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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 02/2008

Ausgabe 02/2008

zum Inhalt dieser Ausgabe

Qualitätssicherung



Ablauf der Übergangsfrist im Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen im Gesundheitswesen gemäß der Technischen Regel TRBA 250 (gleichzeitig BGR 250) zum 31.07.2007

Viele von Ihnen werden durch Information in der Fachpresse oder Kollegen über die Änderung der Technischen Regel TRBA 250 im Umgang mit „sicheren Arbeitsgeräten“ informiert sein. In der konkreten Umsetzung gibt es aber weiterhin Unsicherheiten. Aus diesem Grund möchten wir Sie an dieser Stelle über die Auswirkungen der Änderungen in der Arztpraxis informieren:

1. Anwendungsbereich

Die Technische Regel 250 bezieht sich auf alle Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen im Zusammenhang mit der Untersuchung, Behandlung und Pflege von Menschen oder Tieren. Sie muss deshalb in jeder Arztpraxis berücksichtigt werden (Labore haben eigene Vorschriften), eingeschlossen Pathologie und Blutspendeeinrichtungen. Die Biostoffverordnung ist an geeigneter Stelle in der Arbeitsstätte bekannt zu machen und zur Einsichtnahme auszulegen. Die TRBA 250 macht Aussagen zur Anwendung von Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe. Im weitesten Sinne handelt es sich bei biologischen Arbeitsstoffen um Mikroorganismen, die Infektionen, sensibilisierende oder toxische Wirkungen hervorrufen können. Jeder Arzt hat im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung (§§5 ff BioStoffV) für seine Praxis zu ermitteln, mit welchen biologischen Arbeitsstoffen Kontaktpotential besteht und mit welchen Infektionsrisiken zu rechnen ist. Die Gefährdungsbeurteilung ist vor Aufnahme der Tätigkeit durchzuführen und bei maßgeblichen Änderungen zu aktualisieren. Biologische Arbeitsstoffe werden in vier Risikogruppen eingeordnet.

2. Risikogruppe der biologischen Arbeitsstoffe

Risikogruppe 1:

Biologische Arbeitsstoffe, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie beim Menschen eine Krankheit verursachen

Risikogruppe 2:

Biologische Arbeitsstoffe, die eine Krankheit beim Menschen hervorrufen können und eine Gefahr für Beschäftigte darstellen können; eine Verbreitung des Stoffes in der Bevölkerung ist unwahrscheinlich; eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung ist normalerweise möglich.

Risikogruppe 3:

Biologische Arbeitsstoffe, die eine schwere Krankheit beim Menschen hervorrufen können und eine ernste Gefahr für Beschäftigte darstellen können; die Gefahr einer Verbreitung in der Bevölkerung kann bestehen, doch ist normalerweise eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung mög-lich.

Risikogruppe 4:

Biologische Arbeitsstoffe, die eine schwere Krankheit beim Menschen hervorrufen und eine ernste Gefahr für Beschäftigte darstellen; die Gefahr einer Verbreitung in der Bevölkerung ist unter Umständen groß; normalerweise ist eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung nicht möglich.

3. Festlegung der Schutzmaßnahmen

Die Festlegung der notwendigen Schutzmaßnahmen ist abhängig von der Tätigkeit, der Risikogruppe der Erreger, der Dauer und Art der Exposition und dem Übertragungsweg. Die Schutzmaßnahmen werden verschiedenen Schutzstufen zugeordnet.

Beispiele für die Einordnung der Tätigkeiten in die 4 Schutzstufen:

Schutzstufe 1:

kein oder seltener geringfügiger Kontakt

z. B. EKG-EEG-Untersuchungen, Sonografien, Röntgenuntersuchungen, körperliche Untersuchungen wie Abhören, Abtasten

Schutzstufe 2:

regelmäßig und in größerem Umfang Kontakt

z. B. Blutentnahme, Punktion und Injektion, Nähen von Wunden, Wundversorgung, Reinigung und Desinfektion kontaminierter Flächen und Gegenstände

Schutzstufe 3:

Arbeit mit Arbeitsstoffen der Risikogruppe 3 oder der Verdacht der Gefährdung

z. B. Behandlungen von Patienten mit offener Lungentuberkulose

Schutzstufe 4:

Tätigkeiten im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten durch Krankheitserreger der Risikogruppe 4

4. Umsetzung in der Arztpraxis

In den meisten Praxen werden sowohl Tätigkeiten der Schutzstufe 1 und 2 durchgeführt. Für die Tätigkeiten der Schutzstufe 1 ergeben sich auf Grund der neuen TRBA 250 keine Änderungen. Werden Tätigkeiten der Schutz-stufe 2 zugeordnet, müssen die veränderten Anforderungen der TRBA 250 beachtet werden. Bei der Behandlung und Versorgung von Patienten, die mit Erregern der Risikogruppe 3 oder höher infiziert sind, bei Blutentnahmen und sonstigen Punktionen zur Entnahme von Körperflüssigkeiten müssen grundsätzlich „sichere Arbeitsgeräte“ eingesetzt werden. Der Einsatz dieser Arbeitsgeräte dient dem Schutz der Mitarbeiter vor Stich- und Schnittverletzungen.

Wird im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung (unter Beteiligung des Betriebsarztes durchzuführen) ein geringes Infektionsrisiko ermittelt bzw. durch die Festlegung und Dokumentation von Arbeitsabläufen das Verletzungsrisiko minimiert, können gemäß TRBA 250 die herkömmlichen Arbeitsgeräte weiterhin verwendet werden.

