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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 05/2011

Mammographie-Screening in Sachsen

Die Ausführungen von Herrn Dr. Hamm wurden von der KV Sachsen auch als Presseinformation publiziert und werden nachfolgend wiedergegeben.

Mammographie-Screening-Programm in Sachsen fest etabliert „Das bundesweite, qualitätsgesicherte und bevölkerungsbezogene Mammographie-Screening-Programm für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren nach den Europäischen Leitlinien hat sich in den letzten Jahren in Sachsen fest etabliert.“

Dieses Fazit zieht Dr. Klaus Hamm, Vorsitzender des Regionalausschusses Chemnitz der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen. Der Chemnitzer Facharzt für Radiologie erläutert: „Wegen des relativ späten Starts des Programms konnten in Sachsen die Erfahrungen aus anderen Bundesländern genutzt werden.

Es kommt deshalb in allen Untersuchungseinheiten seit Beginn modernste digitale Röntgentechnik zum Einsatz. So wird z. B. mit der digitalen Direktradiographie eine Absenkung der Strahlenexposition je Untersuchung auf unter 50 % gegenüber der herkömmlichen Technik erzielt. Um schon vorher abschätzen zu können, ob das erwartete Ergebnis eintritt, und ggf. reagieren zu können, wurden als Hilfsgrößen so genannte Surrogatparameter entwickelt, die im laufenden Programm eine kontinuierliche zeitnahe Qualitätssicherung gestatten und indikativ für die wahrscheinliche künftige Senkung der Brustkrebssterblichkeit sind.“

Für Dr. Hamm stehen die nachfolgend dargestellten Fakten für den bisherigen Erfolg des Mammographie-Screening-Programms im Freistaat:

Häufige Entdeckung von Brustkrebsvorstufen und damit Verhinderung einer manifesten Tumorerkrankung. Die Zahl der Frauen, bei denen eine Vorstufe von Brustkrebs entdeckt wurde, ist durch das Programm deutlich angestiegen. Der Anteil der Frauen, bei denen diese Diagnose zu stellen war, beträgt 17,6 % der Er krankten und ist damit nahezu dreimal so hoch wie im Bereich der kurativen Diagnostik (nach internationalen Standards war ein Wert zwischen 10 und 20 % zu erwarten).

Häufige Entdeckung von Brustkrebsfrühformen und damit Erhöhung der Heilungschancen sowie Senkung der Brustkrebssterblichkeit. Der Anteil der im Früherkennungsprogramm entdeckten invasiven Brust krebsherde, die eine Größe von 10 mm noch nicht überschritten haben, soll mehr als 20 bis 25 % der Fälle betragen. In Sachsen sind es 28,2 %, bei den nicht im Programm diagnostizierten Befunden aber nur 10,6 %. Frühe Formen des Brustkrebses haben noch nicht auf die Lymphknoten übergegriffen. Der Anteil im Screening entdeckter Karzinome ohne Lymphknotenbefall soll bei über 70 % liegen – in Sachsen sind es 76,4 %.

Insgesamt wurde in allen Altersgruppen nach der ersten Untersuchung über dreimal häufiger die Diagnose Brustkrebs gestellt, als das ohne Früherkennungsuntersuchung möglich war.

Auch bei den Folgeuntersuchungen im Abstand von ca. 2 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Vorstufe oder Frühform von Brustkrebs gefunden wird, um den Faktor 1,5 größer. Dies bestätigen die ersten Erhebungen auf Grundlage der vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Sächsischer Tumorzentren in Sachsen.

Der Radiologe resümiert abschließend: „Die frühe Diagnosefindung ist Voraussetzung für eine häufigere Heilung durch weniger belastende Therapie verfahren und bedeutet damit eine Minimierung der Einschränkung der Lebensqualität betroffener Frauen.“

(Presseinformation der KV Sachsen vom 27.04.2011)

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