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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 12/2009

Wo laufen sie denn, wo laufen sie denn hin?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

sicher kennen Sie diesen Ausruf von Wilhelm Bendow aus dem Rennbahn-Sketch von 1926.

Das Gefühl des Hasen, von immer neuen Ich-bin-allhier-Rufen hin und her gehetzt zu werden, kennen wir alle. Zuletzt waren es die schnellen Wechsel der öffentlichen Meinung beim Impfen oder Nicht-Impfen. Wie gefährlich entwickelt sich die Schweinegrippe wirklich? Was ist zu lassen und zu tun, welche Expertenmeinung ist richtig?

Schon jetzt gilt unser Dank allen Kolleginnen und Kollegen mit ihrem Personal, die trotz sich teilweise widersprechender Informationen verschiedener Fachleute und Institutionen richtig gehandelt und ihre Arbeit gut gemacht haben.

Die nächste Furche auf dem Hasenacker sind die Hausarztverträge nach §73 b. Noch ist dieser Paragraf unverändert da. Wie verändert sich die Vertragslandschaft und bleibt sie überschaubar? Ich erinnere an das Titelbild vom Heft 11/2008. Das Auto überschlägt sich: Monopol ja, Monopol nein, Monopol ja … Wir warten mit Spannung die 100 Tage ab, für welchen Igel sich die neue Regierung entscheidet. Dr. Philipp Rösler hat ja mit seiner Mannschaft ein schweres Erbe übernommen und steht vor schwierigen Entscheidungen. Wird den lautstark „Not leidenden Bayern“ nachgegeben oder kann die erneute Entsolidarisierung zwischen den Ländern vermieden werden?

Kommt sie oder kommt sie nicht? Über die eCard wird viel gestritten. Inzwischen ist zwar klar, wohin „der Hase läuft“, aber er schlägt viele Haken und man weiß nicht so recht wann er tatsächlich ankommt. Übrigens sollte Sachsen als „Durchstichregion“ herhalten, siehe KVS-Mitteilungen 2/2008. Wir haben das verhindert. Unsere nordrheinischen Kollegen sind jetzt in der Rolle des Hasen. Solange es nur um das Versichertendaten-

management geht, wird die elektronische Gesundheitskarte keine Akzeptanz bei den Ärzten finden. Bisher ist die Praxistauglichkeit noch nicht nachgewiesen.

Unsere Vertragspartner, die gesetzlichen Krankenkassen, sind auch viel unterwegs. Viele sind auf Brautschau. Die AOK Plus wirbt zurzeit um die AOK Hessen. Schließt sich hier einmal der Westen dem Osten an?? Für uns ist ja primär interessant, wie sich diese und mögliche weitere Kassenfusionen auf die ambulante Versorgung bei uns auswirken.

Die bevorstehenden Feiertage bieten uns Gelegenheit, unsere Läufe durch welche Furche auch immer einmal zu unterbrechen und inne zu halten.

Ihnen, Ihren Familien und Mitarbeiter(inne)n wünsche ich auch im Namen von Herrn Heckemann frohe und besinnliche Weihnachtsfeiertage. Für 2010 wünschen wir Ihnen und uns allen mehr Zeit für die eigentliche Arbeit in unserem schönen Beruf.

Möge die in Sachsen bewährte Solidarität zwischen den Ärzten erhalten bleiben, auch wenn es natürlich auch inhaltliche Auseinandersetzungen gibt. Selbst in der besten Ehe gibt es Meinungsverschieden-

heiten. Gehen wir die Aufgaben gemeinsam und lösungsorientiert an.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Ihre Stellv. Vorstandsvorsitzende
Ulrike Schwäblein-Sprafke

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