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Handlungsempfehlungen für Arztpraxen, Bereitschaftsdienst und Corona-Hotline-Dienst

Corona-Virusvarianten


Um einen besseren Überblick über die in Deutschland zirkulierenden Varianten des Coronavirus zu bekommen, sollen Labore verstärkt auf Virusvarianten untersuchen. Die variantenspezifische PCR- Untersuchung gemäß TestV, wird vom Veranlasser beauftragt und zeigt die Verbreitung bereits bekannter Mutationen.

Indikatoren für eine Veranlassung zur Untersuchung von Mutationen

Eine Untersuchung auf eine Coronavirus- Variante ist bei den folgenden Indikatoren möglich:

  • Besondere Reaktionsmuster in der Laboranalyse
  • Kontakt zu einem Fall mit einer SARS-CoV-2 Virusvariante
  • Bei unerwarteter Krankheitsschwere oder unerwartete klinische Verläufe
  • Verdacht auf Reinfektion
  • Ungewöhnliches Ausbuchsgeschehen (z.B. „super- spreading“ Ereignis, hohe sekundäre Erkrankungsrate bei Kindern)
  • Nach Aufenthalt in Ländern, in denen neue Virusvarianten auftreten

Beauftragung der Labore

Eine Untersuchung auf eine Virusvariante kann mit dem „normalen“ PCR-Test beim Labor beauftragt werden oder im Nachgang, wenn ein positives Ergebnis vorliegt. Informationen über die Form der Beauftragung sind über das beauftragte Labor zu erhalten.

Im Zusammenhang mit den Testungen von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie pädagogischen Fachkräften möchten wir Ihnen folgenden Hinweis des Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt mitteilen:

Nach Information des RKI gibt es Hinweise, dass Schüler und Schulen bei den besorgniserregenden Varianten (VOC) stärker betroffen sein könnten. Um die weitere Ausbreitung von VOC in Sachsen frühzeitig zu unterbrechen, soll im Nachgang eines positiven Antigentestergebnisses der genannten Personengruppe, der bestätigende PCR- Test mit dem Hinweis auf eine Untersuchung von Virusvarianten veranlasst werden.

Weitere Informationen zu Coronavirus- Mutationen sind auf den Seiten des Robert Koch Institut, sowie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu finden:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Virusvariante.htmlhttps://www.kbv.de/html/1150_50494.php

Änderung der RKI- Testkriterien bei Patienten mit Symptomen


Bei der Abklärung eines Corona-Virus Verdachtsfalles ist entsprechend des RKI-Flussschemas zu handeln, unabhängig davon, ob der Patient die Arztpraxis, den Bereitschaftsdienst oder den Corona-Hotline-Dienst kontaktiert.

Download: RKI-Flussschema

Das Robert Koch-Institut hat die Testkriterien für symptomatische Patienten modifiziert. Danach sollen nicht mehr alle Patienten mit einer akuten respiratorischen Symptomatik auf das SARS-CoV-2 getestet werden, um eine Überlastung der Arztpraxen und Laborkapazitäten in den Herbst- und Wintermonaten zu verhindern.

Der Fokus liegt auf Patienten mit schwerer oder sich verschlechternder respiratorischer Symptomatik. Sie sollen nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) getestet werden – ebenso Patienten mit Geruchs- und Geschmacksstörungen sowie Infekt-Patienten mit Kontakt zu einem bestätigten Fall.

Patienten mit leichterer Symptomatik wie Schnupfen oder Halsschmerzen sollen dagegen nur getestet werden, wenn zusätzliche Kriterien erfüllt sind. Dazu zählen Personen, die zu einer Risikogruppe gehören oder in einer Pflegeeinrichtung, Arztpraxis oder einem Krankenhaus tätig sind. Ein zusätzliches Kriterium kann auch der Kontakt zu vielen Personen, insbesondere zu Risikogruppen, sein.

Leichte Erkrankung zu Hause auskurieren

Patienten mit leichter Erkrankung, die nicht getestet werden, sollten möglichst fünf Tage zu Hause bleiben, ihre Kontakte reduzieren und mindestens 48 Stunden symptomfrei sein, bevor sie die häusliche Isolation verlassen, rät das RKI. Diese Empfehlung gilt vor allem ab einer 7-Tages-Inzidenz im Landkreis von 35/100.000 Einwohnern. Bei sekundärer klinischer Verschlechterung wird eine sofortige Testung auf SARS-CoV-2 empfohlen.

