Sie befinden sich hier: Startseite » Mitglieder » KVS-Mitteilungen » 2008 » 06/2008 » Abrechnung

KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 06/2008

Änderungen in Bezug auf Schutzimpfungen

Im Zuge der Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie (SiR) zum 1.7.2008 haben sich einige Änderungen in Bezug auf die bisherige Umsetzung in der KV Sachsen ergeben. Diese haben in erster Linie Auswirkungen auf die Leistungen gemäß Impfvereinbarung mit den sächsischen Primär- und Ersatzkassen, tangieren allerdings auch die mit einigen Krankenkassen vereinbarten Satzungsleistungen.

Im Folgenden gehen wir nun auf die Änderungen im Einzelnen ein und geben einige Hinweise, wo unmittelbar Handlungsbedarf bei der Abrechnungserstellung besteht.

Als Beilage zu diesem Heft finden Sie Austauschseiten zu den Abrechnungshinweisen, in denen diese Änderungen berücksichtigt wurden.

Änderungen in der Impfvereinbarung Sachsen

In Bezug auf die Impfvereinbarung Sachsen haben sich folgende Änderungen ergeben:

Einfach-Impfungen

• Diphtherie
Neuaufnahme einer Auffrischungsimpfung bei sonstigen Indikationen nach der Nr. 89101R (Wert: 5,20 Euro).

• Hepatitis A
Neuaufnahme einer Auffrischungsimpfung
nach der Nr. 89105R (Wert: 5,20 Euro).

• Hepatitis B
Die Auffrischungsimpfung für Säuglinge, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre als Standardimpfung nach der Nr. 89106R wurde gestrichen.

• Masern
Die Abrechnungsnummer 89113 ersetzt die bisher geltenden Nrn. 89113A und 89113B.

• Meningokokken
Die Abrechnungsnummer 89114 für die Schutzimpfung mit Konjugatimpfstoff als Standardimpfung bei Kindern ersetzt die bisher geltenden Nrn. 89114A und 89114B.

Neuaufnahme einer Auffrischungsimpfung bei sonstigen Indikationen nach der Nr. 89115R (Wert: 5,20 Euro).

• Pneumokokken
Die Abrechnungsnummer 89119 für die Schutzimpfung mit Polysaccharidimpfstoff als Standardimpfung für Personen über 60 Jahre ersetzt die bisher geltenden Nrn. 89119A und 89119B.

Die Abrechnungsnummer 89120 für die Schutzimpfung bei Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge angeborener oder erworbener Immundefekte mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion oder infolge einer chronischen Krankheit ersetzt die bisher geltenden Nrn. 89120A und 89120B.

• Poliomyelitis
Neuaufnahme einer Auffrischungsimpfung
als Standardimpfung für Säuglinge, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre nach der Nr. 89121R (Wert: 5,20 Euro).

Neuaufnahme einer Auffrischungsimpfung bei sonstigen Indikationen nach der Nr. 89122R (Wert: 5,20 Euro).

Zweifach-Impfungen

• Diphtherie, Tetanus
Die Nrn. 89200A und 89200B sind nur noch für die Kombinationsimpfung Diphtherie, Tetanus (DT) berechnungsfähig.

Die Auffrischungsimpfung nach der Nr. 89200R wurde gestrichen.

Die Abrechnungsnummern 89201A, 89201B und 89201R für die Kombinationsimpfung Diphtherie, Tetanus (Td) (Wert: 7,30 Euro) wurden neu aufgenommen.

• Hepatitis A und Hepatitis B
Die Abrechnungsnummern 89202Aund 89202B bei Vorliegen der Indikationen für beide Impfungen ersetzen die bisher geltenden Nrn. 89109A und 89109B.

• Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis B
Die Abrechnungsnummern 89203A und 89203B ersetzen die bisher geltenden Nrn. 89201A und 89201B.

Dreifach-Impfungen

• Diphtherie, Pertussis, Tetanus (DTaP)
Die Auffrischungsimpfung nach der Nr. 89300R wurde gestrichen.

• Diphtherie, Tetanus, Haemophilus influenzae –b
Die Kombinationsimpfung nach den Nrn. 89302A und 89302B entfällt ersatzlos.

• Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis (TdIPV)
Die Abrechnungsnummern 89302 und 89302R ersetzen die bisher geltenden Nrn. 89303A und 89303B.

Die Abrechnungsnummer für die letzte Dosis eines Impfzyklus wurde gestrichen und die Auffrischungsimpfung Nr. 89302R neu aufgenommen.

• Diphtherie, Pertussis, Tetanus (Tdap)
Die Abrechnungsnummern 89303 und 89303R ersetzen die bisher geltenden Nrn. 89304A und 89304B.

Die Abrechnungsnummer für die letzte Dosis eines Impfzyklus wurde gestrichen und die Auffrischungsimpfung Nr. 89303R neu aufgenommen.

Vierfach-Impfungen

• Diphtherie, Pertussis, Tetanus, Poliomyelitis (TdapIPV)
Die Abrechnungsnummern 89400 und 89400R ersetzen die bisher geltenden Nrn. 89400A, 89400B und 89400R.

Die Abrechnungsnummer für die letzte Dosis eines Impfzyklus wurde gestrichen.

• Diphtherie, Pertussis, Tetanus, Haemophilus influenzae -b
Die Kombinationsimpfung nach den Nrn. 89401A und 89401B entfällt ersatzlos.

• Masern, Mumps, Röteln, Varizellen (MMRV)
Die Abrechnungsnummern 89401A und 89401B ersetzen die bisher geltenden Nrn. 89402A und 89402B.

