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Hinweise zur Verbesserung der Dokumentationsqualität


Halbjährlich erhalten am DMP teilnehmende Ärzte die Erreichung der qualitativen DMP-Ziele in Form eines Arztfeedbackberichtes zugesandt.

Darin enthalten sind die Qualitätsziele der DMP-Indikationen je Praxis sowie im Vergleich die Zielerreichung von ganz Sachsen. Die Qualitätsziele werden durch die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) als gesetzliche Grundlage der DMP-Verträge vorgegeben. Ihre Berechnungen sind jeweils in der Anlage Qualitätssicherung des DMP-Vertrages verankert. In dem darin festgelegten Auswertungs-Algorithmus zur Zielbewertung sind die Parameter, die Anzahl dokumentierte Patienten sowie Zeiträume für die Berechnung angegeben. Wichtig ist bspw. auch, dass die qualifizierte Versorgungsebene aus der Sicht des koordinierenden Hausarztes dokumentieren muss (z. B. bei Überweisung zum Facharzt -> ankreuzen!).

Einige Qualitätsziele wurden in den vergangenen Jahren im Sachsendurchschnitt nicht bzw. nicht einmal annähernd erreicht. Dies betrifft insbesondere die Indikationen Diabetes mellitus Typ 1 und 2, KHK, Asthma sowie COPD, auf welche im Folgenden eingegangen wird. In Auswertung der Ergebnisse geht die Gemeinsame Einrichtung davon aus, dass die kritischen Zielwerte nicht erreicht werden konnten, da offenbar die Anforderungen (Wort-Definitionen, Berechnungswege, Gesamtmenge, berücksichtigte Parameter) der einzelnen Dokumentationsfelder in Korrespondenz mit dem Auswertungs-Algorithmus unbekannt oder sogar missverständlich sind.

Daher möchten wir Ihnen nachfolgend einige Hinweise geben, welche Auswirkungen Ihre Angaben in den DMP-Dokumentationen auf die Auswertung dieser Qualitätsziele haben.

Bitte beachten Sie beim Ausfüllen Ihrer nächsten Dokumentationsbögen unsere folgenden Hinweise zur korrekten Dokumentation einzelner Qualitätsziele. Es wird erforderlich sein, dass vorangegangene Dokumentationen im Blick behalten werden müssen, um im Rahmen der Auswertung die erreichte Qualität korrekt dokumentieren zu können.

Asthma Bronchiale

Selbstmanagementplan erstellen

Für die Asthma-Behandlung sollen Sie gemeinsam mit Ihrem Patienten jährlich einen Behandlungsplan erstellen und Therapieziele vereinbaren.

Dieser beinhaltet auch einen Medikamentenplan, den sogenannten Selbstmanagementplan, welcher vorgibt, wann, wieviel und welches Medikament wie oft zu verwenden ist.

Auch wenn Sie in einem bestehenden Selbstmanagementplan eines Patienten keine Veränderungen vornehmen müssen, so dokumentieren Sie bitte jeweils in der DMP-Dokumentation unter „Schriftlicher Selbstmanagementplan“ mit der Angabe -> „Ja“.

Dokumentiert der Hausarzt, so ist ggf. beim Facharzt zu erfragen, ob dieser einen solchen Selbstmanagementplan mit dem Patienten erstellt hat. Dies ist dann entsprechend ebenfalls mit „Ja“ zu dokumentieren.

Das Formular eines Selbstmanagementplans kann im Internet herunter geladen werden: www.zi-dmp.de  Dokumente Formales Info-Flyer – Asthma-Selbstmanagementplan.pdf (siehe Abb. auf vorheriger Seite).

Es kann auch ein eigenes Dokument oder eine eigene Übersicht verwendet werden!

Schulungen durchführen

Das QS-Ziel „Hoher Anteil geschulter Patienten“ ergibt sich aus der Berechnung Anzahl der Patienten mit „empfohlener Schulung: ja“ > in Bezug auf die Patienten mit Angabe > „Schulung empfohlen“ der letzten vier Quartale vor dem Berichtszeitraum.

COPD

Überweisung zum Facharzt

Wenn Sie selbst als Facharzt auch der dokumentierende Arzt sind, geben Sie bitte trotzdem bei dem Dokumentationsfeld „Asthmabezogene Über- bzw. Einweisung veranlasst“ die Angabe „Ja“ an (da keine unmittelbare „Eigenüberweisung“ abgefragt wird). Beachten Sie den Übergang von Bedarfstherapie zu Dauertherapie mit „Systemischen Glukokortikosteroiden“ unter „Sonstige diagnosespezifische Medikation“: eine Dauertherapie entsprechend dem definierten Qualitätsziel beginnt, wenn in zwei Dokumentationen hintereinander das Dokumentationsfeld „systemische Glukokortikosteroide -> ja“ angegeben wurde.

Inhalationstechnik

Kennzeichnen Sie in jeder Dokumentation, wenn die Inhalationstechnik überprüft wurde („Inhalationstechnik überprüft -> ja“).

