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KVS-Mitteilungen - Ausgabe 07-08/2011

Ausgabe 07-08/2011

zum Inhalt dieser Ausgabe

Wir stellen vor



Dr. med. Uta Lange, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Wiednitz: Interesse für die Lebensumstände der Patienten

„Es wäre für die Bevölkerung auf dem Land nicht darstellbar, alle medizinischen Leistungen in städtische oder Ballungsgebiete zu verlagern.“ Davon ist Dr. Uta Lange überzeugt, die seit 1. Januar 2010 in der ca. 1.200 Einwohner zählenden Gemeinde Wiednitz am Rande der Oberlausitzer Teichlandschaft als Landärztin arbeitet und hier viele positive Erfahrungen gesammelt hat.

Praxis als Kommunikationspunkt

Die Praxis in Wiednitz lernte Uta Lange bereits im Rahmen ihrer Ausbildung kennen. Jetzt als Praxischefin spürt sie schon, „dass der Arbeitsumfang und die Verantwortung erheblich zugenommen haben. Auch die Kommunikation, wie ich sie aus dem Krankenhaus kannte, fehlte mir zumindest am Anfang.“ Trotzdem fühlte sich die gebürtige Freitalerin als Landärztin schnell wohl. Dazu trugen maßgeblich die Patienten bei, die der jungen Allgemeinärztin sehr viel Vertrauen und Freundlichkeit entgegenbrachten. „Da war auch die Dankbarkeit der Älteren zu spüren, dass sich hier in einem kleinen Ort, inmitten schöner Natur aber mit begrenzter Infrastruktur wieder jemand niedergelassen hat.“ Da ist so eine Arztpraxis auch ein Kommunikationspunkt. Die nicht mehr „so Mobilen“, freuen sich, dass ihnen zumindest beim Doktor weite Wege erspart bleiben.

Dr. Uta Lange betreut vor allem Patienten in Wiednitz und den umliegenden Dörfern. Etwa 1.000 bis 1.200 Patienten besuchen pro Quartal die schönen hellen Praxisräume in einem Gebäude, das einmal als Schafstall zum früheren Gut Wiednitz gehörte. Ihre Klientel bezeichnet die Ärztin insgesamt als gemischt. Nicht selten kommt es vor, dass die Patienten aus dem Ort gleich die Kinder und die Oma mit in die Sprechstunde bringen.

„Die familiären Zusammenhänge zu sehen und Krankheiten familienübergreifend zu erfassen, kann schon sehr interessant sein“, findet die Medizinerin.

Zufall als Glücksfall

Für Frau Dr. Lange steht außer Frage, dass eine gute Landärztin keine Berührungs-ängste kennt und ein gewisses Interesse für die Lebensumstände der Menschen mitbringt. „Auf dem Land muss ich etwas breiter aufgestellt sein, z. B. die Kleinkinder mal mit behandeln, auch wenn ich keine Kinderärztin bin“, zeigt sich Frau Dr. Lange überzeugt. Ihr Ehemann ist ebenfalls Allgemeinarzt und im nur 5 km entfernten Schwepnitz niedergelassen. Die Langes bilden eine Gemeinschaftspraxis und arbeiten deshalb in bestimmen Punkten zusammen, so ist z. B. das Personal variabel einsetzbar (in Wiednitz und Schwepnitz gehören je zwei Schwestern zum Praxisteam).

Bei Uta Lange lag wohl der Arztberuf in der Wiege, denn ihre Mutter war niedergelassene Allgemeinärztin in Freital. Dass sie dann ausgerechnet nach Wiednitz kam, bezeichnet die junge Medizinerin als einen der Zufälle, die das Leben so mit sich bringt. „Mein Mann stammt aus Schwepnitz, deshalb sind wir letztlich auf die Idee gekommen, hier in der Gegend eine weiterbildende Praxis zu suchen“, erklärt sie. Das war dann ihre bei den Patienten allseits sehr angesehene Vorgängerin und jetzige Pensionärin, Frau Dr. Kohlschmidt. „Die Chemie hat gestimmt, sie war eine gute Ausbilderin und auch die Übergabe hat sehr gut geklappt“, bewertet die Nachfolgerin das Ganze auch heute noch als glückliche Fügung.

Ein erfüllender Job

Ihr eigenes Beispiel vor Augen rät Frau Dr. Lange den heutigen Medizinstudenten gern zu, als Landarzt in die ambulante Versorgung einzusteigen. „Es ist ein sehr erfüllender Job, wenn man gebraucht wird“, lautet ihr Hauptargument. Beim verbreiteten Klischee, Landärzte müssen immer von früh bis spät und am Wochenende arbeiten, gibt sie etwas Entwarnung und verweist auf das gut organisierte System im Bereitschaftsdienst: „Mittlerweile haben sich viele kleine Bereitschaftsdienstgruppen zusammengeschlossen, so dass die Dienstfrequenz, zumindest für uns hier im Hoyerswerdaer Raum schon relativ niedrig ist.“

Vom Wohnort her gewöhnten sich die Langes in den letzten Jahren über die Stationen Dresden, Kamenz und Bautzen an kleinere Orte, „aber mir hat immer so ein bisschen die Natur gefehlt“, bekennt Dr. Uta Lange, die vor allem auch als Mutter von zwei Kindern im Alter von vier und sieben Jahren dem Landleben viele positive Aspekte abgewinnt.

– Öffentlichkeitsarbeit/ks –

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