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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 10/2012

Was tun bei Krankheit, Urlaub oder sonstiger Abwesenheit?

Ein Leitfaden für den Vertragsarzt/die Vertragsärztin
Ergänzende Hinweise zu unserer Veröffentlichung in der Ausgabe 7-8/2012

In der Ausgabe der KVS-Mitteilungen 7-8/2012 informierten wir Sie, was bei Krankheit, Urlaub oder sonstiger Abwesenheit zu tun ist. Auf Grund einiger Anfragen möchten wir den Verweis auf den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst konkretisieren und den Vorschlag für einen Hinweistext auf dem Anrufbeantworter präzisieren.

Außerhalb der Sprechzeiten sollten die Patienten auf die regelmäßigen Behandlungszeiten der Praxis sowie die Vertretung hingewiesen werden, soweit Sie nicht persönlich für Ihre Patienten zur Verfügung stehen. Ebenso ist ein Verweis auf die Durchführung des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes zu den Zeiten entsprechend der Bereitschaftsdienstordnung ratsam. Der allgemeine Bereitschaftsdienst ist unter der Telefonnummer
116 117 zu erreichen. Für die fachärztlichen Bereitschaftsdienste gelten nach wie vor die regionalen Telefonnummern. Unter Beachtung dieser Anhaltspunkte könnte ein Hinweistext auf dem Anrufbeantworter in einer allgemeinärztlichen Praxis wie folgt lauten:


„Sehr geehrte Patienten. Sie rufen außerhalb unserer Sprechzeiten an. Diese sind von ... bis ... Uhr. Unsere Vertretung übernimmt die Praxis von ..., zu erreichen unter der Telefonnummer ... Zu folgenden Zeiten können Sie sich an den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 wenden: Montag, Dienstag und Donnerstag jeweils von 19.00 Uhr bis 7.00 Uhr des Folgetages, am Mittwoch von 14.00 Uhr bis 7.00 Uhr des Folgetages und Freitag ab 14.00 Uhr sowie Samstag, Sonntag, an Feiertagen und Brückentagen ganztägig bis 7.00 Uhr des Folgetages. Auf Wiederhören.“

– SuD/Cz –

Einsatz von Vitamin D3 bei Osteoporose

Die Basistherapie der Osteoporose be­inhaltet die optimale Versorgung mit Calcium und Vitamin D3, vorzugsweise durch Zufuhr mit der Nahrung bzw. ausreichende Sonnenlichtexposition (30 Minuten täglich Gesicht und Arme)1. Ist dies nicht gewährleistet, sollte eine medikamentöse Supplementierung erfolgen.

Bei Vitamin D3 wird die optimale Serumkonzentration kontrovers diskutiert. Inzwischen werden aber Werte von 70 – 80 nmol/l (ca. 30 ng/ml)2 als erstrebenswert angesehen, was einer Unterversorgung weiter Teile der erwachsenen Bevölkerung mit diesem Vitamin entsprechen würde. Um optimale Vitamin-D3-Serumkonzentrationen zu erreichen, ist ggf. eine Supplementierung mit 800 – 2.000 I.E. täglich1 oder einer äquivalenten Dosis in mehrwöchigen Abständen notwendig.

Derzeit sind unter den apothekenpflichtigen Arzneimitteln nur fixe oder freie Kombinationen aus Calciumverbindungen und Vitamin D zur Behandlung der manifesten Osteoporose verordnungsfähig3. Für Calcium sollte jedoch nach Empfehlungen der AkdÄ4 sowie des Dachverbandes Osteologie1 im Falle einer Supplementierung die Gesamtzufuhr einschließlich Nahrungscalcium auf ca. 1.500 mg täglich begrenzt werden, da es für höhere Mengen bisher keine Belege für einen zusätzlichen Nutzen gibt und stattdessen Hinweise auf ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko5 sowie ein erhöhtes Risiko für Nierensteine hindeuten. Daher sollte über eine Kombination von Calcium und Vitamin D3 anhand der Ernährungssituation der Patienten individuell entschieden werden. Im Übrigen leitete der G-BA am 11. September 2012 ein Stellungnahmeverfahren mit dem Ziel ein, dass Vitamin D bei ausreichender Calciumzufuhr mit der Nahrung auch als Monopräparat verordnungsfähig ist. Sobald dieser Beschluss rechtskräftig ist, werden wir Sie informieren.

Zur Behebung schwerwiegender Vitamin-D-Mangelzustände können höhere initiale Dosen notwendig sein. So hat Dekristol 20.000 I.E. die Zulassung: „Zur einmaligen Anwendung bei der Anfangsbehandlung von Vitamin-D-Mangelzuständen“. Eine darüber hinaus notwendige weitere Behandlung mit Dekristol 20.000 I.E. muss individuell vom Arzt festgelegt werden und birgt die Gefahren eines Off-Label-Uses. Bei Gabe von mehr als 10.000 I.E. Vitamin D3 pro Tag wird sogar eine akut toxische Wirkung diskutiert. Alternativ sind Präparate mit 1.000 I.E. am Markt verfügbar, die für die tägliche Versorgung der meisten Patienten ausreichen.
 

