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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 03/2014

Köhler: Bessere medizinische Versorgung von Krebspatienten ASV – Interdisziplinäre Ärzteteams in Praxen und Kliniken übernehmen die Behandlung – KBV begrüßt G-BA-Beschluss zur ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung

„Mit der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung wird sich das Behandlungsangebot von Krebspatienten in Deutschland weiter verbessern. Teams mit hochqualifizierten Vertrags- und Klinikärzten unterschiedlicher Fachrichtungen übernehmen in dem neuen Versorgungsbereich die Behandlung der Patienten. Von einem ,Rückschlag‘ – wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft behauptet – kann keine Rede sein“, dies erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, zu einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Der G-BA hatte am Donnerstag die Konkretisierung der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle beschlossen. Dazu gehören bösartige Krebserkrankungen des Darms, des Magens, der Bauchspeicheldrüse oder der Leber. Nach der Tuberkulose ist dies die zweite Indikation, für die ein spezialfachärztliches Behandlungsangebot entwickelt wurde. Es soll zum 1. Juli starten. Weitere Indikationen, auch andere Krebserkrankungen, werden folgen.

„Jeder Krebspatient, der aufgrund der Schwere seiner Erkrankung eine ambulante spezialfachärztliche Versorgung benötigt, wird diese auch erhalten“, stellte Köhler klar. Dafür stehe ein interdisziplinäres Behandlungsteam bereit, das gegebenenfalls weitere Spezialisten hinzuziehe. „Gott sei Dank benötigen nicht alle Patienten so eine umfassende ambulante Behandlung, weil der Tumor früh erkannt wurde oder nicht so aggressiv ist. Auch diese Patienten werden selbstverständlich weiterhin ambulant behandelt. Daran ändert sich mit der ASV nichts“, stellte der KBV-Chef klar.

Die Forderung der Deutschen Krankenhausgesellschaft, alle Krebspatienten ambulant spezialfachärztlich versorgen zu können, gehe deshalb weit über das Ziel hinaus und verunsichere die Patienten.

Der Gesetzgeber habe für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung bei onkologischen Erkrankungen nur schwere Verlaufsformen mit besonderen Krankheitsverläufen zugelassen. Dies muss der G-BA beachten.

Mit dem G-BA-Beschluss zu den Tumoren des Magen-Darm-Bereichs sind grundlegende Voraussetzungen für den Start des Angebotes zum 1. Juli geschaffen. Sämtliche Regelungen wie zum Behandlungsumfang, zur Qualitätssicherung oder zur Vergütung sind für niedergelassene Ärzte und Klinikärzte gleich. Köhler: „Damit werden die niedergelassenen Fachärzte nicht länger benachteiligt.“

Offen ist derzeit noch, welche weiteren spezifischen onkologischen Leistungen die Ärzte im Rahmen der ASV durchführen und abrechnen dürfen. Die KBV fordert, dass Leistungen der Onkologie-Vereinbarung, die jetzt bereits eine qualitativ hochwertige ambulante Versorgung von Krebspatienten durch niedergelassene Ärzte garantiert, auch in die ambulante spezialfachärztliche Versorgung aufgenommen werden. „Ansonsten werden die Ärzte in der ASV weniger Honorar für ihre Arbeit erhalten als im Rahmen der Onkologie-Vereinbarung. Das werden wir nicht akzeptieren“, betonte Köhler. Der G-BA will darüber Mitte März entscheiden.

(Presseinformation des SMS vom 4. Februar 2014)

Staatsministerin Christine Clauß: „Neues sächsisches Krebsportal bietet umfassendere Informationen und Hilfeangebote“

„Wir haben es uns in Sachsen zur Aufgabe gemacht, umfassend und qualitätsgesichert über alle mit Krebs in Verbindung stehenden Themen von der Früherkennung bis zur medizinischen Versorgung aufzuklären und die Informationswege zu den Hilfeangeboten in Krankenhäusern wie zu den Beratungsstellen für alle zugänglich zu machen“, sagte Gesundheitsministerin Christine Clauß anlässlich der erweiterten Aufstellung des Internetangebotes „Krebsportal Sachsen“.