Möglichkeiten der Minimierung des Verletzungsrisikos ergeben sich z. B. durch:

  • Festlegung und Dokumentation von Arbeitsabläufen, die auch in Notfallsituationen nicht umgangen werden
  • Schulung und jährliche Unterweisung der Beschäftigten
  • erprobtes Entsorgungssystem für verwendete Instrumente

Ein geringes Infektionsrisiko besteht, wenn der Infektionsstatus des Patienten HIV und HBV und HCV negativ ist.

Das Ergebnis dieses Teils der Gefährdungsbeurteilung ist gesondert zu dokumentieren.

Die TRBA 250 (gleichzeitig auch Berufsgenossenschaftliche Regel BGR 250) steht auf der Homepage der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege www.bgw-online.de als Download zur Verfügung.

– BGST D/QS/N-S –

Förderung von Beratungsleistung (z. B. Qualitätsmanagement)

Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen bietet ihren Mitgliedern u. a. umfassende Beratungs- und Schulungsleistungen zu Fragen betriebswirtschaftlicher Praxisführung oder zu Qualitätsmanagement an. Diese Beratungsleistungen sind für Mitglieder der KVS kostenfrei.

Darüber hinaus werden aber auch kostenpflichtige Leistungen gewerblich tätiger Beratungsfirmen in Anspruch genommen.

Diesbezüglich hat uns die Kassenärztliche Bundesvereinigung im Dezember 2007 über die Möglichkeit einer finanziellen Förderung von Unternehmensberatungen für kleine und mittlere Unternehmen informiert. Dies erfolgt auf Basis einer Richtlinie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und der Europäischen Union. Nach dieser Richtlinie können auch Beratungsleistungen, die Praxen zum Thema Qualitätsmanagement in Anspruch nehmen, gefördert werden.

Die Förderung beträgt 40 % der Beratungskosten, im Höchstfall 1500 Euro.

Gefördert werden können außerdem:

  • allgemeine Beratungen
  • Existenzgründungsberatungen
  • Existenzaufbauberatungen und
  • Umweltschutzberatungen.

Voraussetzungen zur Erlangung der Fördergelder ist eine Antragstellung bei der Leitstelle für Gewerbe- förderungsmittel des Bundes unter Nutzung eines entsprechenden Antragformulars, welches unter www.leitstelle.org abgerufen werden kann. Das ausgedruckte Formular ist unterschrieben an die „Leitstelle für Gewerbeförderungsmittel des Bundes“ zu schicken.

Dem Antrag sind beizufügen:

  • die Rechnung des Beratungsunternehmens
  • der Kontoauszug über die erfolgte Zahlung des Betrages
  • ein allgemeiner Beratungsbericht, der mindestens enthält:

– einen 3 – 4-seitigen Bericht über die Praxis als solche mit einer IST-Analyse und den Verbesserungspotentialen durch QM (in der Regel durch den Berater zu erstellen)
– das Inhaltsverzeichnis des im Rahmen der Beratung entstandenen bzw. ausgearbeiteten Qualitätsmanagementhandbuches der Praxis. 

Eine Zertifizierung ist nicht zwingend Voraussetzung für die Förderung. Der Antrag kann erst nach abgeschlossener Beratung, allerdings spätestens drei Monate danach gestellt werden.

Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass nach Mitteilung der „Leitstelle für Gewerbeförderungsmittel des Bundes“ das Förderprogramm für Arzt- und Psychotherapeutenpraxen zum Thema Qualitätsmanagement zeitlich bis 30.6.2008 befristet ist.

Die Leitstelle für Gewerbeförderungs- mittel des Bundes ist eine Vorprüfstelle des Bundesamtes für Wirtschaft. Sie bewertet Antragsunterlagen von bereits durchgeführten Unternehmensberatungen sowie Informations- und Schulungsveranstaltungen hinsichtlich möglicher Bundeszuschüsse. Die Zuwendungen werden zu 60% aus Mitteln des Bundes sowie zu 40% aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gewährt.*

Informationen, die Richtlinie über die Förderung von Unternehmensberatungen und den Online-Antrag finden Sie unter: www.leitstelle.org.

– BGST D/QS/N-S –
 

*) Laut einer Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung können Beratungen zu Qualitäts- management mit einem Rechnungsdatum (und Beratungsbeginn) bis 30.06.2008 in diesem speziellen Fall ausnahmsweise noch nach diesem Termin abgeschlossen werden. Der Antrag muss bis spätestens 31.10.2008 bei der Leitstelle vorliegen.

Information der Schmerztherapie-Kommission

In der Kommissionssitzung im Januar wurde beschlossen, dass sich die Kommission zur Prüfung von Anträgen zur Teilnahme an der Qualitätssicherungsvereinbarung zur schmerztherapeutischen Versorgung chronisch schmerzkranker Patienten quartalsweise trifft.

Termine fürs Jahr 2008:

21.05.2008
27.08.2008
12.11.2008

Genehmigungsanträge für die Teilnahme an der Schmerztherapievereinbarung sind rechtzeitig (mindestens 2 Wochen vor den Sitzungsterminen) in der jeweiligen Bezirksgeschäftsstelle abzugeben.

– Qualitätssicherung/cib –

Chlamydienscreening im Rahmen der Richtlinien zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat aus Anlass der Einführung des Chlamydienscreenings im Rahmen der Richtlinien zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch ein Merkblatt formuliert, das bisher leider nur als Text-Datei in PDF-Format existiert. Bezogen werden kann dieses Merkblatt über den Internetauftritt des Gemeinsamen Bundesausschusses:

http://www.g-ba.de/downloads/17-98-2509/2008-Merkblatt-Chlamydien-screening.pdf.

– Qualitätssicherung/DG –