Eine empfehlenswerte Publikation finden Sie im Deutschen Ärzteblatt vom 10. Februar 2012; 109(6): „Vitamin-D-Substitution: Bewusster Umgang gefordert“.

– Verordnungs- und Prüfwesen/Cz –


1 Quelle: S3-Leitlinie Osteoporose des Dachverbandes Osteologie, 2009

2 Quelle: Dawson-Hughes B et al. Estimates of optimal vitamin D status. Osteoporos Int 16(7):713-716, 2005

3 Quelle: In Anlage I „Zugelassene Ausnahmen zum Verordnungsausschluss nach §34 Abs. 1 Satz 2 SGB V (OTC-Übersicht)“ der Arzneimittel-Richtlinie sind unter Punkt 11 freie und fixe Kombinationen aus Calciumverbindungen (mind. 300 mg Calcium-Ion/Dosiereinheit) und Vitamin D nur zur Behandlung der manifesten Osteoporose, nur zeitgleich zur Steroidtherapie bei Erkrankungen, die voraussichtlich einer mind. 6-monatigen Steroidtherapie in einer Dosis von wenigstens 7,5 mg Prednisolonäquivalent bedürfen sowie bei Bisphosphonat-Behandlung gemäß Angabe in der jeweiligen Fachinformation bei zwingender Notwendigkeit als zugelassene Ausnahmen aufgeführt.

4 Quelle: Kalziumsupplementierung und kardiovaskuläres Risiko, 2010

5 Quelle: Li K et al. Associations of dietary calcium intake and calcium supplementation with myocardial infarction and stroke risk and overall cardiovascular mortality in the Heidelberg cohort of the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition study (EPIC-Heidelberg). Heart 98:920-925, 2012
 

Krankenkassen-Navigator schafft mehr Transparenz

Die KBV hat ein Onlineportal freigeschaltet, auf dem niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten die gesetzlichen Krankenkassen öffentlich bewerten können.

In der Nautik bedeutet „Navigation“ in etwa „Steuermannskunst“. Einer gewissen Orientierung bedarf es auch, um sich im bunten Angebot der Krankenkassen zurechtzufinden. Doch von vielem, was ihr Arzt außerhalb der Sprechstunde mit der Krankenkasse zu tun hat, erfahren die Patienten kaum etwas.

Um nach verschiedenen Seiten mehr Transparenz zu schaffen, hat die KBV ein Online-Portal entwickelt, auf dem niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten ihre Erfahrungen aus der täglichen Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Krankenkassen schildern und diese beurteilen können.

Die Bewertung erfolgt in fünf thematischen Bereichen: Therapiefreiheit, Bürokratie, Regresse, Selektivverträge sowie Service und Information. Je Themenfeld gibt es bis zu drei spezifische Fragen, zu denen Schulnoten vergeben werden können. Zudem ist die Abgabe von Kommentaren in Freitextfeldern möglich. Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten entscheiden, ob sie zu jeder Rubrik einen inhaltlichen Beitrag leisten oder nur zu einzelnen; außerdem, ob sie die Kassen allgemein bewerten oder lediglich einzelne.

Alle Bewertungen fließen in ein Ranking der zehn am besten und am schlechtesten bewerteten Krankenkassen ein. Jede Kassenbewertung ist für alle einsehbar sobald sich zehn Niedergelassene daran beteiligt haben.

Die Krankenkassen ihrerseits haben dann die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben. Befragt werden die Ärzte und Psychotherapeuten außerdem zu aktuellen Themen. Sie können auch Kommentare zum Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen sowie zu den Krankenkassenverbänden abgeben.


Mehrfacher Nutzen

„Der Krankenkassen-Navigator soll den Kassen wie ein Spiegel aufzeigen, an welchen ganz konkreten Punkten sich diese Zusammenarbeit und somit der Dienst am Patienten verbessern lässt“, stellt der KBV-Vorstands-
vorsitzende Dr. Andreas Köhler fest. Die KBV erhalte auf diese Weise einen Einblick, wo genau die Kooperation zwischen Niedergelassenen und Kassen nicht so gut funktioniert. „Gegebenenfalls können wir an die Krankenkassen herantreten und gemeinsam Lösungen finden“, ergänzt Köhler. Letztendlich komme eine effektive Zusammenarbeit zwischen Arzt und Kasse dem Patienten zugute.

Auf dem Portal können sich ausschließlich Vertragsärzte und -psychotherapeuten registrieren, die über eine lebenslange Arztnummer (LANR) verfügen. Die Freitextfelder werden redaktionell kontrolliert, so dass nur Eingaben möglich sind, die den Nutzungsbedingungen entsprechen.

Das Bewertungsportal finden Sie im Internet unter: www.krankenkassen-navigator.kbv.de

– KBV/Dagmar Vohburger –