • Angeborene Fehlbildungssyndrome mit vorwiegender Beteiligung des Gesichtes (Q87.0)
  • Deletion des kurzen Armes des Chromosoms 5 (Q93.4)
  • Fragiles X-Chromosom (Q99.2)
  • Chronische obstruktive Lungenkrankheiten (J44.00/J44.10/J44.80/J44.90)

Die vollständige Anlage 2 (Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf) zur Heilmittel-Richtlinie finden Sie derzeit beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter www.g-ba.de > Richtlinien > Heilmittel-Richtlinie > Beschlüsse > Beschlusstext.

Weiterführende Informationen zum langfristigen Heilmittelbedarf erhalten Sie ebenfalls ab Oktober 2016. Möchten Sie die Diagnoselisten jetzt schon einsehen, wenden Sie sich bitte an Ihre Bezirksgeschäftsstelle. Diese können Ihnen die Listen per Fax oder E-Mail zur Verfügung stellen.

Zertifizierung der Heilmittelsoftware

Mit der Umsetzung der im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz getroffenen Vorschrift zur Zertifizierung der Verordnungssoftware für Heilmittel dürfen Sie ab 1. Januar 2017 nur noch von der KBV zertifizierte Software einsetzen.

Die Software muss Informationen der Heilmittel-Richtlinie und der ab 2017 neu angegliederten Anlage 2 (Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf nach § 32 Absatz 1a SGB V) enthalten. Damit werden Sie besser dabei unterstützt, die komplexen Regelungen bei der Verordnung von Heilmitteln zu berücksichtigen, Formfehler zu vermeiden und die Verordnungen korrekt auszustellen.

Die PVS-Hersteller nehmen seit dem 3. Quartal 2016 Kontakt mit den Arztpraxen auf, um die entsprechende Software zu installieren.

Für Rückfragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Verordnungs- und Prüfwesen Ihrer Bezirksgeschäftsstelle sowie der Abteilung Service und Dienstleistungen gern zur Verfügung.

                                                                                        – Verordnungs- und Prüfwesen/mau –

Zuzahlungsbeträge für die Abgabe von Heilmitteln ab 1. Oktober 2016

Aufgrund der zwischenzeitlichen Anpassungen der Vergütungen im Heilmittelbereich einzelner Krankenkassen an die vom GKV-Spitzenverband veröffentlichten Preisuntergrenzen ab 1. Juni 2016 werden die Zuzahlungsbeträge für die Abgabe von Heilmitteln in Arztpraxen ebenfalls angepasst (siehe Artikel „Aktuelle Vergütungslisten der HeilmittelLeistungen“ auf Seite XXIV).

Für einzelne Heilmittelleistungen, die in Arztpraxen erbracht und abgerechnet werden, sind nach § 32 (2) SGB V von Versicherten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, zu den Kosten der Heilmittel entsprechende Zuzahlungen zu leisten.

Bei von der Zuzahlung befreiten Patienten (z. B. bei Vorlage eines gültigen Befreiungsausweises oder Kindern/Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr) ist die jeweilige Gebührenordnungspositionen (GOP) mit dem Buchstaben „A“ zu kennzeichnen (z. B. 30400A).

Nur im Fall der Kennzeichnung kann gewährleistet werden, dass kein Einbehalt der Zuzahlungen vom ärztlichen Honorar erfolgt.

Von den Zuzahlungen befreit sind Versicherte,

  • die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben,
  • die eine gültige Bescheinigung ihrer Krankenkasse über Zuzahlungsbefreiung vorlegen, sowie
  • Versicherte der folgenden Kostenträger:
    Sozialhilfeträger/Jugendämter, Asylbewerber (mit eingeschränktem Leistungsanspruch auf Krankenbehandlungsschein), Postbeamtenkrankenkasse A, Bundeswehr, Heilfürsorge Polizei, Heilfürsorge Feuerwehr, Justizvollzugsanstalten, BVG, BEG.

Bei diesem Versichertenkreis sind die o. g. Leistungen mit „A“ zu kennzeichnen!

Bitte beachten Sie weiterhin, dass bei Schwangerschaftsbeschwerden und im Zusammenhang mit der Entbindung Regelungen, die für die Versorgung mit Heilmitteln (sowie mit Arznei-, Verband- und Hilfsmitteln) eine Zuzahlung der Versicherten vorsehen, keine Anwendung finden (Mutterschafts-Richtlinien, Punkt G).

