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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 10/2008

Unter Druck: Die Druckerei Böhlau wird 20

Viele Mediziner erfüllten sich Anfang der 1990er Jahre den Wunsch nach einer eigenen Niederlassung. Die Selbständigkeit in seinem Beruf gewagt hatte bereits 1988 der damals 33-jährige Thomas Böhlau. Nach dem Abitur mit Berufsausbildung als Schriftsetzer und dem Studium als Ingenieur für Drucktechnik sammelte er Berufserfahrung als Herstellungsleiter in einer Leipziger Verlagsgruppe. Das Arbeitsklima in privaten Handwerksdruckereien, selbständige Entscheidungen und Eigenverantwortung entsprachen seinen Vorstellungen. Ein Risiko war dabei: Kommen Aufträge?

Jede neu gegründete Organisation benötigt ein Kommunikationsmedium für ihre Mitglieder. Die KV Sachsen, anfangs ausgerüstet mit Bildschirmschreibmaschinen vom Typ BSM 100 (Triumph-Adler) erstellte zunächst Landesrundschreiben. Ab 1992 wurden diese durch „grüne Hefte“ abgelöst, die „KVS-Mitteilungen“. Seither sind ca. 140 Ausgaben erschienen, allesamt gesetzt, ab dem 2. Heft auch gedruckt und versandt durch die Druckerei Böhlau in Leipzig.

Anfangs aller 2 Monate in schlichtem KV-Grün, ab 1996 mit Titelbild und Farbfotos wurde das Mitteilungsheft der KV Sachsen weiterentwickelt.

Dabei ermöglicht die vertrauensvolle Zusammenarbeit Aktualisierungen, die auf dem „großen Dienstweg“ nicht möglich wären. Während anfangs viele große Briefumschläge als „Datenträger“ fungierten, vermindern inzwischen E-Mails die den Briefen folgende Fax-Flut. Seit Hans Böhlau in die Firma seiner Eltern eingetreten ist, hat auch die grafische Gestaltung an Qualität gewonnen. Eine besondere Herausforderung war die zur Einstellung ins Internet notwendige Umformatierung der KVS-Mitteilungen.

Von vielen Lesern monatlich erwartet, erscheinen auch nach seinem Ruhestand Ende 1996 weiterhin die Rubriken „Wir erinnern an“ und „Zur Lektüre empfohlen“ unseres ehemaligen Redakteurs Manfred P. Bläske, der in den Anfangsjahren dieses Heftes seine langjährigen Lektorenerfahrungen einbringen konnte. Heute erhält die Redaktion seine Beiträge bereits in gesetzter Form, ein schönes Beispiel für effektive und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Vor wenigen Tagen feierte die Druckerei Böhlau mit ihren konstant neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihr 20-jähriges Firmenjubiläum. Das war Anlass, drei Drucker, u.a. den zweiten Junior Georg Böhlau, zu gautschen.

gautsch.jpg Gautschen nach alter Tradition

Diese alte Handwerkstradition ist ein Aufnahmebrauch der Buchdruckergesellen seit Gutenberg. Sie ähnelt der Äquatortaufe der Seeleute, ist aber auf das Entwässern handgeschöpften Papiers zurückzuführen.

Thomas Böhlau erinnert sich an viele kurzfristig hergestellte Sonderhefte, Beilagen und Plakate. Auch als „Berufsfremde“ nahmen die Böhlaus Anteil an den großen gesundheitspolitischen Entscheidungen, Budgetierungen und Praxisschließungen. Die Ärzteproteste marschierten quasi auch durch seine Druckmaschinen. Die berufspolitischen Entscheidungen wurden auf dem Lichttisch unter die Lupe genommen.

Die Redaktion gratuliert und freut sich auf eine weitere gute Zusammenarbeit.

– Öffentlichkeitsarbeit/im –