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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 12/2008

Mammographie in Sachsen – eine Erfolgsgeschichte

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zum Jahresende wird gern Bilanz gezogen. Lassen Sie mich an dieser Stelle ein Thema herausgreifen, das zwar nur wenige Kollegen betrifft, aber ein schönes Beispiel für sehr gute Zusammenarbeit über die Fachgrenzen hinaus darstellt: das Mammographie-Screening. Die ersten beiden sächsischen Mammographiepraxen in Sachsen starteten im Juli 2007. Inzwischen haben 19 von geplanten 21 Standorten ihre Arbeit aufgenommen, die 20. ist zertifiziert. Sie werden in ländlichen Regionen durch z. Zt. drei fahrbare Röntgenpraxen ergänzt, die sogenannten Mammobile. Jede Woche werden ca. 6.300 Einladungen an die anspruchsberechtigten Frauen verschickt. Im Bundesdurchschnitt nehmen 54% der Frauen dieses Recht wahr, in Sachsen sind es bisher kumuliert 77,5%. Wir Sachsen sind also nicht nur bei der Pisastudie Spitze. Das hat mehrere Gründe.

Zum ersten arbeiten die Programmverantwortlichen Fachärzte in Sachsen eng mit den Hausärzten und Gynäkologen zusammen. Uns geht es nicht um ein entweder oder, sondern um sinnvoll abgestimmte Ergänzungen und ein vertrauensvolles Miteinander. Das Früherkennungsprogramm ist weder Ersatz noch Alternative zu den jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen, es ist eine wichtige Ergänzung. Wenn die Frau nicht widerspricht, wird der Hausarzt bzw. Gynäkologe über das Ergebnis der Untersuchung informiert.

Frauen, die nicht bei einem Gynäkologen in Behandlung sind, bekommen wohnortnahe Kollegen genannt. So erreichen wir auch Frauen, die sonst nicht zum Gynäkologen gehen. Ein besonderer Dank gilt den Programmverantwortlichen Ärzten, ihren Mitarbeiterinnen und den mit einbezogenen radiologischen, onkologischen, pathologischen, gynäkologischen und hausärztlichen Fachkollegen. Ich möchte an der Schwelle des neuen Jahres betonen: nur gemeinsam sind wir fachlich und berufspolitisch erfolgreich.

Zum zweiten haben wir ein gut funktionierendes Einladungswesen. Die anspruchsberechtigten sächsischen Frauen werden von der in Regie der KV Sachsen arbeitenden „Zentralen Stelle Mammographie-Screening“ eingeladen. Die Adressen werden regelmäßig aus den Melderegisterdaten abgeleitet. An dieser Stelle möchte ich mich bei Frau Majewski und ihren Kolleginnen herzlich für die sehr gute Arbeit bedanken.

Zum dritten haben wir eine hohe Anzahl von Selbsteinladerinnen. Wer anspruchsberechtigt ist und bald einen Termin möchte, kann sich diesen ebenfalls durch die Zentrale Stelle vermitteln lassen. Auch das wird in Sachsen weit überdurchschnittlich wahrgenommen. Damit das so bleibt und sich noch verbessert, haben wir am 3. Dezember wieder einmal die Medien mobilisiert, näheres siehe Seite 8.

Die genannten sehr guten Ergebnisse sind uns nicht in den Schoß gefallen. Im Rahmen der Verhandlungen zur Gesamtvergütung 2009 konnte erreicht werden, dass die Vergütung in gleicher Höhe wie bisher außerbudgetär auch im Jahr 2009 fortgesetzt wird, davon profitieren alle Screening-Einheiten in Sachsen.

Im Jahr 2009 steht Ihnen und uns viel Arbeit bevor, vieles wird sich ändern. Behalten wir die Nerven und die Übersicht. Dazu wünsche ich Ihnen auch im Namen meines Vorstandskollegen Klaus Heckemann viel Kraft und gute Gesundheit, davor aber erst einmal besinnliche und erholsame Feiertage.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

 

 

 

 

Ihre Stellv. Vorstandsvorsitzende
Ulrike Schwäblein-Sprafke