Medikamentenverordnung - Allgemeine Hinweise zum Postversand von Formularen

Rezeptanforderungen

Telefonische Rezeptanforderungen von Patienten, die Ihnen aus der laufenden Behandlung bekannt sind, können wie gehabt bedient werden. Voraussetzung für die Ausstellung ist, dass der Patient in den zurückliegenden sechs Quartalen (01.10.2018 bis 31.03.2020) mindestens einmal in der Arztpraxis persönlich vorstellig war. Diese und die nachfolgenden Regelungen gelten analog für Rezeptanforderungen von Pflegeheimen.

Da es sich um bekannte Patienten handelt, gilt für das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) das übliche Verfahren: Findet in einem Quartal ausschließlich ein telefonischer Kontakt statt, übernehmen Ärzte die Versichertendaten aus der Patientenkartei. Die Vorlage der eGK ist in diesem Fall nicht erforderlich.

Dabei kann im Einzelfall auch die Verordnung von über den Quartalsbedarf hinausgehenden Mengen angezeigt sein; insbesondere um die Gefahr der Ansteckung schwerwiegend chronisch kranker Patienten zu verringern. Wir bitten Sie, bei der Entscheidung über die Verordnungsmenge gleichzeitig der Problematik von Lieferengpässen Rechnung zu tragen, um die sich - letztlich auch durch den Ausbruch des Corona-Virus - verstärkenden Lieferengpässe nicht noch weiter zu verschärfen. Sie helfen dadurch mit, dass die benötigten Medikamente vielen Patienten über einen möglichst langen Zeitraum kontinuierlich zur Verfügung stehen.

Dazu bitten wir um die Beachtung der folgenden Hinweise zur Verordnung von Arzneimitteln:

  • Keine Mehrfachverordnungen: Setzen Sie die Verordnung von Arzneimitteln insbesondere bei chronisch kranken Patienten im gewohnten Umfang fort (z.B. mit einer N3-Packung).
  • Keine zusätzlichen Privatrezepte: Auf eine zusätzliche Ausstellung von Privatrezepten, soweit sie aus ärztlicher Sicht nicht erforderlich sind, sollte verzichtet werden. Die Arzneimittel stehen dann den Patienten zur Verfügung, die diese dringend benötigen.
  • Aut-idem ermöglichen: Stellen Sie nach Möglichkeit eine Wirkstoffverordnung aus und wenden Sie das Austauschverbot (Aut-idem-Kreuz) nur in medizinisch begründeten Einzelfällen an.

In diesem Zusammenhang verweisen wir das Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit vom 16. März 2020 an die KBV.

Die Fachärzte unter Ihnen werden gebeten, im Falle der Schließung oder Überlastung der behandelnden Hausarztpraxis die medikamentöse Versorgung ihrer mitbehandelnden Patienten zu übernehmen. Insbesondere schwerwiegend chronisch kranken Patienten sollten dabei Mengen verordnet werden, die mindestens einen Quartalsbedarf abdecken. Mithilfe der Ihnen vorliegenden bzw. vom Patienten zugänglich gemachten Informationsquellen (z.B. aktueller Medikationsplan, Arztbrief oder Entlassbrief) können Sie die Verordnung fachlich gut absichern.

Die KV Sachsen wird sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die Krankenkassen diese Verordnungen vor dem Hintergrund der besonderen Situation bewerten und von Prüfanträgen absehen. Mögliche Überschreitungen der Richtgröße, die durch das Verordnungen von Mengen über den Quartalsbedarf hinaus und im Gegenzug fehlenden Behandlungsfällen entstehen, sollten vom Arzt als Praxisbesonderheit geltend gemacht und von der Prüfungsstelle anerkannt werden.

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Hinweise zum Versand von Formularen

Der Versand der Rezepte per Post ist nur bei bekannten Patienten möglich. Als bekannter Patient gilt derjenige, der in den zurückliegenden sechs Quartalen (01.10.2018 bis 31.03.2020) mindestens einmalin der Arztpraxis persönlich vorstellig war.

Aufgrund des steigenden Bedarfs für nicht persönliche Arzt-Patienten-Kontakte im Zusammenhang mit der Corona-Virus-Pandemie hat der Bewertungsausschuss festgelegt, dass den Ärzten die Portokosten für den Versand mit 0,90 Cent erstattet werden. Die Abrechnung erfolgt über die Gebührenordnungsposition 40122. Diese Regelung ist zeitlich befristet bis zum 30. Juni 2020.

Betroffene Verordnungen sind:

  • Folgeverordnungen für Arzneimittel (einschließlich BtM-Rezepte und Wiederholungsrezepte für Kontrazeptiva)
  • Verordnung einer Krankenbeförderung (Muster 4)
  • Überweisungen (Muster 6 und 10)
  • Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege (Muster 12)
  • Folgeverordnungen für Heilmittel (Muster 13 Physiotherapie und Podologie, Muster 14 Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Muster 18 Ergotherapie und Ernährungstherapie)
  • Verordnung von bestimmten Hilfs- und Verbandmitteln (Muster 16, z. B. Blutzuckerteststreifen, Inkontinenzprodukte, Stomabeutel) –

Ausgenommen sind Seh- und Hörhilfen, die auf Muster 8 beziehungsweise auf Muster 15 verordnet werden. Bei ihnen ist vor einer Verordnung in der Regel eine ärztliche Überprüfung der Werte medizinisch erforderlich.

  • Folgeverordnung für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV, Muster 63)

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Weitere Informationen zu den Portokosten finden Sie unter dem folgenden Link

www.kvsachsen.de > Corona-Virus > Abrechnung