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KVS-Mitteilungen

KVS-Mitteilungen - Ausgabe 02/2007

Ausgabe 02/2007

zum Inhalt dieser Ausgabe

Berufs- und Gesundheitspolitik



Vorsitzende der Ost-KVen kritisieren Verweigerungshaltung des BMG

An die Mitglieder des Bundesrates

An die Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages

An die Abgeordneten aus den neuen Bundesländern

An die CDU/CSU-Bundestagsfraktion

An die SPD-Bundestagsfraktion

31. Januar 2007

Sehr geehrte Damen und Herren

In einem gestrigen Gespräch haben Vertreter des Bundesgesundheitsministeriums entsprechend dem Regierungsentwurf zum GKV-WSG es abgelehnt, dringend benötigte Mittel für die ambulante medizinische Versorgung in den neuen Bundesländern in das Gesetz einzuarbeiten.

Nach aktueller Mitteilung des AOK-Bundesverbandes liegen die Mittel für die ambulante ärztliche Versorgung für jeden Versicherten im Osten bei 77,36 Prozent im Vergleich zum Westen. Diese Unterfinanzierung hat zu erheblichen Mängelzuständen in unseren Ländern geführt. Die Wartezeiten in den Praxen steigen ständig, die Ausrüstung ist durch den Investitionsstau bedingt überaltert und 28 Prozent mehr Patienten müssen mit einem Drittel weniger Personal versorgt werden. Dadurch können die Versicherten bei uns wesentlich weniger ambulante medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Diese Tatsachen führen zu drastischen Einschnitten bei der ambulanten ärztlichen Versorgung in den neuen Bundesländern mit der Folge eines Anstieges der Morbidität und möglicher Frühsterblichkeit. Dafür übernehmen die Ärzte in den neuen Bundesländern nicht mehr die Verantwortung.

Sollten Sie dem Gesetz ohne einen erheblichen Zuwachs der Mittel für die ambulante ärztliche Versorgung im Osten zustimmen, tragen Sie für die aufgezeigten Folgen die volle Verantwortung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Eckert

KV Mecklenburg-Vorpommern

Dr. med. Helming

KV Brandenburg

Dipl.-Med. Feldmann

KV Thüringen

Dr. med. Heckemann

KV Sachsen

Dr. med. John

KV Sachsen-Anhalt

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Ergebnisse des vertragsärztlichen Referendums veröffentlicht

Insgesamt haben sich mehr als 20.000 Vertragsärzte und Psychotherapeuten in ganz Deutschland an der Mitgliederbefragung beteiligt, darunter über 1.000 Kolleginnen und Kollegen aus Sachsen. Die zusammenfassende Einschätzung der KBV zu den Ergebnissen des Referendums lesen Sie bitte nachstehend. Wer sich über die Umfrageergebnisse im Detail informieren möchte, findet diese im Internet unter www.kbv.de/Veranstaltungen/10065.html. Dort finden sich u. a. die Bewertungen zu den einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen, auch die der KV Sachsen. Möge sich dazu jeder seine Meinung bilden.

An dieser Stelle sei nur auf den bemerkenswerten Fakt hingewiesen, dass knapp drei Viertel der Befragten das bisherige KV-System favorisieren, in Sachsen sind es sogar 79 Prozent. Ein solch klares Votum hatten die wenigsten vorausgesagt. Wir sehen darin eine Legitimation für die weitere KV-Arbeit, aber keinen Anlass, uns nun zurückzulehnen. Unsere Mitglieder haben uns unter dem Strich das Vertrauen ausgesprochen, aber im Detail die KV-Arbeit auch kritisch hinterfragt. Diese Hinweise gilt es nun gründlich aufzuarbeiten.

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Trotz Kritik: Mehrheit der Ärzte hält KVen für alternativlos

(Pressemitteilung der KBV zu den Ergebnissen des Referendums vom 09.01.07)

„Eine Mehrheit der Vertragsärzte und -psychotherapeuten hält die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) immer noch für eine zukunftssichere Interessenvertretung. Sie sehen trotz zahlreicher Kritikpunkte keine Alternative zum KV-System. Die Körperschaften sind viel akzeptierter als immer wieder behauptet wird.“

Dieses Fazit ziehen Dr. Andreas Köhler und Ulrich Weigeldt, die Vorstände der Kassenärztlichen Bundes- vereinigung (KBV), aus dem vertragsärztlichen Referendum. Das Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas) hat im Auftrag der KBV zwischen dem 26.September und dem 6.Dezember 2006 37.294 Vertragsärzte und -psychotherapeuten im Rahmen von Telefoninterviews zum KV-System kontaktiert. 20.032 von ihnen haben das Interview vollständig absolviert. Die Ergebnisse hat die KBV gemeinsam mit infas heute in Berlin vorgestellt.

