Sie befinden sich hier: Startseite » Mitglieder » KVS-Mitteilungen » 2016 » 05/2016 » Editorial

KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 05/2016

Warum online abrechnen?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

sicher haben auch Sie sich schon einmal gefragt:

„Was habe ich davon?“
„Warum nervt die KV mich damit?“

Auch wenn man gut beraten ist, skeptisch zu sein, wenn jemand mehrere „gute“ Gründe angibt; ausnahmsweise kann das doch einmal richtig sein.

Aber erst einmal vorab eine Gegenfrage:

Glauben Sie, dass es in 10 bis 15 Jahren noch Praxen gibt, die nicht online sind?

Ich glaube das nicht. Die konventionelle Übermittlung von Befunden, Epikrisen etc. ist mit Sicherheit ein Auslaufmodell. Ich persönlich gehöre zwar nun keinesfalls zu den EDV-Freaks die jedes neue „tool“ sofort nutzen möchten, aber so ganz abhängen lassen möchte man sich doch auch nicht. Also kurz gesagt a la longue führt kein Weg an dieser Entwicklung vorbei. Und es wird, wenn erst einmal vollständig implementiert, erhebliche Vorteile bringen. Dann wird man sich auch kaum noch daran erinnern, dass es einmal eine Diskettenabrechnung gab (es gab auch einmal – bis 1993 – eine ausschließliche Papierabrechnung …).

Aber das allein ist ja noch kein Grund, sich jetzt für die Online-Abrechnung zu entscheiden. Ich denke, das muss man in einem größeren Zusammenhang sehen.

Alle Leistungen der KV werden von Ihnen, den „Zwangs“Mitgliedern bezahlt, von wem sonst? Leider können Sie und wir uns dabei nicht frei heraussuchen, welche Aufgaben wir uns geben wollen. Das tut Vater Staat für uns – ohne Rücksicht auf die Kosten. Nun dürfen wir aber leider nicht notfalls einfach das Geld drucken, sondern müssen es bei Ihnen einsammeln. Dies erfordert aber auf Ihrer Seite zumindest eine gewisse Akzeptanz. Das wird zunehmend schwierig, denn etwa die Hälfte der Verwaltungskosten wird nicht für unsere originäre Aufgabe – die Abrechnung – aufgewendet und in dem Bereich sind auf Grund gesetzlicher Vorgaben kaum Einsparungen möglich. Also müssen wir versuchen, die Kosten im Bereich der Abrechnung zu begrenzen. Dort hilft die Online-Abrechnung, spürbar allerdings erst in zukünftigen Ausbaustufen.

Erhebliche Chancen sehen wir aber schon beim Thema Vorabprüfung. Hier entsteht eine wirkliche Win-Win Situation. Die KV muss die Ärzte nicht mehr per Brief oder Telefon kontaktieren, um z. B. zu fragen, wo der Fehler liegt, wenn der Patient, für den eine DMP-Ziffer abgerechnet wurde, laut Abrechnungsdiagnosen keinen Diabetes hat. Der Arzt kann den Fehler schon bei der Einreichung der Abrechnung erkennen und korrigieren und muss sich nicht später noch ein ­zweites Mal mit dem Thema Abrechnung beschäftigen. Außerdem hilft er damit, Verwaltungskosten zu sparen – nicht der KV – sondern sich selbst (s. o.).

Dieses Prinzip sollten wir ausbauen. Auch Vorschläge von der „Basis“ sind dabei immer willkommen. Ob diese dann realisierbar sind, ist eine zweite Frage. Aber wir werden uns natürlich bemühen. Ich hoffe jedenfalls, dass Sie noch nicht so von der KV frustriert sind, dass Sie meinen, es lasse sich ohnehin nichts zum Besseren verändern …

In diesem Sinne verbleibe ich

mit freundlichen kollegialen Grüßen



Ihr Vorstandsvorsitzender
Klaus Heckemann