Aktuelle Daten liefert dazu das Online-Krebsportal, das die Sächsische Krebsgesellschaft mit Unterstützung des sächsischen Sozialministeriums aufgebaut hat. Bisher war das Portal auf Brustkrebs ausgerichtet. Es wurde nun um die anderen häufigsten Krebsarten – Lungen-, Darm- und Prostatakrebs – erweitert. Es gibt Zugänge in leicht verständlicher Sprache, den Brustkrebs betreffend. Für die anderen Entitäten ist dies in Vorbereitung. Die zentrale Adressdatenbank ist um die regionalen Akteure ergänzt worden, das erleichtert die Wege für die Inanspruchnahme von Hilfe und Behandlung.

In Sachsen erkranken 44 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen im Laufe ihres Lebens an Krebs, drei Viertel davon erst im höheren Lebensalter ab 60 Jahre. Inzwischen überleben jedoch 58 Prozent aller Krebspatienten ihre Erkrankung um mindestens fünf Jahre. Noch vor 20 Jahren waren es lediglich 30 Prozent aller Patienten. Das erweiterte Krebsportal Sachsen ist im Rahmen des Gesundheitszieleprozesses entstanden: Bereits seit 2005 haben sich im Freistaat Sachsen Multiplikatoren zusammengeschlossen mit dem Ziel, die Information und Aufklärung für Brustkrebserkrankte und ihre Angehörigen zu verbessern.

Das sächsische Sozialministerium unterstützt seit 1994 die psychosozialen Tumorberatungsstellen in den Landkreisen und bei der Sächsischen Krebsgesellschaft mit Zuschüssen für Beratungsfachkräfte und Projekte. Die gegenwärtige Förderung beläuft sich dabei auf gegenwärtig insgesamt 375.000 Euro pro Jahr. Nähere Informationen unter www.krebsportal-sachsen.de.

(Presseinformation des SMS vom 4. Februar 2014)

Feldmann: Studierenden mehr Einblick in die Grundversorgung geben

Vertreterversammlung – KBV-Vorstand Dipl.-Med. Regina Feldmann warnt, dass bei allen Maßnahmen gegen Unterversorgung geprüft werden muss, ob sie nicht das Gegenteil erreichen.

„Eine Zwangsregelung für die Vergabe von Arztterminen, wie es die Regierungskoalition vorschlägt, lehnen wir ab. Um die Wartezeiten zu verkürzen, werden wir einen Vorschlag für eine vordringliche Überweisung vorlegen.“ Das hat Dipl.-Med. Regina Feldmann, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), heute auf der Vertreterversammlung ihrer Organisation in Berlin gesagt. „Aus unserer Sicht spielt die Steuerung der Inanspruchnahme der Ärzte durch die Versicherten eine entscheidende Rolle“, so Feldmann weiter.

Bereits in der Vergangenheit hatte die KBV ein dreistufiges Modell für die gesetzliche Krankenversicherung vorgelegt, in dem die Patientensteuerung eine wichtige Rolle spielt. Feldmann: „Dieses Modell werden wir der Politik jetzt noch einmal vorlegen.“ Die Politik erwarte auch weiterhin die Sicherung der flächendeckenden medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Für die KBV stellt die Reform der Aus- und Weiterbildung ein entscheidendes Element dar, um dem Ärztemangel zu begegnen. Feldmann forderte, dass alle Studierenden einen tiefen Einblick in die ärztliche Grundversorgung erhalten sollten. Dafür sei die Approbationsordnung zu ändern. „Für die Förderung aller grundversorgenden Fachgebiete im Rahmen der Aus- und Weiterbildung fordern wir einen finanziellen Systemzuschlag.“

Die Pläne der Regierungskoalition tragen den Bedingungen, unter denen die Vertragsärzte und -psychotherapeuten derzeit arbeiten, nicht ausreichend Rechnung, so Feldmann: Trotz positiver Ansätze muss bei allen Maßnahmen gegen Unterversorgung geprüft werden, ob sie nicht das Gegenteil des Beabsichtigten erreichen und die wohnortnahe, flächendeckende ambulante Versorgung gefährden. Insbesondere ist es kein probates Mittel gegen den Ärztemangel, die Krankenhäuser für ambulante Behandlungen zu öffnen. Diese leiden selbst unter Personalnot und können auch nicht die wohnortnahe Grundversorgung ersetzen.

