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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 01/2008

Hoppe: Wir werden weiter Rationierung im Gesundheitswesen erleben

Trotz hoher Beitragseinnahmen dürften die Krankenkassen 2008 ihre Beiträge nicht senken, erwartet Prof. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer. „Eine Reihe von Krankenkassen will noch ihre Schulden abbauen“, sagte Hoppe der „Berliner Zeitung“ (Samstagsausgabe). Außerdem gebe es bei den Kassen das Bedürfnis, ein Finanzpolster anzulegen, um die absehbaren Turbulenzen der nächsten Jahre heil zu überstehen. „Denn durch den 2009 startenden Gesundheitsfonds und die Festsetzung der Beitragssätze durch die Politik kommen nicht zu überblickende Risiken auf die gesetzlichen Versicherer zu“, betonte Hoppe.

Die Politik werde laut Hoppe alles dafür tun, dass die Krankenkassenbeiträge als Teil der Lohnnebenkosten nicht steigen. Er befürchtet daher, dass sich die medizinische Versorgung verschlechtern wird. „Denn ab 2009 gilt der Grundsatz: Die Menge der Leistungen richtet sich danach, was die Krankenkassen nach Maßgabe der Politik einnehmen.“ Heute bestimmen noch die Ausgaben der Krankenkassen – also der Bedarf an medizinischen Leistungen – letztlich die Höhe der Beitragssätze. „Das wird künftig nicht mehr der Fall sein“, sagte Hoppe. „Wir werden also eine weitere Budgetierung und Rationierung im Gesundheitswesen erleben.“

Für die Kranken bedeutet dies steigende Ausgaben. „Die Leistungsmenge, auf die gesetzlich Krankenversicherte einen Anspruch haben, wird stetig und schleichend sinken“, sagte Hoppe voraus. „Patienten, die eine umfassende Versorgung brauchen, werden das wohl künftig mehr als heute selbst finanzieren müssen.“ Wer sich künftig keine Zusatzversicherung für den Krankheitsfall leisten könne, werde auch nicht mehr alles Notwendige bekommen.

(Agenturmeldung, 29.12.2007)