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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 09/2007

Dr. med. Claus Vogel, FA für HNO/Allergologie in Leipzig: „Schon als Stift wollte ich Arzt werden“

Die Praxis von Dr. med. Claus Vogel in der Leipziger Einkaufspassage „Gohlis-Arkaden“ hat Tradition und einen guten Ruf in der Messestadt. 100 bis 150 Patienten am Tag sind keine Seltenheit. Sie kommen gern, weil der Praxischef als ausgewiesener Fachmann für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten gilt. Das insgesamt fünfköpfige Team betreut eine Patientenklientel, „vom Säugling bis zum Greisenalter“. Gern angenommen werden „Spezialitäten im Praxisangebot“, wie Schnarch-, Laser- oder Radiofrequenztherapie.

Übernahme

1946 eröffnete der Vater von Claus Vogel als HNO-Arzt in Leipzig eine Niederlassung. „Ich habe schon als Stift gesagt, ich will Arzt werden, bin mit meinem Vater oft in die Praxis gegangen“, erinnert sich der 61-jährige an eine frühzeitige Weichenstellung für seine berufliche Laufbahn. Der Start in die Medizin verlief allerdings auf Umwegen: „Ich habe in Leipzig gar keine HNO-Ausbildungsstelle bekommen und bin deshalb über Beziehungen in Rostock gelandet.“ Dort absolvierte er seine Ausbildung, sammelte berufliche Erfahrungen an der Klinik, blieb über 10 Jahre an der Küste. Am 1. Juli 1980 übernahm Dr. Vogel dann die väterliche Praxis. Zu DDR-Zeiten war er lange Zeit der einzige Leipziger HNO-Arzt in eigener Praxis. „Ich lebte damals wie auf einer Insel, weil ich als Arzt überall ausgeblendet war“, beschreibt Dr. Claus Vogel eine Schattenseite seines „Exotendaseins“ als Niedergelassener in der DDR.

Kontakte

Der kommunikationsfreudige Leipziger vermisste die Kontakte zu Kollegen. Mit der Aufbruchstimmung 89 kam dann für ihn der entscheidende Impuls, „jetzt musst du dich noch mehr einbringen.“ Er engagierte sich zuerst aktiv bei den Montagsdemos. Immer stärker mischte sich der Arzt bei der Umgestaltung des Gesundheitswesens im Osten in die Berufspolitik ein. Als Gründungsmitglied der KV Sachsen gehört er seit 1991 der Vertreterversammlung an und baute den NAV-Virchow-Bund in Sachsen mit auf. „Eine Aufgabe ist der anderen zugewachsen“, meint er. Dann rief die Ärztekammer. Auch hier begann es mit einer Kandidatur, es folgten viele Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit.

Spektrum

Heute ist Dr. Claus Vogel Mitglied des Hauptausschusses der KVS und leitet den Regionalausschuss Leipzig. Seit Juni 1995 arbeitet das berufspolitische Schwergewicht aktiv im Vorstand der Sächsischen Landesärztekammer mit. In verschiedenen Ausschüssen von KVS und SLÄK ist seine fundierte Meinung gefragt. Die Liste der nebenberuflichen Engagements muss aus Platzgründen hier unvollständig bleiben. „Es klingt doch sowieso nicht so gut, wenn man so viel macht“, kommentiert er das auf eine für ihn typische Art. Dr. Vogel hat mit Schaumschlägerei nichts am Hut, sondern arbeitet lieber ruhig, sachlich und am Problem orientiert. Es gibt ein ganzes Spektrum berufspolitischer Ziele, für die sich der Leipziger einsetzt. Dazu gehören z.B. die Abschaffung der Budgetierung, ein besserer Schutz vor Arzneimittelregressen sowie das Erreichen eines sicher kalkulierbaren Honorars. „Trotz mancher Mängel“ sieht sich der erfahrende Berufspolitiker als Verfechter des KV-Systems. „Jede neue Interessenvertretung kostet erst mal wieder Geld und müsste sich mühsam etablieren.“ Um Interessen wirksam durchsetzen zu können, kommt es für ihn entscheidend darauf an, dass „die Ärzteschaft einig handelt.“

Ehrung

Für „beispielhaften berufspolitischen Einsatz“ wurde Dr. Vogel auf dem

17. sächsischen Ärztetag im Juli dieses Jahres mit der Herrmann-Eberhard-Friedrich- Richter-Medaille der SLÄK geehrt. Über die Anerkennung hat er sich natürlich gefreut. Gleichzeitig setzt er als Mediziner eindeutige Prioritäten: „Ich bin leidenschaftlich gern Arzt. Die Praxis ist mein Lebenswerk.“ Die Arbeit mit den Patienten ist für den Doktor das Allerwichtigste. Er hat seinen Praxisablauf straff organisiert, denn „alle Patienten sollen dran kommen.“ Weitgehend kommt er sogar ohne ein ausgetüfteltes Bestellsystem aus.

Freiräume

Auf sein Praxisteam kann sich der HNO-Arzt voll verlassen. Dazu gehört eine angestellte Ärztin, die Dr. Vogel bereits vor 10 Jahren als AIP ausgebildet hat. Obwohl er auf hohe Präsenz in der Praxis Wert legt, bekommt er so zeitliche Freiräume für die vielen berufspolitischen Termine. Auch privat braucht der Vielbeschäftigte seine Freiräume, lebt nach dem Motto: „Arbeiten, um auch die schönen Seiten des Lebens genießen zu können.“ Der ehemalige Thomasschüler kommt aus einem sehr musikalischen Elternhaus. Sein Urgoßvater war königlicher Hofmusikus in Dresden. Dr. Vogel pflegt heute noch ein enges Verhältnis zum Thomanerchor und besucht leidenschaftlich gern klassische Konzerte im Gewandhaus. Die Sommerzeit nutzt er so oft es geht, um als „begeisterter Wasserwanderer“ mit seinem Motorboot an der Ostsee auf Spritztour zu gehen. Und dann ist der Vater zweier Töchter erst kürzlich zum zweiten Mal Opa geworden. Langeweile ist also für Dr. Claus Vogel ein Fremdwort.

– Öffentlichkeitsarbeit/ks –