Die Behauptung des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in seinem Papier „Reformbedarf in der ambulanten Versorgung und Vergütung“, die vertragsärztlichen Einkommen seien deutlich gestiegen, seit sich die Vergütung an der Morbiditätsentwicklung der Bevölkerung orientiert, sei falsch. „Erfreulicherweise haben wir Zahlen, die belegen, dass die Reformen im Vergütungssystem, welche der GKV-Spitzenverband nun wieder zurückdrehen will, zu wirken beginnen und einen positiven Effekt auf die Versorgung haben“, betonte Feldmann. Dies gehe aus dem dritten Jahresbericht zum Praxis-Panel des Zentralinstituts, kurz ZiPP, hervor. Die wirtschaftliche Situation der Ärzte habe sich auf der einen Seite zwar verbessert, auf der anderen Seite seien aber auch die Kosten für Personal und Investitionen gestiegen.

– aus einer Pressemitteilung der KBV vom 28. Februar 2014 –

Gröhe zu Gast auf der KBV Messe 2014

Auch in diesem Jahr findet die vierte KBV Messe Versorgungsinnovation 2014 vom 26. bis 28. März in Berlin statt. Zu der Veranstaltung hat auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) seine Teilnahme zugesagt. Am 27. März wird er gemeinsam mit dem KBV-Vorstand die Messe eröffnen und im Anschluss daran einen Messerundgang machen. Besucher können sich online anmelden. Einen Programmüberblick gibt es unter www.versorgungsmesse.net. Im Video auf kv-on kommen zwei Aussteller zu Wort kommen, die den Stellenwert der Messe hervorheben. Die KBVMesse wird als eine wichtige Schnittstelle zwischen Politik, KBV und anderen Netzwerken angesehen und geschätzt.

(Video auf www.kv-on.de > KBVMesse 18. Februar)

Stellungnahme des BVKJ: Selbstbestimmungsrecht von Kindern

ADer Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) begrüßt, dass sich die Fraktionen im Deutschen Bundestag angesichts des Skandals um den Handel mit Bildern nackter minderjähriger Kinder für eine Stärkung des Selbstbestimmungsrechts aller Kinder einsetzen und fordern, solche Praktiken zukünftig unter Strafe zu stellen.

„Wir feiern in diesem Jahr das 25-jährige Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention. Deutschland hat aber immer noch viel zu tun, um dieser Kinderrechtskonvention wirklich inhaltlich gerecht zu werden und allen Kindern zu ihrem Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit, auf bestmögliche gesundheitliche Versorgung, auf Teilhabe und frühe Bildung, auf gesunde und ausreichende Ernährung, auf kindgerechte Lebensbedingungen und wirtschaftliche Sicherheit zu verhelfen“, sagte Dr. Wolfram Hartmann, der Präsident des BVKJ heute in Köln.

„Das Selbstbestimmungsrecht von Kindern ist aber universell und nicht beliebig je nach politischen Rücksichtnahmen interpretierbar. Wir fordern, dass dieses Grundrecht von Kindern noch einmal vorbehaltlos diskutiert wird und man auch das Gesetz über den Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes vom Dezember 2012 überdenkt, nach dem minderjährigen und nicht einwilligungsfähigen Jungen ohne medizinische Indikation die intakte Vorhaut unwiderruflich entfernt werden darf, wenn die Erziehungsberechtigten es so wollen“, fordert Hartmann. „Die Zwiespältigkeit vieler Abgeordneter im Deutschen Bundestag beim Thema Selbstbestimmungsrecht von Kindern ist nicht nachvollziehbar! Bei Herrn Edathy wenden sie sich angewidert ab, aber dem Gesetz über den Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes haben 434 Abgeordnete am 12. 12. 2012 ohne Bedenken zugestimmt! Kinderrechte sind unteilbar und das Erziehungsrecht von Eltern und die Religionsfreiheit finden dort ihre Grenzen, wo körperliche und seelische Unversehrtheit eines Kindes nicht mehr gewahrt werden“, so der Präsident des BVKJ.

(Stellungnahme des BVKJ vom 19. Februar 2014)