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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 12/2008

18 Monate Mammographie-Screening in Sachsen …

… waren Anlass, am 3. Dezember in Chemnitz eine erste Bilanz zu ziehen und über die regionalen Medien häufig gestellte Fragen öffentlich zu beantworten. Unsere Stellv. Vorstandsvorsitzende Dr. Ulrike Schwäblein-Sprafke konnte dazu über 20 Vertreter der beteiligten Institutionen, der Ärzteschaft und der Medien begrüßen.

Andrea Epkes, Geschäftsbereichsleiterin der AOK Plus betonte, dass in diesem Projekt nach den Europäischen Leitlinien für die Qualitätssicherung des Mammographie-Screenings gearbeitet wird. „Nur weil alle Akteure in Sachsen intensiv zusammengearbeitet haben, war der Erfolg eines von Beginn an fast flächendeckenden Angebotes des Mammographie-Screenings hier im Land möglich.“ Die Vertreterin der gesetzlichen Krankenkassen nennt das große Ziel: „Die Entdeckung eines Brusttumors im frühzeitigen Stadium erhöht die Überlebenschancen, ermöglicht schonende Behandlungsmöglichkeiten und brusterhaltende Therapien. Das Mammographie-Screening-Programm soll langfristig die Sterblichkeitsrate in der Altersgruppe der 50- bis 69-jährigen reduzieren.“

Diese Aussage wird im weiteren Verlauf der Veranstaltung von den anwesenden Fachärzten immer wieder bekräftigt. Der Berufsverbandsvorsitzende der Radiologen in Sachsen, Dr. Klaus Hamm, brachte es auf den Punkt: „Wir finden im Früherkenungsprogramm bei 7 von 1.000 untersuchten Frauen einen bösartigen Befund. Hier wird in den meisten Fällen eine schonende Behandlung möglich. Von 1.000 Frauen, die nicht teilnehmen, vergeben 7 diese Chance.“

Er hat bereits Rückäußerungen von Frauen, die sagen, „ich habe zwar Brustkrebs, aber man sieht nichts.“ Sein Kollege vom Berufverband der Gynäkologen, Dr. Bernd Pittner, ergänzte: „Wir haben den durch das Mammographie-Screening verstärkten Vorsorgegedanken bei den Frauen auch für andere Untersuchungen im gynäkologischen Bereich nutzen können.“

Für die Programmverantwortlichen Ärzte (PVA) zog Dr. Ray-Michael Geidel eine Zwischenbilanz. Er lobte das unverändert große Interesse der Frauen am Mammographie-Screening, das sich am konstant hohen Anteil von Klientinnen zeigt, die sich selbst einladen. Den Frauen wird ein sehr hoher Qualitätsstandard bei Technik und Personal geboten. Als Beispiele nannte er u. a. die Doppelbefundung, die Konsensuskonferenzen und die regelmäßige Evaluation der Ergebnisse. Die immer wieder ins Spiel gebrachte Strahlenbelastung einer Mammographie „entspricht etwa der bei einem Flug von London nach Australien.“

Der Referatsleiter im Sächsischen Sozialministerium, Jörg Pichler, bezog sich auf die gesetzlichen Grundlagen. Die Umsetzung des im Mai 2006 erlassenen „Sächsischen Früherkennungsdurch-führungsgesetzes“ hat „am Anfang viel Zeit und Kraft gekostet“. Datenschutz und hohe Qualitätsstandards verhinderten eine schnellere Einführung, aber der Einsatz hat sich gelohnt. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, sie führt am häufigsten zum Tode. „Deshalb hält das SMS das Screening für einen unverzichtbaren Bestandteil der Behandlungskette.“

Viel Lob von allen Seiten erhält an diesem Tag die Zentrale Stelle, die jede Woche über 2.400 Anrufe über das Servicetelefon 0371/9 18 50 999 entgegen nimmt und bearbeitet sowie bis zu 6.300 Einladungen an anspruchsberechtigte Frauen verschickt. Frau Dr. Schwäblein-Sprafke dankte allen Beteiligten. Ihre Ausführungen sind im Editorial wiedergegeben.

– Öffentlichkeitsarbeit/im –

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