Informationen zur Bereitschaftsdienstreform

Bereitschaftsdienstreform

Derzeit wird stufenweise in ganz Sachsen eine Strukturreform im Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst umgesetzt. Die Neuorganisation des Bereitschaftsdienstes resultiert aus der bundesweiten Gesetzgebung: der Forderung nach Einrichtung von „Notdienstpraxen“ nach § 75, Abs. 1b Sozialgesetzbuch V. Sie wird im Freistaat durch die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen durchgeführt.

Nach und nach werden mehr Regionen und damit mehr Ärzte und Patienten in das neue System der zentralen Vermittlung der Bereitschaftsdienste einbezogen. Die Ärztliche Vermittlungszentrale befindet sich im Auf- und Ausbau. Bestehende Vermittlungsleistungen über Drittanbieter werden sukzessive in die von der KV Sachsen betrieben Ärztliche Vermittlungszentrale überführt. Das bedeutet, dass die Ärztliche Vermittlungszentrale deren Aufgaben übernimmt und nun die Vermittlung des Bereitschaftsdienstes für die betroffenen Regionen sicherstellt. Durch die Parallelität der neuen und alten Strukturen in der Vermittlung lassen sich Reibungsverluste leider nicht immer vermeiden.

Ein weiterer wichtiger Baustein der Bereitschaftsdienstreform ist die Einrichtung von Bereitschaftspraxen.

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Bereitschaftspraxen

Um die medizinische Versorgung der Bevölkerung außerhalb der üblichen Sprechzeiten von Arztpraxen weiter zu verbessern, wurden bereits und werden in Sachsen in Kooperation mit Kliniken Bereitschaftspraxen eingerichtet. Diese Bereitschaftspraxen (oft auch „Portalpraxen“ genannt) dienen der Behandlung nicht lebensbedrohlicher Beschwerden (z. B. bei akut auftretenden Schmerzen), also Symptomen, wegen denen man normalerweise eine Arztpraxis aufsuchen würde, die Behandlung aber aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten (Werk-)Tag warten kann. Damit steht den Patienten eine einheitliche, gleichbleibende Anlaufstelle zur Verfügung.

Durch die kurzen Wege zwischen der Bereitschaftspraxis und dem jeweiligen Klinikum sowie die gemeinsam genutzten organisatorischen Strukturen kann die medizinische Versorgungssituation für die Patienten verbessert werden, verbunden mit einer Entlastung der Notaufnahmen.

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Hausbesuchsdienst

Patienten, die die 116117 anrufen, werden zukünftig über ein standardisiertes Ersteinschätzungsverfahren vermittelt. Bei unklaren Sachverhalten wird angestrebt, dass von den Mitarbeitern der Ärztlichen Vermittlungszentrale ein beratender Arzt hinzugezogen werden kann.

Wenn ein Hausbesuch erforderlich ist, übermittelt die Ärztliche Vermittlungszentrale dem Bereitschaftsdienstarzt die Hausbesuchsanforderung. Der diensthabende Arzt legt die Reihenfolge der abzufahrenden Hausbesuche nach medizinischer Dringlichkeit der Indikation fest.

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Zuständigkeiten: Bereitschaftsdienst 116117 – lebensbedrohliche Notfälle 112
  • Bereitschaftsdienst - Rufnummer 116117:

    Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist zuständig bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden, wegen denen man normalerweise eine Arztpraxis aufsuchen würde, deren Behandlung aber nicht bis zum nächsten (Werk-)Tag warten kann.

    Beispielsweise: hohes Fieber, Blutdruckschwankungen, Bauchschmerzen oder Erbrechen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist erreichbar unter der bundeseinheitlichen Rufnummer 116 117.

  • Notruf - Rufnummer 112:

    Bei lebensbedrohlichen Symptomen, z. B. Bewusstlosigkeit, akuten Blutungen, starken Herzbeschwerden, schweren Störungen des Atemsystems, Komplikationen in der Schwangerschaft, Vergiftungen ist der Rettungsdienst zuständig. Den Rettungsdienst erreichen Sie unter der bundeseinheitlichen Rufnummer 112.

Bei beiden Nummern müssen für eine optimale Vermittlung des Anrufs folgende Angaben bereitgehalten werden:

  • Name und Vorname des Anrufers
  • Ort (PLZ, Straße, Hausnummer)
  • ggf. zusätzliche Beschreibung für eine bessere Orientierung
  • Telefonnummer (für evtl. Rückrufe)
  • Wer hat Beschwerden?
  • Welche Beschwerden?
  • Alter der Person?

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