Testverfahren auf SARS-CoV-2 nach TestV


Momentan sind viele Ärzte verunsichert, wann welche Testung Anwendung findet. Dieser Artikel soll Ihnen Empfehlungen geben, welches Testverfahren aus welchem Anlass verwendet werden kann.

Übersicht zur Testung auf SARS-VoV-2 in der Praxis

Durch die angepasste Coronavirus-Testverordnung (TestV) des Bundesgesundheitsministeriums vom 2. Dezember 2020 sind die Testmöglichkeiten auf SARS-CoV-2 unter Verwendung von Antigen-Tests erweitert wurden. Es existieren derzeit zwei unterschiedliche Test-Möglichkeiten: Labortest (PCR-Test) oder Antigen-Schnelltest (Point-Of-Care-Test, kurz POC-Test).

Für symptomatische Patienten ist momentan nur der PCR-Test möglich, da der POC-Test noch nicht in den EBM aufgenommen wurde.

Eine Ausnahme besteht für Versicherte der AOK PLUS. Hier kann der PoC-Antigen-Test auch bei symptomatischen Patienten zur Anwendung kommen.

Allerdings wäre es sehr vernünftig, generell für symptomatische Patienten den POC-Test anwenden zu können, da die Vorlage des Befundes nach 15 Minuten in der Praxis den Nachteil der geringeren Sensitivität mehr als aufwiegt.

Der Antigen-Schnelltest (POC-Test) soll zur präventiven Testung von Praxispersonal, Mitarbeitern, Betreuten / Patienten und Besuchern in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen verwendet werden. Für asymptomatische Patienten, wie Kontaktpersonen, können sowohl Labortests als auch Antigen-Schnelltests Anwendung finden.

Seitens der KV Sachsen wird bevorzugte Verwendung der POC-Tests bei allen asymptomatischen Patienten empfohlen. Dieses Testverfahren liefert schnelle Ergebnisse, somit können Infektionsketten durchbrochen und Laborkapazitäten geschont werden. Jeder positive POC-Test ist mittels PCR-Test zu bestätigen.

Hinweise zur POC-Testung


In der Regel soll nach einem positiven PoC-Test immer ein PCR-Test veranlasst werden. Fällt der PCR-Test dann ebenfalls positiv aus, erfolgt grundsätzlich die Meldung ans Gesundheitsamt über das jeweilige Labor. Aus diesem Grund ist die Meldung eines vorangegangenen positiven PoC-Tests grundsätzlich nicht notwendig.

Bei einer ausschließlichen Testung mittels eines PoC-Tests (ohne anschließender PCR-Testung) mit einem positiven Testergebnis, besteht der Verdacht auf eine Erkrankung mit der Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19). Der Verdacht auf eine Erkrankung ist laut §6 Abs. 1 Nr. 1 IfSG meldepflichtig.

Die Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Link:

https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Antigentests/_node.html

führt alle zugelassenen Antigen-Tests auf.

Die Sachkosten für den POC-Test werden in Höhe von maximal 6,00 € übernommen und können über die KV Sachsen mit der GOP 88312 abgerechnet werden.

Sofern POC-Antigen-Schnelltests zu einem niedrigeren Betrag angeschafft wurden, ist der Betrag in Cent im Feld 5012 (Kosten) oder FK 5009 (z. B. 550 für 5,50 €) hinter der GOP 88312 anzugeben. Für die Testauswertung ist entsprechend dem sächsischen Not-HVM die GOP 99440 (5,00 €) berechnungsfähig. Die GOP 99440 ist für die Testung des eigenen Personals nicht abrechnungsfähig.

Für die Abstrichentnahme für den Antigen-Test ist die GOP 99136 ansetzbar. Hinzu kommt die Förderung entsprechend dem sächsischen Not-HVM. Bei eigenen Mitarbeitern können lediglich die Sachkosten mittels GOP 88312 erstattet werden.

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Übersicht zur Anwendung von Antigen-Tests (POC-Test)

 

 

Antigen-Test (POC)

PCR-Test

Anwendungsbereich

 
  • Testung für vorgegebenen asymptomatischen Personenkreis
  • Kontaktpersonen
  • Praxispersonal
 
 
  • Testungen von symptomatischen Personen
 

Positiver Antigen-Test > Bestätigung mittels PCR-Test

Positive Ergebnisse der POC-Tests
müssen mittels PCR bestätigt werden.

 
  • Veranlassung des Bestätigungstests erfolgt durch Muster OEGD
  • Abrechnung über TestV
 

Präventive Testungen des Praxispersonals bis zu einmal wöchentlich

Folgende Ärzte und humanmedizinische Heilberufe können sich
und ihr Praxispersonal bei Vertragsärzten testen lassen:

  • Altenpfleger / in
  • Apotheker / in
  • Diätassistent / in
  • Ergotherapeut / in
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger / in
  • Gesundheits- und Krankenpfleger / in
  • Hebamme / Entbindungspfleger
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut / in
  • Logopäde / Logopädin
  • Masseur / in und medizinischer Bademeister
  • medizinisch-technischer Assistent / in für Funktionsdiagnostik
  • medizinisch-technischer Laboratoriumsassistent
  • medizinisch-technischer Radiologieassistent
  • Notfallsanitäter / in
  • Orthoptist / in
  • Pflegefachfrau / Pflegefachmann
  • pharmazeutisch-technische / r Assistent / in
  • Physiotherapeut / in
  • Podologe
  • Psychologische / r Psychotherapeut / in
  • Rettungsassistent / in
  • veterinärmedizinisch-technischer Assistent / in MTA-Gesetz
 

Keine präventiven Testungen vorgesehen.

Schulungen

Vertragsärzte, die das Personal nichtärztlicher Einrichtungen in der Durchführung von POC-Antigen-Testungen schulen, können laut TestV pro Einrichtung eine Schulung alle zwei Monate mit je 70,00 € abrechnen. Bitte legen Sie dazu einen Behandlungsschein unter dem Kostenträger 98999 (KV Sachsen) an und rechnen Sie die GOP 88311 pro durchgeführte Schulung ab. Im Begründungsfeld ist das betreffende Pflegeheim/Pflegedienst anzugeben.

Hilfestellung zum Anlegen eines entsprechenden Datensatzes.

 


Die Testungen in Arztpraxen sind für das eigene Personal auf 10 POC- Tests je Tätigem je Monat begrenzt.

Zahnarztpraxen und Rettungsdienste können ebenfalls Testungen von eigenem Personal mittels POC-Antigen-Tests vornehmen. Für die sächsischen Zahnärzte besteht eine Kooperation bezüglich der Abrechnung zwischen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen (KZV Sachsen) und der KV Sachsen.

Erläuterndes Material für Praxen, Pflegeeinrichtungen und andere medizinische Einrichtungen zum Umgang mit Antigen-Schnelltests finden Sie auf der KBV-Website unter:

https://www.kbv.de/html/poc-test.php

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