Keine Mehrheit für Systemwechsel

Der Umfrage zufolge gibt es unter den Niedergelassenen keine Mehrheit für einen Systemwechsel. 73 Prozent sprechen sich für das bisherige KV-System, wenn auch mit dringend notwen- digen Verbesserungen aus. 60 Prozent der Befragten sehen im Übrigen keine wirkliche Alternative zu den KVen.

Zwei Drittel bemängeln aber, dass die meisten Funktionsträger die wirklichen Probleme der Ärzte und Psychotherapeuten nicht kennen. Grundsätzlich wird das KV-System nach Altersgruppen unterschiedlich beurteilt. Es gilt: je jünger, umso kritischer. Vier von zehn Befragten haben die Rückgabe der Kassenzulassung schon einmal ernsthaft erwogen. Doch nur jeder Neunte hat sich zu diesem Thema beraten lassen.

95 Prozent gegen Budgetierung

Die meisten Befragten stimmen den politischen Forderungen der KBV und der KVen zu. 95 Prozent der Mediziner bejahen beispielsweise die Abschaffung der Budgetierung. Deren Durchsetzung wird den KVen deutlich häufiger zugetraut als einer anderen Interessenvertretung.

Über die konkrete Tätigkeit der KVen sind zwischen 63 und 87 Prozent der Ärzte und Psychotherapeuten genau oder einigermaßen informiert. Am besten wussten die Befragten über Aufgaben wie Abrechnung, Honorarauszahlung und Sicherstellungsauftrag Bescheid.

Große Informationslücken gab es dagegen bei Themen wie der Interessenvertretung im Gesetzgebungsverfahren und der Aushandlung von Kollektivverträgen.

Schulnoten zwischen 2,7 und 4,1

Die in Schulnoten gemessene durchschnittliche Zufriedenheit mit der Aufgabenerfüllung der KVen schwankt zwischen 2,7 und 4,1. Am besten bewerteten die Befragten die Zuverlässigkeit der Abrechnung und Honorarauszahlung sowie die Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung. Die schlechteste Note gab es für die Interessenvertretung im Gesetzgebungsverfahren. Insgesamt fiel die durchschnittliche Bewertung der KVen (3,1) besser aus als die der KBV (3,8). Dabei beurteilen die Psychotherapeuten sowohl ihre KV als auch die KBV besser als die Haus- und Fachärzte.

Aus Umfrage Konsequenzen ziehen

„Zum ersten Mal wissen wir, was unsere Kunden wollen und wie sie die aktuelle Situation und die zukünftige Entwicklung einschätzen. Aus den Ergebnissen werden wir unsere Konsequenzen ziehen, was die Ziele, Prioritäten und Ausrichtung des KV-Systems angeht“, so Köhler. „Das ist eine sehr wichtige Umfrage, die wir gemacht haben.

Sie zeigt, dass wir immer noch und trotz aller Schwierigkeiten als der Interessenvertreter aller Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten angesehen werden. Diese Aufgabe nehmen wir gerade in der aktuell kritischen Phase der Gesundheitsreform umfassend wahr“, erklärte Weigeldt.

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Vertragsärzte kandidieren zur Kammerversammlung 2007 – 2011

Gemäß unserem Aufruf in den KVS-Mitteilungen 12/06 veröffentlichen wir nachfolgend die uns bei Redaktionsschluss vorliegenden Vorstellungen von niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Letztmalig haben Sie bis zum 26.02.07 Gelegenheit Ihre Vorstellung für die KVS-Mitteilungen 03/07 einzureichen: Foto und Text senden Sie bitte an sachsen@kvs-sachsen.de. – die Redaktion –

Dr. med. Bernd Pittner

Facharzt für Gynäkologie

in Markranstädt

geb. am 21.12. 1943

Erik Bodendieck

Facharzt für Allgemeinmedizin, Diabetologe, suchtmedizinische Grundversorgung in Wurzen

geb. am 27.12.1966

in Niederlassung seit 1997

Gemeinschaftspraxis

Kammerversammlung seit 1999

Dr. Simone Steinbrecher

Fachärztin f. Allgemeinmedizin

in Dresden

geb. 11.11.1957

in Niederlassung seit 1993

Dr. med. Michael Burgkhardt

Facharzt für Allgemeinmedizin

Notfallmedizin/Suchtmedizin

Gemeinschaftspraxis für Allgemeinmedizin und Gynäkologie in Leipzig

61 Jahre

Dr. Gudrun Böhm

Hausärztin,

Fachärztin für Innere Medizin in Dresden

geb. 20.05.1950

in Niederlassung seit 1991

Dr. Jörg Hammer

Facharzt für Allgemeinmedizin, Diabetologe, suchtmedizinische Grundversorgung in Wurzen

geb. am 27.12.1966

in Niederlassung seit 1997

Gemeinschaftspraxis

Kammerversammlung seit 1999

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