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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 12/2009

Dank an den Prüfarzt: Briefwechsel Dr. Herzfeld – Dr. Heckemann

Dr. A. Herzfeld, Lützner Str. 195,D-04209 Leipzig

Herrn Dipl. Med. Ralf-Rainer Schmidt

KVS – BGST Leipzig

Braunstraße 16 ·

04347 Leipzig

Leipzig, 20. Oktober 2009

Offener Brief zur Abberufung als Prüfarzt

Sehr geehrter Herr Kollege,

Am 04.05.2009 teilten Sie mir mittels Serienbrief auf billigem Kopierpapier mit, dass ich mit einer ungenannten Anzahl weiterer Kollegen als Prüfarzt abberufen worden bin. In einem Satz wünschen Sie mir Gesundheit und persönliches Wohlergehen.

Nach fast 15 Jahren als Prüfarzt erwarte ich ja nicht den KVS-Verdienstorden. Aber man hätte uns in einer kleinen Feierstunde eine Urkunde überreichen oder ein paar Blumen schicken können. Nein, nicht einmal ordentliches Briefpapier sind wir Ihnen wert! Respekt und Kollegialität sieht anders aus.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Andreas Herzfeld

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Ihr Offener Brief vom 20. Oktober 2009

Sehr geehrter Herr Kollege Herzfeld,

dass Sie Ihre 15-jährige Tätigkeit als Prüfarzt durch ein schlichtes Abberufungsschreiben nicht hinreichend gewürdigt sehen, kann ich gut nachvollziehen. Ihr Schreiben ist uns Anlass, darüber nachzudenken, in welcher Art und Weise wir zukünftig unsere Wertschätzung gegenüber Kolleginnen und Kollegen, die sich durch Übernahme von Aufgaben und Ehrenämtern für die KV Sachsen besonders engagiert haben, zum Ausdruck bringen. Angesichts der nicht unerheblichen Anzahl an in die KV-Tätigkeit – auch im weiteren Sinne – eingebundenen Kolleginnen und Kollegen und der damit einhergehenden personellen Wechsel ist es allerdings aus organisatorischen, kapazitären und finanziellen Gründen nicht leicht, die Kolleginnen und Kollegen z.B. in Form einer Feierstunde zu ehren, wobei Ihnen allerdings beizupflichten ist, dass es primär um eine adäquate Geste des Dankes unabhängig der konkreten Ausgestaltung geht.

Ich möchte Ihnen aber versichern, dass wir um den Wert der ehrenamtlichen Tätigkeit wissen, wenngleich wir Ihnen leider einen anderen Eindruck vermittelt haben. Gestatten Sie mir dennoch bzw. gerade darum, Ihnen persönlich herzlich für Ihre Aktivitäten als Prüfarzt zu danken. Für Ihre Zukunft wünsche ich Ihnen alles Gute.

Ihr Schreiben und unsere Antwort werden wir in den nächsten KVS-Mitteilungen veröffentlichen.

Mit freundlichen und kollegialen Grüßen

Dr. med. Klaus Heckemann

Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen

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Bestandsaufnahme für den Aufbau der Telematikinfrastruktur aufgenommen

Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler hat die Gespräche mit der Selbstverwaltung über den weiteren Aufbau einer Telematikinfrastruktur für das Gesundheitswesen aufgenommen.

Bei einem Treffen mit Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, (KBV), und Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), wurde die im Koalitionsvertrag verabredete Bestandsaufnahme eingeleitet, bei der der mögliche Leistungsumfang der Gesundheitskarte sowie das Geschäftsmodell und die Organisationsstrukturen der Gesellschaft für Telematikanwendungen der gesundheitskarte mbH (Gematik) und ihr Zusammenwirken mit der Selbstverwaltung und dem Bundesministerium für Gesundheit sowie die bisherigen Erfahrungen in den Testregionen überprüft und bewertet werden sollen.

Dabei wurden der aktuelle Status des Projektes, die Ausrichtung der weiteren Testmaßnahmen, die hierauf basieren-den notwendigen weiteren Umsetzungsschritte sowie das Themenfeld der Zusammenarbeit der Gesellschafter der Gematik einschließlich der für einen erfolgreichen Projektfortschritt erforderlichen Entscheidungsstrukturen erörtert.

Zwischen den Gesprächspartnern bestand Übereinkunft, dass eine praxisorientierte und sichere Telematikinfrastruktur notwendig ist, damit die Herausforderungen an ein technologisch hochentwickeltes und modernes Gesundheitswesen erfüllt werden können. Angesichts der Ergebnisse der Testvorhaben gilt es, den weiteren Ausbau der Infrastruktur konsequent darauf auszurichten, dass die Praxistauglichkeit für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte, die Verbesserung der Qualität der Behandlung für die Patientinnen und Patienten sowie die Sicherheit im Vordergrund stehen. Nur so ist es möglich, die notwendige Akzeptanz der Telematikinfrastruktur insbesondere bei den Versicherten und Ärzten zu gewinnen.

Die Erweiterung der Krankenversichertenkarte zu einer elektronischen Gesundheitskarte soll deshalb zunächst auf ein modernes, sicheres Versichertendatenmanagement sowie die Notfalldaten konzentriert werden. Zugleich sollen die Forderungen der Ärzte und Krankenkassen nach einer sicheren Kommunikationsinfrastruktur schnellstmöglich umgesetzt werden.

Für alle weiteren möglichen medizinischen Anwendungen müssen zuerst konsequent Lösungen entwickelt und optimiert werden, die ihren Nutzen für die Patientinnen und Patienten, ihre Praxistauglichkeit sowie die Einhaltung des Datenschutzes in Testverfahren eindeutig nachgewiesen haben.

Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler erklärt zu den Gesprächsergebnissen: „Wir gehen den Aufbau der Telematikinfrastruktur schrittweise an und beginnen mit einer erweiterten und datenschutzrechtlich sichereren Krankenversichertenkarte. Die Realisierung weiterer medizinischer Anwendungen wird so lange mit einem unbefristeten Moratorium belegt, bis praxistaugliche, höchsten datenschutzrechtlichen Anforderungen entsprechende Lösungen vorgelegt werden.“

KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller: „Wir sollten die Chance einer ergebnisoffenen Bestandsaufnahme nutzen. Im Vordergrund steht das Ziel, innovative Lösungen zu finden, die dem aktuellen technischen Stand entsprechen und die jeweiligen Anforderungen der Beteiligten berücksichtigen.“

Dr. Doris Pfeiffer, Vorsitzende des Vorstands des GKV-Spitzenverbandes:

„Deutschland braucht eine Telematikinfrastruktur, mit der medizinische und administrative Daten schnell und sicher ausgetauscht werden können. Das setzt ein gemeinsames Vorgehen von Ärzten, Krankenkassen, Industrie und Politik voraus. Im Vordergrund muss ein angemessenes Verhältnis von Kosten und Nutzen stehen. Die begonnenen Gespräche sind eine Chance, die Weichen für eine bessere Versichertenversorgung zu stellen.“

Es wurde vereinbart, die Gespräche in diesem Jahr weiter fortzusetzen und insbesondere hinsichtlich der Frage eines effektiven Projektmanagements zum Abschluss zu bringen.

(Gemeinsame Pressemitteilung des Bundsministeriums für Gesundheit,

des GKV-Spitzenverbandes und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

vom 18.11.2009)

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