                                                                                – Verordnungs- und Prüfwesen/mau –

Ist Ihr Praxisverwaltungssystem fit für den Medikationsplan?

Patienten, die mindestens drei verordnete Medikamente einnehmen, haben laut E-Health-Gesetz (§ 31a SGB V) ab dem 1. Oktober 2016 Anspruch auf einen Medikationsplan. Bitte überprüfen Sie oder erkundigen Sie sich bei Ihrem Softwarebetreuer, ob Ihr Praxisverwaltungssystem die Möglichkeit bietet, einen solchen Plan zu erstellen. Übergangsweise darf noch bis zum 31. März 2017 das Layout vom bundeseinheitlichen Medikationsplan abweichen.

Mit einer Teilnahme am ARMIN-Modellvorhaben erfüllen Sie die Vorgabe des E-Health-Gesetzes bezüglich eines Medikationsplans schon heute. Denn das Layout des ARMIN-Medikationsplans entspricht den Vorgaben des bundeseinheitlichen Medikationsplans. Viele der führenden Praxisverwaltungssysteme sind bereits für ARMIN zertifiziert. Zudem bietet das strukturierte und dauerhafte Medikationsmanagement im Rahmen von ARMIN die Chance, die Arzneimitteltherapiesicherheit und die Adhärenz Ihrer Patienten weiter zu verbessern.

                                                                           – Verordnungs- und Prüfwesen/mae –

Die Arzneimittelinitiative ARMIN ist ein Modellprojekt der AOK PLUS, der Kassenärztlichen Vereinigungen Sachsen und Thüringen sowie des Sächsischen und Thüringer Apothekerverbandes.

Mit dem Modellvorhaben soll die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Arzneimittelversorgung erhöht werden. Das Medikationsmanagement soll vor allem chronisch kranken älteren Patienten helfen, die mehrere Medikamente einnehmen.

Weitere Informationen zu ARMIN finden Sie in der Beilage der KVS-Mitteilungen 7-8/2016 („Abgrenzung zwischen ARMIN und dem bundeseinheitlichen Medikationsplan“) sowie unter: www.arzneimittelinitiative.de . Dort sind im Bereich „IT-Umsetzung“ sämtliche zertifizierten Primärsysteme zur Praxisverwaltung aufgelistet.


Aktuelle Vergütungslisten der Heilmittel-Leistungen

Ab dem 1. April bzw. 1. Juni 2016 sind für die nachfolgend aufgeführten Krankenkassen aktuelle Preise zur Vergütung von Heilmittel-Leistungen in Kraft getreten:

  • Physiotherapie: IKK classic und AOK PLUS
  • Ergotherapie: IKK classic und AOK PLUS
  • Logopädie: IKK classic
  • Podologie: IKK classic und AOK PLUS; Knappschaft und Landwirtschaftliche Krankenkasse (ab 1. September 2016)

Die Preise sind eine Anpassung an die ab 1. Juni 2016 durch den GKV-Spitzenverband veröffentlichten Preisuntergrenzen. Weitere Anpassungen anderer Krankenkassenverbände werden folgen.

Zum Hintergrund der Neuerungen: Der GKV-Spitzenverband hat zum ersten Mal die Preisuntergrenzen für Heilmittel veröffentlicht. Damit kommt der GKV-Spitzenverband seinem gesetzlichen Auftrag gemäß GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) nach. Ziel ist es, die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Kassenarten in den jeweiligen Regionen und Fachbereichen zu reduzieren und somit Wettbewerbsnachteile zu begleichen.

Die aktualisierten Übersichten der Heilmittelpreise finden Sie auf der Internetpräsenz der KV Sachsen unter www.kvsachsen.de > Mitglieder > Verordnungen > Heilmittel > Aktuelle Vergütungslisten zur Versorgung mit Heilmitteln.

Die Übersichten enthalten die von den Krankenkassen mitgeteilten Vergütungsregelungen sowie die seitens der Krankenkassen auf ihren eigenen Internetpräsenzen veröffentlichten Vergütungsvereinbarungen. Die KV Sachsen kann daher keine dauerhafte Gewähr für die Aktualität und Vollständigkeit der Angaben übernehmen.

Für Rückfragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Verordnungs- und Prüfwesen Ihrer Bezirksgeschäftsstelle sowie der Abteilung Service und Dienstleistungen gern zur Verfügung.

                                                                                 – Verordnungs- und Prüfwesen/mau –