In Bezug auf diese Änderungen wird die KV Sachsen fehlerhaft angesetzte Abrechnungsnummern soweit wie möglich rechentechnisch umsetzen. In Bezug auf die Impfungen nach den Abrechnungsnummern 89202A, 89202B, 89200A, 89200B bzw. 89201A, 89201B, 89201R, 89203A, 89203B, 89302, 89302R, 89303, 89303R sowie 89401A und 89401B sind zwingend die neuen Leistungslegenden zu beachten. Sofern hier fehlerhaft abgerechnet wird, kann keine Korrektur durch die KV Sachsen erfolgen. Dies hat Auswirkungen auf die Verordnung der Impfstoffe und kann zu Anträgen auf sachlich-rechnerische Richtigstellung seitens der Krankenkassen führen.

Die Kombinationsimpfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Haemophilus influenzae -b und Diphtherie, Pertussis, Tetanus, Haemophilus influenzae -b sind ersatzlos entfallen.

Weiterhin ist zu beachten, dass bei der Influenza-Impfung von Kindern unter 36Monaten die Abrechnungsnummer 89112 zweimal angesetzt werden kann.


Auswirkungen der o. g. Änderungen in der Impfvereinbarung auf Satzungsleistungen

Die oben angesprochenen Änderungen haben folgende Auswirkungen auf die Vereinbarungen zu Satzungsleistungen mit ausgewählten Krankenkassen:

• Hepatitis A und Hepatitis B

Die Abrechnungsnummer 89202S für Kinder und seronegative Erwachsene (AOK Sachsen und Ersatzkassen) bzw. für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (IKK Sachsen) ersetzt die bisher geltende Nr. 89109S.

• Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis (TdIPV)

Die Abrechnungsnummer 89302S ersetzt die bisher geltende Nr. 89303S.

• Diphtherie, Pertussis, Tetanus (Tdap)

Die Abrechnungsnummer 89303S ersetzt die bisher geltende Nr. 89300S.

– Abrechnung/eng –

Vertrag Bundeswehr – Abrechnung privatärztlicher Leistungen

Gemäß § 75 Abs. 3 SGB V haben die Kassenärztlichen Vereinigungen die ärztliche Versorgung von Soldaten der Bundeswehr sicherzustellen. Ärztliche Leistungen, die nicht Gegenstand der vertragsärztlichen Versorgung sind und von den Kassenärztlichen Vereinigungen nicht sichergestellt werden, müssen von der Bundeswehr mit einer Kostenübernahmeerklärung in Auftrag gegeben werden.

Diese berechtigt den behandelnden Arzt, seine Leistungen auf der Grundlage der zwischen den Ärzteverbänden und dem Bundesministerium der Verteidigung geschlossenen Vereinbarung nach der GOÄ unmittelbar mit der Bundeswehr abzurechnen.

In diesem Zusammenhang hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung im Namen des Bundesministeriums für Verteidigung auf Probleme hingewiesen, die dadurch entstehen, dass Truppenärzte gelegentlich Leistungen bei Vertragsärzten mit dem für die vertragsärztliche Versorgung vorgesehenen Überweisungsschein in Auftrag geben, diese aber nicht Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung sind. Dies führt dazu, dass Vertragsärzte mit Bundeswehrangehörigen private Honorarvereinbarungen abschließen.

Eine Erstattung der auf der Basis dieser Honorarvereinbarungen erstellten Liquidationen durch die Bundeswehr erfolgt nicht. Der Bundeswehrangehörige muss die Kosten selbst tragen, was bereits zu Beschwerden führte.

Wir möchten Sie daher auf folgende Fälle hinweisen: Wenn mit einem Überweisungsschein der Bundeswehr Leistungen erbeten werden, die nicht Gegenstand der vertragsärztlichen Versorgung sind (und somit der Überweisungsschein nicht über die KV abrechnungsfähig ist), sollte der Vertragsarzt zur Klärung Kontakt mit dem Truppenarzt aufnehmen bzw. eine entsprechende Kostenübernahme- erklärung anstelle der Überweisung anfordern. Auf einen privatärztlichen Behandlungsvertrag mit dem Bundeswehrangehörigen sollte der Vertragsarzt verzichten.

– Abrechnung/silb –

Hinweise für die Abrechnung

Ansatz der GO-Nr. 01436

Wir haben festgestellt, dass die Konsultationspauschale nach der GO-Nr. 01436 sehr häufig als Ersatz für den obsolet gewordenen Konsultationskomplex angesetzt wurde. Der bisherige Konsultationskomplex der Fachkapitel ist in der Grund- bzw. Versichertenpauschale aufgegangen und seit dem 01.01.2008 nicht mehr gesondert berechnungsfähig. Die Konsultationspauschale nach der GO-Nr. 01436 kann nur unter einem in der Leistungsdefinition genannten Kriterium auf Überweisung abgerechnet werden.

Ungültige GO-Nrn. 80110 bis 80112 für fachübergreifende Berufsausübungs-

gemeinschaften und MVZ’s

Seit dem 01.01.2008 sind die GO-Nrn 80110 bis 80112 nicht mehr berechnungsfähig und werden über das Rechnerprogramm maschinell umgesetzt, was in Einzelfällen zu Fehlern führen kann.

Wir möchten darauf hinweisen, dass ausschließlich die Grund-, Versicherten- bzw. Konsiliarpauschalen der Fachkapitel des EBM 2008 berechnungsfähig sind.

– Abrechnung/silb –