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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 06/2011

Ausgabe 06/2011

zum Inhalt dieser Ausgabe

In eigenener Sache



20 Jahre KV Sachsen – ein persönlicher Rückblick

 

Frau Dr. Schwäblein-Sprafke, es ist jetzt ein halbes Jahr her, dass Sie nach fast zwei Jahrzehnten aktiver Mitgestaltung der KV Sachsen in den Ruhestand gegangen sind. Wie geht es Ihnen?

Glänzend, ich bin ein glücklicher Rentner. Vorher so lange arbeiten zu gehen ging nur, weil ich die Arbeit in der Praxis und in der KV sehr gern gemacht habe. Genauso gern bin ich jetzt Rentner.

Welche Eindrücke sind Ihnen am stärksten in Erinnerung geblieben?

Ganz wichtig ist, dass wir in der Gründungsphase so hoch motiviert waren, nun endlich alles ändern zu können und damit auch gleich am Anfang so viel geschafft zu haben. Die positiven Eindrücke überwiegen klar. Rückblickend habe ich aber den Eindruck, dass wir damals kollegialer miteinander umgegangen sind – der Umgangsstil war ein anderer.

Wie hat sich die KV Sachsen aus Ihrer Sicht im Laufe der Jahre verändert?

Die positive Honorarentwicklung bleibt ganz wichtig, aber die Transparenz ist verloren gegangen. Viele Kollegen in den Praxen können nicht mehr erkennen, was gesundheitspolitisch erreichbar und durch­setzbar ist. Sie sehen nicht, was die KVen alles für sie tun. Dabei merken inzwischen auch KV-Gegner, dass es ohne die KVen nicht geht.

 

Wie haben Sie selbst die KV in Ihrer Hautarztpraxis wahrgenommen?

Erst mal war ich dankbar, regelmäßig Geld überwiesen zu bekommen. Natürlich ging auch mir die Bürokratie auf den Geist. Ich konnte mir aber mit meinem Hintergrundwissen erklären, warum sich manches nicht vermeiden ließ.

Wie wäre weniger Bürokratie möglich?

Wir brauchen einen papier- und vorschriftenärmeren Weg, aber an diesem Problem sind schon einige gescheitert, auch bekannte Prersönlichkeiten aus KV und Politik. Will man Bürokratieabbau konsequent betreiben, muss man alle Vorschriften auf die Zehn Gebote reduzieren. Zum Beispiel: „Du sollst nicht lügen! Du sollst nicht falsche Behandlung abrechnen! Du sollst nicht begehren deines Nächsten Honorar!“ und so weiter. Ich höre schon die Proteste dazu!

Was war aus heutiger Sicht das Wichtigste?

Wir wollten die Körperschaft und wir haben sie erkämpft. Ich wundere mich manchmal, wie leicht mancher das inzwischen wieder aufs Spiel setzt. Wir haben eine Selbstverwaltung erkämpft, doch einige setzen das wegen der Durchsetzung von Eigeninteressen wieder aufs Spiel.

Einige stellen die KVen existenziell infrage. Sehen Sie Ihr Lebenswerk gefährdet?

Überhaupt nicht, es gibt keine funktionierende Alternative!

Wie sähe ein alternatives GKV-System aus?

Das wäre die Kostenerstattung, aber eine mengenbegrenzte Kostenerstattung geht nicht. Ohne Deckelung geht es wegen der begrenzten Mittel nicht. Aber eine sozial abgepufferte Kostenbeteiligung wäre denkbar.

Wie verläuft Ihr Leben „nach der KV“?

Ich bin dankbar, dass meine Patienten versorgt sind, weil ich eine Nachfolgerin habe. Mit viel Freude spiele ich Golf, treibe im Fitnessstudio Sport und bin froh, endlich Zeit dafür zu habe. Ich reise und lese jetzt viel und genieße die Zeit.

Vielen Dank und weiterhin alles Gute!

– Öffentlichkeitsarbeit/im –

 

 

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„Sommerheft“ im August

 

Auch in diesem Jahr möchten wir Ihren Briefkasten in der Urlaubszeit wieder ein wenig entlasten.

In bekannter Weise produzieren wir deshalb auch 2011 in den Monaten Juli und August nur ein Heft der KVS-Mitteilungen.

Die Auslieferung ist für Mitte August (33. KW) geplant.

Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern schöne Urlaubstage und gute Erholung.

– die Redaktion –

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