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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 02/2008

Ausgabe 02/2008

zum Inhalt dieser Ausgabe

Berufs- und Gesundheitspolitik



Mammographie-Screening in Sachsen mit guter Zwischenbilanz

Anfang Juli 2007 startete das Mammographie-Screening in Sachsen, ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs für Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren. Die Koordinierung des Mammographie-Screenings im Freistaat erfolgt durch die so genannte Zentrale Stelle (ZS) in Chemnitz, die von der KV Sachsen eingerichtet wurde. Die Leiterin der ZS, Monika Majewski, zieht nachfolgend eine kurze Zwischenbilanz nach gut einem halben Jahr Mammographie-Screening.

Zum Jahresbeginn 2008, nach 7 Monaten Einführung des Mammographie-Screenings in Sachsen, ergibt sich folgendes Bild:

Von 5 geplanten Screening- Einheiten sind bereits vier etabliert. Das sind Ostsachsen, Dresden, Leipzig und Mittelsachsen-Chemnitz (für den Screening-Bereich Westsachsen wird die Zertifizierung im Februar 2008 erwartet).

Wir laden insgesamt zu 9 Mammographie-Standorten ein. 7 Mammographie-Standorte sind Praxen. Dazu kommen noch 2 fahrbare Mammographie-Einheiten, so genannte Mammobile.

Im Juli beginnend, mit jeweils einer Praxis in Dresden und Chemnitz, sind in den vergangenen Monaten weitere Standorte im Screening-Bereich Ostsachsen (in Pirna und Kamenz) eröffnet worden. Des Weiteren wurden im Screening-Bereich Leipzig die Praxen in der Stadt Leipzig und in Borna eröffnet. Im Screening-Bereich Dresden kam ein weiterer Standort dazu.

Für den Screening-Bereich Westsachsen werden wir Ende Februar/Anfang März zu den Standorten nach Zwickau und Rodewisch einladen.

Die Mammobile befinden sich zurzeit für Mittelsachsen bis Ende Februar in Freiberg und für Ostsachsen ebenfalls bis März in Sebnitz. Danach werden sie nach Penig bzw. Bautzen umgesetzt.

Derzeit werden ca. 3.000 Einladungen in der Woche verschickt. Über unser Servictelefon laufen ca. 1.700 Anrufe in der Woche. Die Kapazitätsgrenze in den Vormittagsstunden ist nahezu erreicht. Wir verweisen deshalb in unseren Einladungen und Ansagetexten in der Telefonanlage auf die Nachmittagsstunden.

Wir haben uns als Anlaufpunkt für das Mammographie-Screening in Sachsen profiliert. Uns rufen nicht nur die eingeladenen Frauen an, um weitere Auskünfte zum Programm zu erhalten oder ihre Termine zu verschieben, sondern wir informieren Ärzte, Kliniken, Organisationen, Selbsthilfegruppen, Krankenkassen sowie Medienvertreter und verschicken bei Bedarf Informationsmaterial zum Mammographie-Screening.

Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist die Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Ärzten und den Mitarbeiterinnen in den Mammographie-Praxen. Dieses Zusammenwirken hat sich im vergangenen Jahr gut entwickelt. Wir werden sie im nächsten Jahr weiter ausbauen.

Zusammenfassend können wir bilanzieren, dass der Start des Mammographie- Screenings in Sachsen gut gelungen ist. Die Arbeit der Zentralen Stelle ist unspektakulär, aber effizient. Wir erfüllen unsere Aufgaben programmgerecht und erhalten viel positive Resonanz von den betroffenen Frauen. Für die Zukunft wollen wir unser Serviceniveau beibehalten und das Mammographie- Screening in Sachsen weiter in bewährter Art zu einem Erfolg führen.

Monika Majewski
Leiterin der Zentralen Stelle

Thema Ärztemangel in den Medien: KV Sachsen - Bedarfsplanung unzulänglich

Zunehmend findet das Thema Ärztemangel Platz in den Medien. Für die KV Sachsen besteht dabei die Chance, in der Öffentlichkeit auf unterschiedliche Aspekte dieser brisanten Problematik hinzuweisen; z.B. auf eine Überalterung unserer Ärzteschaft, auf fehlenden Medizinernachwuchs und unzureichende Rahmenbedingungen für eine Niederlassung, aber auch auf Unzulänglichkeiten in der Bedarfsplanung. Im Magazin „Umschau“ des MDR-Fernsehens spielte das Thema Ärztemangel und Bedarfsplanung am 15. Januar 2008 eine Rolle.

Lesen Sie bitte nachstehende Internet-Zusammenfassung des MDR zu dieser Sendung:
 

Ärztemangel in Sachsen

In Sachsen fehlen zurzeit 559 Ärzte, um die Menschen im Freistaat optimal zu versorgen. Mediziner, die sich niederlassen wollen, bekommen jedoch oft eine Absage, weil, wie uns Dr. Klaus Heckemann von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KV Sachsen) sagt, laut Aktenlage kein Bedarf besteht.

Doch diese Bedarfsanalyse basiere auf veralteten Bevölkerungszahlen und berücksichtige in keiner Weise die regionalen Besonderheiten. Die zugrunde liegenden Zahlen geben die westdeutsche Bevölkerungsstruktur von 1990 wieder. Damals betrug der Anteil alter Menschen an der Gesamtbevölkerung 20 Prozent. In Sachsen liegt er aktuell jedoch bei 30 Prozent. Da Ältere häufiger einen Arzt benötigen, resultiert daraus ein höherer Ärztebedarf als bislang ermittelt.

Die KV Sachsen fordert deshalb die Berücksichtigung der wirklichen Regionaldaten. Dies hat sie beim sogenannten Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorgetragen. Dieser ist für die Maßstäbe der Bedarfsermittlung zuständig.

Im Ausschuss arbeiten der Bund der Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung zusammen. Auf Anfrage der Umschau erklärte ein Sprecher des G-BA, dass man auch einen Änderungsbedarf sehe, aber auf einen formalen Antrag der KV Sachsen warte, um aktiv werden zu können.

Die durch die KV Sachsen aufgezeigte unzulängliche Kalkulationsgrundlage wird besonders am Beispiel der Versorgung mit Augenärzten deutlich. Nach der amtlichen Bedarfsplanung sind 20 der 26 sächsischen Kreise und kreisfreien Städte überversorgt, bei dreien ent-spricht die Versorgung dem Bedarf. Einen Ärztemangel gibt es in drei Kreisen. Unter der Berücksichtigung der real existierenden Bevölkerungsstrukturen ergibt sich nach den Berechnungen der KV Sachsen ein genau umgekehrtes Bild: nur sechs von 26 Kreisen sind überversorgt. Sieben sind angemessen versorgt und in 13 herrscht ein Mangel. Die Folge sind lange Wartezeiten auf einen Termin. Ein Test der Umschau im vergangenen Jahr zeigte, dass Konsultationen bei Augenärzten besonders schwer zu bekommen waren. In Sachsen mussten sich Patienten durchschnittlich 23 Wochen gedulden.

– Öffentlichkeitsarbeit/ks –