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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 09/2008

Ausgabe 09/2008

zum Inhalt dieser Ausgabe

Berufs- und Gesundheitspolitik



Positiver Abschluss ist entscheidender Schritt zur Stabilisierung der ambulanten medizinischen Versorgung im Osten!

Potsdam, 01. September 2008. Als „einen positiven Abschluss, der Anlass zu verhaltenem Optimismus gebe“, bezeichnete der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Ost-KVen, der brandenburgische KV-Vorsitzende Dr. med. Hans-Joachim Helming, die erzielten Ergebnisse bei den Vergütungsverhandlungen zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem Spitzenverband der Krankenkassen in Berlin.

Danach werden bundesweit insgesamt knapp 2,7 Milliarden Euro im Jahr 2009 mehr für die ambulante medizinische Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Angesichts der seit über 15 Jahren erfolgten chronischen Unterfinanzierung im Osten – rund 30 Prozent der erbrachten Leistungen wurden nicht vergütet – erhalten die neuen Bundesländer daraus einen prozentual größeren Anteil. „Dies ist enorm wichtig, da sonst die Versorgung der Bevölkerung in der bisherigen Qualität nicht mehr gewährleistet gewesen wäre“, stellte Dr. Helming fest.

Gegenwärtig beträgt die Vergütung ärztlicher Leistungen nur 81 Prozent im Vergleich zu den Alt-Bundesländern. „Dies wird sich auf rund 94 bis 95 Prozent in 2009 positiv entwickeln“, so Helming. Das harte Verhandeln auf Bundesebene habe sich endlich einmal ausgezahlt. „Dies ist ein Ergebnis, dass für Ärzte und Patienten im Osten gleichermaßen erfreulich ist.“

In den kommenden Wochen werde es jedoch noch intensive Verhandlungen mit den Krankenkassen in den einzelnen Ländern geben. „Erst dann werden wir exakt beurteilen können, wie viel von den zusätzlichen Geldern in den einzelnen Ländern ankommt und wie es verteilt werden kann“, so Dr. Helming.

Mit Blick auf den Ärztemangel insbesondere im Osten und dort in den ländlichen Regionen sei die Anhebung der Honorierung ebenfalls ein wichtiges Signal. Helming: „Wenn es zu einer weitgehenden Angleichung der Honorierung kommt, dann werden auch wieder junge Ärzte den Weg zu uns finden.“

- Dr. Helming, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Ost-KVen, zu den Vergütungsverhandlungen auf Bundesebene -

Förderung Medizinstudenten

Bereits in den KVS-Mitteilungen 6/2008 haben wir über das am 22.05.2008 von den Krankenkassen, der KV Sachsen und dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales beschlossene Programm zur Förderung von Medizinstudenten berichtet.

Die Informationen basierten auf ersten Absprachen und Abstimmungen der beteiligten Partner. Die entsprechenden verwaltungstechnischen und organisatorischen Umsetzungen waren noch vertraglich zu binden.

Nach umfassenden Verhandlungen sind die Vereinbarungen nunmehr konsentiert und eine Unterschrift steht unmittelbar bevor. Als Beginn des Programms ist weiterhin der 01.10.2008 avisiert. In der Anlage der „Vereinbarung zur Durchführung des Programms zur Förderung von Medizinstudenten mit dem Ziel die hausärztliche Versorgung in unterdurchschnittlich versorgten Gebieten im Freistaat Sachsen zu verbessern (Studienbeihilfe)“ sollen in einem Programm die Details zur Durchführung festgeschrieben werden.

Sobald die Vereinbarung von allen Partnern unterschrieben wurde, erfolgt eine breite Veröffentlichung dieses Programms auf der Homepage der KV Sachsen, als Beilage im nächstmöglichen Heft der KVS-Mitteilungen sowie im Sächsischen Amtsblatt, dem Sächsischen Ärzteblatt, im Internetauftritt der Universitäten Dresden und Leipzig und in allen relevanten studentischen Zeitschriften.

Der Vollzug des Programms „Studienbeihilfe“ obliegt der KV Sachsen. Interessierte Studenten bekommen deshalb von der KVS neben dem Programm auch ein Antragsformular zugesandt, mit dem sie sich für die Studienbeihilfe bewerben können. In den Studienjahren 2008/2009, 2009/2010 und 2010/2011 können jeweils bis zu 50 Studierende eine Zusage über die Zahlung von Studienbeihilfe erhalten. Sollte es mehr Bewerber um die Studienbeihilfe geben, als finanzielle Mittel im jeweiligen Studienjahr zur Verfügung stehen, entscheidet der Zeitpunkt des Vorliegens der vollständigen Antragsunterlagen. Ein Rechtsanspruch auf Teilnahme am Programm „Studienbeihilfe“ besteht nicht. Nach Prüfung der Antragsunterlagen schließt die KV eine Vereinbarung mit dem Studenten, die seinen Anspruch auf Zahlung der Studienbeihilfe begründet.

Beginn des Programms soll der 01.10.2008 sein. Eine rückwirkende Zahlung der Studienbeihilfe ist jedoch nicht möglich. Ausschlaggebend für den Beginn der Zahlung ist das Vorliegen der vollständigen Antragsunterlagen.

Patenschaftsmodell

Der am Programm „Studienbeihilfe“ teilnehmende Student verpflichtet sich, während der gesamten Dauer der Förderung eine Patenschaft mit einer anerkannten Patenschaftspraxis im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen einzugehen.

Seitens der Partner der Vereinbarung wurde die Umsetzung des Patenschaftsmodells an die KV Sachsen abgegeben. Bereits im letzten Heft der KVS-Mitteilungen wurde deshalb ein Aufruf veröffentlicht, dass sich an einer Patenschaft interessierte Ärzte bei der KV Sachsen melden sollen. Wir möchten diesen Aufruf hiermit nochmals bekräftigen und bitten alle Ärzte, die:

– Hausärztin/Hausarzt sind,

– trotz der bekannten politischen Schwierigkeiten Freude an ihrem Beruf haben und

– gern ihr Wissen und ihre Erfahrungen an junge angehende Mediziner weitergeben möchten,

sich schriftlich bei der:

KV Sachsen

„Förderung Medizinstudenten“

Schützenhöhe 12

01099 Dresden

oder per E-Mail unter

foerderung@kvs-lgst.de

zu melden.

Die Anerkennung erfolgt nach Prüfung eines vom Vorstand erarbeiteten Kriterienkataloges, den die entsprechenden Ärzte in Form einer Selbsterklärung ausfüllen. Das Hauptaugenmerk der Prüfung liegt dabei auf einer typisch allgemeinmedizinischen Grundausrichtung der Praxis.

Eine Liste aller anerkannten Patenschaftspraxen wird den an der Studienbeihilfe interessierten Studenten zugesandt, die dann die Patenschaft mit einer dieser Praxen eingehen und die Anzeige hierüber den Antragsunterlagen für die Studienbeihilfe beilegen.

– Sicherstellung/re –