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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 07-08/2011

Ausgabe 07-08/2011

zum Inhalt dieser Ausgabe

Qualitätssicherung



Hinweise zum Umgang mit MRSA in der Arztpraxis

Weltweit gehört der bakterielle Erreger „Staphylococcus aureus“ zu den Auslösern der am häufigsten im Krankenhaus erworbenen Infektionen. Dabei sind Infektionen durch Methicillin-resistente Staphylokokken (MRSA) besonders kritisch, da für deren Behandlung nur noch wenige teure und nebenwirkungsreiche Antibiotika zur Verfügung stehen. Der MRSA-Anteil am Staphylococcus aureus Stamm ist deutschlandweit in den ver­gangenen Jahren von zwei auf 25 Prozent angestiegen und auf diesem hohen Niveau stabil. Jede schwere MRSA-Infektion führt zu einer signifikanten Er­höhung der Sterblichkeit und verursacht durchschnittliche Mehrkosten von 6.000 bis 20.000 Euro.

Um der Verbreitung Multiresistenter Erreger (MRE) im Allgemeinen und speziell der Verbreitung von MRSA zu begegnen, wurden in Sachsen mehrere Arbeitsgemeinschaften auf Landesebene gegründet in denen auch die KV Sachsen aktiv mitwirkt. Konkrete Ergebnisse werden wir Ihnen über die bekannten Medien kommunizieren. Zusätzlich wurden regionale Netzwerke auf Kreisebene etabliert, über die Sie weitere Informationen von den koordinierenden Gesundheitsämtern erhalten können.

Einen Hauptbestandteil der MSRA-Eindämmung stellt die Vorbeugung von Neuinfektionen dar. Dazu sollte eine im Krankenhaus begonnene MRSA-Sanierung auch ambulant fortgesetzt werden.

Praxisrelevante Hinweise und Erfah-rungen rund um das Thema MRSA konnten auch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe und das Kompetenz-zentrum Patientensicherheit im Rahmen der Mitarbeit in den Euregio-Projekten MRSAnet (www.mrsa- net.eu) und EurSafety Health-net (www.eur-safety.eu) sammeln und diese mit den 17 KVen und der KBV abstimmen.

Als Ergebnis stellen wir Ihnen die diesem Heft beiliegende Informationsbroschüre zum Umgang mit MRSA in der Arztpraxis und bei Hausbesuchen zur Verfügung. In Form eines Frage-Antwort-Kataloges finden Sie organisatorische Maßnahmen für die Arztpraxis, ein MRSA-Sanierungsschema sowie Hinweise zur Kontrolle des Sanierungserfolges und zur Vermeidung von Wiederbesiedlung.

Weitere Hinweise finden Sie auch auf unserer Homepage www.kvs-sachsen.de > Mitglieder > Hygiene und Medizinprodukte.

– Verordnungs- und Prüfwesen/st –

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Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriums-medizinischer Untersuchungen (Rili-BÄK) – Nachweis einer erfolgreichen Ringversuchsteilnahme ab 1. Januar 2011

In den KVS-Mitteilungen 2/2009 haben wir Sie bereits über die Besonderheiten der neuen Rili-BÄK informiert. Ab 1. Januar 2011 müssen alle Leistungserbringer (Laborgemeinschaften, niedergelassene Ärzte und Ermächtigte), die ringversuchspflichtige Laborleistungen des Kapitels 32.2 – Basislabor und/oder Kapitels 32.3 – Speziallabor durchführen, quartalsweise einen Nachweis über ihre erfolgreiche Teilnahme an einem Ringversuch vorlegen. Ausführliche Informationen zum Inhalt der RiLi-BÄK finden Sie auf unserer Homepage unter:

www.kvs-sachsen.de > mitglieder > qualität > genehmigungspflichtige Leistungen > Labor > Rechtsgrundlagen

Die Richtlinie besteht aus einem allgemeinen Teil A und einem speziellen Teil B. Teil A enthält grundlegende Anforderungen an die Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen und ist für jeden, der laboratoriumsmedizinische Verfahren durchführt, verbindlich. Teil B (Spezielle Teile) enthält derzeit als Teil B 1 Regelungen zu quantitativen laboratoriumsmedizinischen Untersuchungen. Die Neuregelung zur Nachweispflicht bezieht sich auf den Teil B 1, für die eine elektronische Dokumentation vereinbart wurde, welche ab 01.04.2011 für alle Leistungserbringer von ringversuchspflichtigen Labor­leistungen verbindlich ist.