Diabetes mellitus Typ 2

Auffälliger Fußstatus an qualifizierte Einrichtung

Die Auswertung der Arztfeedbackberichte greift hier nur die Patienten auf

  • bei denen der Fußstatus „auffällig“ dokumentiert ist und
  • das Wagner- oder Armstrong-Stadium ab 2 bzw. C angegeben wurde und
  • in der Behandlungsplanung eine diabetesbezogene Über- bzw. Einweisung „zur qualifizierten Einrichtung für das diabet. Fußsyndrom „veranlasst“ gekennzeichnet wurde.

Ab dem „Wagner- oder Armstrong-Stadium ab 2 bzw. C“ -> „veranlassen“ Sie stets eine Überweisung an eine auf die Behandlung des diabetischen Fußes spezialisierte Einrichtung. Geben Sie in jeder neuen Dokumentation erneut an, dass eine Überweisung an eine „qualifizierte Einrichtung für das diabetische Fußsyndrom -> „veranlasst“ wurde, auch wenn der Patient sich dort bereits in einer Behandlung befindet (dann „ja“ und „veranlasst“ gemeinsam).

Wenn Sie selbst als (auf die Behandlung des diabetischen Fußes spezialisierter) Facharzt auch der dokumentierende Arzt sind, geben Sie bitte trotzdem „ja“ und „veranlasst“ in den Dokumentationsfeldern an (da keine unmittelbare „Eigenüberweisung“ abgefragt wird).

Ophthalmologische Netzhautuntersuchung


Dieser Parameter sollte mindestens einmal in vier Quartalen mit „durchgeführt“ gekennzeichnet werden, sofern Sie eine Überweisung zum Augenarzt „veranlasst“ haben und der Patient „untersucht“ wurde. Dies soll bei 90 % der Patienten erreicht werden.

Wenn Sie den Patienten zur Terminierung beim Augenarzt erinnern oder den Überweisungsschein ausstellen, dokumentieren Sie „Ophthalmologische Netzhautuntersuchung -> veranlasst“. Wenn der Patient innerhalb von 12 Monaten beim Augenarzt war, dann dokumentieren Sie mindestens einmal „Ophthalmologische Netzhautuntersuchung -> durchgeführt“. Die Kennzeichnung für den sogenannten „Augenbonus“ bezieht sich nicht wie oben beschrieben auf die „durchgeführte“ Augenuntersuchung“, sondern auf die „Veranlassung“ dazu. Hierfür dokumentieren sie innerhalb von 12 Monaten mindestens einmal „Ophthalmologische Netzhautuntersuchung -> veranlasst“ (Ziel ist hierbei ein Wert ab 60%).

Trombozytenaggregationshemmer (TAH), wenn keine Kontraindikation vorliegt


Alle Patienten, mit den Begleiterkrankungen Schlaganfall, KHK, AVK oder den Ereignissen Herzinfarkt bzw. Amputation, sollen TAH erhalten, sofern keine Kontraindikation dagegen vorliegt. Dies soll bei 80 % der Patienten erreicht werden. Die Auswertung für die QS-Zielberechnung bezieht sich hierbei auf die Eintragungen im Dokumentationsbogen „Anamnese- und Befunddaten“ sowie „Medikamente“.

Diabetis mellitus Typ 1

Die QS-Zielerreichung beim Diabetes mellitus Typ 1 wird zumeist in Abhängigkeit mehrerer Parameter (z. B. Kontraindikation, weitere Folge-/Begleiterkrankung und Teilnahmedauer) ermittelt.

Z. B. ist die Albuminausscheidung bei Patienten über zehn Jahren jährlich zu dokumentieren, sofern keine „diabetische Nephropathie“ oder eine „Nierenersatztherapie“ vorliegt. Der Betrachtungszeitraum für die Berechnung sind hierbei 12 Monate.

Die Injektionsstellen müssen nur „auffällig“ oder „unauffällig“ dokumentiert werden, wenn mit Insulin oder Insulinanaloga behandelt wird. Hierfür werden alle Patienten einbezogen, welche Insulin injizieren und seit mind. sechs Monaten im DMP dokumentiert werden

KHK (inkl. Modul Herzinsuffizienz)

Die QS-Zielerreichung beim KHK wird zumeist in Abhängigkeit mehrerer Parameter (z.B. Kontraindikation, weitere Folge-/Begleiterkrankung) ermittelt.

Zur Behandlung der DMP KHK sollen gemäß den Versorgungsinhalten (Anl. 4 des Vertrages DMP KHK) insbesondere Medikamente wie TAH, Betablocker, Statin und ACE-Hemmer verwendet werden, deren positiver Effekt nachgewiesen wurde. Sofern diese jedoch nicht zur Anwendung kommen, ist zusätzlich „Kontraindikation“ zu dokumentieren.

Die QS-Ziele können auf unserer Homepage je Indikation in der Anlage Qualitätssicherung des jeweiligen DMP-Vertrages www.kvsachsen.de  unter Mitglieder/Verträge/DMP nachgelesen werden.

Bei Rückfragen steht Ihnen Frau Dähne aus der Abteilung Qualitätssicherung gern zur Verfügung. Tel.: 0351 8290 673, E-Mail: sandra.daehne@kvsachsen.de

                                                                                             – Qualitätssicherung/dae –