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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 02/2007

Offener Brief

Spezialpraxis für Enddarmleiden

Dr. med. Wolf-Dieter Michel

Bürgerstraße 74

01127 Dresden

Tel.: (0351) 4 11 50 08

Fax: (0351) 4 11 50 09

Offener Brief

Bundesministerium für Gesundheit

Herrn Staatssekretär Dr. Klaus Theo Schröder

Am Probsthof 78a

53121 Bonn

31.01.2007

Deutsches Ärzteblatt Jg. 104, Heft 1 – 2,

„Es wird aufwärts gehen mit den ärztliche Honoraren“

Sehr geehrter Herr Dr. Schröder,

in dem angeführten Interview sagen Sie u.a.:

Die Ministerin hat allerdings gesagt: Wenn bei den veranlassten Leistungen Mittel eingespart werden, können die umgeleitet werden zu den ärztlichen Honoraren. Das haben die Ärzte zu einem nicht unwesentlichen Teil selbst in der Hand.

Es wird aufwärts gehen mit den ärztlichen Honoraren …. Wenn man das Volumen der veranlassten Leistungen anschaut – Labor, bildgebende Verfahren, Arzneimittel, Hilfsmittel –, da ließen sich beträchtliche Beträge aktivieren, die man umschichten könnte zu Honoraren.

Hier wird aus meiner Sicht den Ärzten empfohlen, den Versicherten Leistungen vorzuenthalten und einzusparen, um mehr Honorar zu erhalten und nicht – eine eventuelle Einsparung dem Versicherten zugute kommen zu lassen. Es ist nicht die Rede von Einsparung eventueller „unnötiger Untersuchungen“, die zum Beispiel der „deutschen Rechtsmedizin“ geschuldet sein könnten, sondern eine Anhebung der Arzthonorare wird verknüpft mit dem Verringern von Leistungen für die Versicherten.

Dieses Denken der Bundesgesundheitsministerin, durch Sie zitiert und erläutert, bedeutet aus meiner Sicht die Anleitung zu unethischem Verhalten und zur Unterlassung von Hilfeleistungen, ja Anleitung zu kriminellem Verhalten, das heißt dem Versicherten Leistungen bewusst vorzuenthalten zur Selbstbereicherung. Bei diesen Aussagen von Vertretern des jetzigem Bundesgesundheitsministeriums – und in dem Artikel als einzige Anleitung zur Erhöhung der Honorare (wie durchzuführen?) angegeben – stellt sich mir die Frage, ob bewusst mit diesen Aussagen versucht wird, zwei durch Vertrauensverhältnis – die Patienten und Ärzte – verknüpfte Gruppen aufeinander zu hetzen – die Ärzte als geldgierig zu verunglimpfen, die mehr wollen (nicht etwa das gleiche erhalten) und der anderen Gruppe dies wegnehmen und andererseits die Patienten aufzuhetzen, dass die Ärzte ihnen etwas vorenthalten, um sich selbst zu bereichern. Es wird damit aus meiner Sicht bewusst Misstrauen gesät und ein Keil in dieses wichtige Vertrauensverhältnis getrieben.

Ich ersuche Sie und Frau Schmidt um eine Stellungsnahme zu den nach meiner Auffassung erschreckenden Aussagen und gefährlichen Konsequenzen und bin gern bereit die Antwort in der Standespresse und der Tagespresse veröffentlichen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Wolf-Dieter Michel

Verteiler

Deutsches Ärzteblatt

KVS-Mitteilungen

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Standpunkt eines niedergelassenen Arztes zur Gesundheitsreform

Dr, med. Eckhard Spremberg

FA für Chirurgie und Urologie

Liebigstraße 24

01187 Dresden

Sächsische Zeitung

Betrifft: Leserzuschrift

In tiefer Trauer und voller Schmerz nehmen wir zur Kenntnis, dass nach mehr als 50 Jahren eine international anerkannte Demokratie mit einem leistungsfähigen Gesundheitswesen nach mehrfachen Reanimationsversuchen zu Grabe getragen wird. Viele diesbezüglich Betroffene zeigten in den letzten Jahren ein hohes Engagement und nahmen erhebliche personelle Opfer in Kauf.

Aus diesem traurigen Anlass bleibt auch meine Praxis für den 2.2.2007* geschlossen.

Wir danken allen unseren verständnisvollen Patientinnen und Patienten und ärztlichen Kollegen, die uns mit ihrer Notvertretung unterstützen.

Dr. med. Eckhard Spremberg

FA für Chirurgie und Urologie

Liebigstraße 24

01187 Dresden

* (Verabschiedung der Gesundheitsreform im Bundestag – die Redaktion)

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Vertrag zur Förderung der Qualität in der homöopathischen Therapie

Dresden, 15. Januar 2007. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) und der Arbeiter-Ersatzkassen-Verband (AEV) haben mit Wirkung ab 1. Januar 2007 einen Vertrag zur Förderung der Qualität in der homöopathischen Therapie im Rahmen der ambulanten vertragsärzlichen Versorgung abgeschlossen. Beide Seiten versprechen sich damit eine qualitativ noch bessere ambulante Betreuung der Patienten. Daneben sollen Wirtschaftlichkeit und Effizienz steigen.

„An diesem Vertrag können alle sächsischen Vertragsärzte teilnehmen, die erfolgreich eine Zusatz-Weiterbildung Homöopathie absolviert und die Teilnahmegenehmigung der KVS erhalten haben“, hebt die Stellv. Vorstandsvorsitzende der KVS, Frau Dr. Ulrike Schwäblein-Sprafke, hervor. „Anspruch auf Leistungen nach diesem Vertrag haben alle Versicherten der an diesem Vertrag teilnehmenden Arbeiter-Ersatzkassen“, betont der Stellv. Vorstandsvorsitzende der GEK, Dr. Rolf-Ulrich Schlenker. Zum AEV-Verband, der mit dieser Vereinbarung homöopathische Leistungen auch finanziell gesondert fördert, gehören die Gmünder Ersatzkasse (GEK), die Krankenkasse für Bau- und Holzberufe (HZK) und die Krankenkasse Eintracht Heusenstamm (KEH).

Homöopathie ist eine Behandlungsmethode der besonderen Therapierichtungen, die auf einem Gesamtbild des kranken Menschen beruht. Im Mittelpunkt der Therapie steht deshalb die homöopathische Untersuchung (Anamnese). Die Arzneimittelwahl erfolgt anhand der Ähnlichkeitsregel. Diese besagt, dass Inhaltsstoffe beim Gesunden dem Krankheitsbild möglichst ähnliche Symptome hervorrufen und deren Gabe in potenzierter (verdünnter) Form erfolgt. Die Anwendung einer homöopathischen Therapie ist grundsätzlich bei Erkrankungsformen indiziert, bei denen eine Heilung oder Linderung durch spezifisches therapeutisches Ansprechen potentiell – auch vor dem Hintergrund noch vorhandener Selbstheilungskräfte – zu erwarten ist.

(Gemeinsame Presseinfo von KVS und Ersatzkassen)

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