Mit dem Softwareupdate für das 2. Quartal 2011 wurde in jede Praxissoftware ein Modul zum Erfassen der Ringversuchszertifikate integriert. Weitere Informationen dazu erhielten Sie bereits in den KVS-Mitteilungen 5/2011 und der dem Heft beigefügten Beilage (Informationen für die Praxis – Labor-Ringversuche).

Die erfolgreiche Teilnahme an einem Ringversuch muss nachgewiesen werden für die Analyte (Messgrößen), die in der Rili-BÄK in den Anlagen B1a bis c aufgeführt werden. Die unterschiedliche Systematik der Anlage B1 (unterschiedliche Materialien wie Serum/Plasma/Vollblut, Urin, Liquor) und des EBM bedingen, dass für einen Teil der Untersuchungsverfahren mehrere Positionen im EBM vorhanden sind und für andere (z. B. „Ähnliche Untersuchungen“) verschiedene Untersuchungsverfahren auf eine Gebührenordnungsnummer abgebildet werden.

Ausgenommen von der Zertifikatspflicht sind Untersuchungen, die im Rahmen der patientennahen Sofortdiagnostik mit „Unit-use-Reagenzien durchgeführt werden. Zu den Untersuchungen im Rahmen der patientennahen Sofortdiagnostik mit Reagenzträgern bei Akutfällen gehören die Untersuchungen nach GOP 32025, 32026, 32035 bis 32039. Diese Untersuchungen sind nach den Herstellerangaben zur Qualitätssicherung zu prüfen und zu dokumentieren.

Sofern Sie die Glukosebestimmung in der patientennahen Sofortdiagnostik mit der GOP 32057 (ggf. in Verbindung mit 32089) berechnen, sollten Sie prüfen, ob die Voraussetzungen für die Berechnung der GOP 32025 gegeben sind. Trägergebundene Reagenzien stehen der Berechnungsfähigkeit nicht entgegen. Der Leistungsinhalt der GOP 32025 entspricht der patientennahen Sofortdignostik.

Entsprechend Vorstandsbeschluss vom 23.11.2005 wurden bereits in der KV Sachsen die ringversuchspflichtigen Leistungen des Speziallabors (Kapitel 32.3) hinsichtlich der Vorlage eines gültigen Ringversuchszertifikates überprüft. Der Vorstand hat dazu am 18.05.2011 beschlossen, dass der Nachweis von Ringversuchszertifikaten des Speziallabors (Abschnitt 32.3) weiterhin zusätzlich zur elektronischen Erfassung in Papierform der zuständigen Bezirksgeschäftsstelle zu übermitteln ist.

Die Zertifikate für die ringversuchspflichtigen Leistungen des Basislabors sind in der Laborpraxis zu archivieren und können stichprobenartig überprüft werden.

Die folgende Tabelle zeigt die ringversuchspflichtigen Analyte der Anlage B1a bis c ergänzt mit der dazugehörigen Laborleistung aus dem EBM (diese Übersicht stimmt mit der Schlüsseltabelle der KBV Version 1.03 überein).

Die Tabelle finden Sie im PDF-Download:

"Ringversuchspflichtige Laborleistungen des Kapitels 32 – entsprechend Rili-BÄK vom 23.11.2007 (am 01.04.2008 in Kraft getreten), Tabelle B 1a bis 1c"

- Qulitätssicherung/ba -

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