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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 03/2014

Quo vadis ärztliche Selbstverwaltung?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

auf der KBV-Vertreterversammlung am 28. Februar 2014 in Berlin wurde der bisherige Vorstandsvorsitzende der KBV, Herr Dr. Andreas Köhler, aus seinem Amt verabschiedet und Herr Dr. Andreas Gassen zu seinem Nachfolger gewählt (die offizielle Mitteilung der KBV zur Wahl sowie einige persönliche Angaben zu Herrn Kollegen Gassen lesen Sie bitte auf Seite 4 dieses Heftes).

 

Persönlicher Dank an Dr. Köhler

 

Mit dem Rückzug von Dr. Köhler verlieren wir zweifelsfrei einen der bedeutendsten Akteure im Gesundheitswesen; geschätzt, manchmal gefürchtet, aber immer geachtet. Unbestritten waren und sind seine hohe Kompetenz, Detailkenntnis, Weitsicht, sein Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen. Dabei war der Umgang mit ihm nicht immer einfach.

 

Doch war es eben dieser Dr. Köhler mit all seinen Eigenschaften, der für die Vertragsärzte und -psychotherapeuten, die KBV und das KV-System so viel erreicht hat.

 

Im Übrigen darf ich hier auch an die Honorarzuwächse im Osten in Richtung Honorarangleichung West erinnern.

 

Kaum einer stand mit dieser Vehemenz, letztlich nun auch körperlich und in personam, für die Einheit der Selbstverwaltung der Ärzte und Psychotherapeuten ein, wie der scheidende KBV-Vorsitzende. Dafür mein ganz persönlicher Dank an Herrn Dr. Köhler.

 

Querelen im KBV-System überwinden

 

Nun musste Dr. Köhler sein Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, letztlich aber auch infolge der uns allgegenwärtigen Querelen im KBV-System. Nur glaube ich, dass die meisten der Kolleginnen und Kollegen, die täglich in den Praxen ihre Patienten versorgen, die Art und Weise, wie diese Auseinandersetzungen geführt werden, mit Befremden und Unverständnis erleben.

 

Dazu kommt, dass die Themen nicht selten an den Problemen der Versorgungswirklichkeit vorbei gehen. Einmal abgesehen von dem oft unkollegialen, ja geradezu beschämenden Stil der Konfliktaustragung, liefern wir jenen Argumente, denen die Selbstverwaltung von Ärzten und Psychotherapeuten ein Dorn im Auge ist.

 

Dr. Köhler zitierte in seiner Abschiedsrede: „Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden“. Es bleibt Ihnen überlassen, wie Sie hier das KBV-System einordnen. Glücklicherweise gibt es ja berechtigten Interpretationsspielraum.

 

Der Mensch Andreas Köhler war wie jeder von uns nicht frei von Fehlern, seine Ära nicht frei von Fehlentscheidungen. Notwendig sind sicher organisatorische Veränderungen, die aber das Große und Ganze nicht gefährden dürfen. (KBV)-Karthago steht noch, aber divide et impera gab und gibt es vor und nach Karthago. Wir dürfen uns nicht im „klein – klein“ verlieren.

 

Gute Wünsche für Dr. Gassen

 

Die Entscheidungen unserer Selbstverwaltung werden in den nächsten Monaten Folgen haben, gegebenenfalls auch für unsere freiberufliche Tätigkeit. Ich wünsche dem neuen KBV-Vorstandsvorsitzenden Dr. Gassen, den ich aus mehrjähriger Zusammenarbeit im Amt des stellvertretenden KBV-VV-Vorsitzenden kenne, einen guten Start, viel Kraft, Weitsicht und die Fähigkeit zur Integration. Für jeden, der die Nachfolge Dr. Köhlers antritt, ist es nicht leicht. Ich wünsche ihm viel Glück.

 

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Ihr VV-Vorsitzender

Stefan Windau

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