Weitere Hinweise:

Patienten mit Symptomen sollten stets im ersten Schritt die Arztpraxis anrufen und sich dann nach Rücksprache in der Sprechstunde vorstellen. Der niedergelassene Arzt kann anschließend den Test selbst durchführen. Eine Überweisung in eine seitens der KV Sachsen betriebene Abstrich-Ambulanz ist nicht mehr möglich, da diese zum 30.06.2020 aufgrund der geringen Fallzahlen geschlossen wurden.

Sollte ein Test bei Ihrem Hausarzt oder einem anderen Facharzt nicht möglich sein, wenden Sie sich bitte an die Rufnummer 116 117.

Zur Testung von Reiserückkehrer aus (Nicht-)Risikogebieten stehen Testcenter an den beiden sächsischen Flughäfen zur Verfügung. Primär sollen die Testcentren für Reiserückkehrer genutzt werden und nur in Ausnahmefällen der Hausarzt zur Testung hinzugezogen werden.

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Nach direktem Kontakt mit infizierten Personen in der Praxis:

Download: Handlungsempfehlung nach Kontakt mit einer positiv-getesteten Person in der Arztpraxis

Bei einem Corona-Fall in einer Arztpraxis muss mit dem Gesundheitsamt Kontakt aufgenommen werden, um das weitere Procedere abzustimmen und um im Einzelfall zu klären, ob eventuell eine teilweise Aufhebung der Quarantäne aus Versorgungsgründen gerechtfertigt ist.

Grundsätzlich gelten jedoch folgende Handlungsempfehlungen:

Anhand der Empfehlungen auf der Homepage des Robert Koch Institut (RKI) zu den „Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter medizinischem Personal bei Personalmangel“ können die folgenden Handlungsempfehlungen für Arztpraxen abgeleitet werden

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/HCW.html

Die Handlungsoptionen sollen nur in Situationen zur Anwendung kommen, in denen ein relevanter Personalmangel (adäquate Versorgung der Patientinnen und Patienten nicht gewährleistet) vorliegt und andere Maßnahmen zur Sicherstellung einer angemessenen Personalbesetzung ausgeschöpft sind. In Sachsen wurde in Absprachen mit den Gesundheitsämtern festgelegt, dass normale niedergelassene Ärzte als Kontaktpersonen der Kategorie Ib gelten und ein grundsätzlicher Personalmangel zu konstatieren ist. Unabhängig davon ist dies aber immer mit dem Gesundheitsamt abzustimmen. Liegt eine Situation mit relevantem Personalmangel in der Krankenversorgung vor, können Kontaktpersonen unter medizinischem Personal unter bestimmten Voraussetzungen vorzeitig wieder zur Arbeit zugelassen werden.

Download: Entlassungskriterien aus der Isolierung Orientierungshilfe für Ärztinnen und Ärzte

Nach einem geschützten Kontakt (d.h. Kontakt mit einer infizierten Person während des Tragens einer FFP2-Maske, Brille, Handschuhe, Kittel) gilt:

  • Normaler weiterer Arbeitsbetrieb, ohne Quarantäne
  • regelmäßige Testung des medizinischen Personals jedoch sinnvoll

Nach einem ungeschütztem Kontakt mit einer infizierten Person gilt:

  1. Häusliche Quarantäne kann zum Zweck der Tätigkeitsaufnahme aufgehoben werden
  2. Symptomfreiheit Arbeiten nur mit MNS (bis 14 Tage nach Exposition)
  3. Wenn möglich kein Einsatz in der Versorgung besonders vulnerabler Patientengruppen
  4. so früh wie möglich SARS-CoV-2 Testungen, z. B. an Tag 1 nach Ermittlung, zusätzlich 5-7 Tage nach Erstexposition und wenn möglich wiederholt bis 14 Tage nach Exposition
  5. Selbstbeobachtung + Dokumentation (bis 14 Tage nach Exposition)
  6. Beim Auftreten von Symptomen:
    •       umgehende Freistellung von der Tätigkeit
    •       Testung auf SARS-CoV-2
    •       Selbstisolation bis zum Ergebnis,
    •       bei positivem Test siehe „SARS-CoV-2-positives med. Personal“

Unabhängig davon ist dies aber immer mit dem Gesundheitsamt abzustimmen.


Nach einem positiven Test des Arztes gilt:

  • Quarantäne des Arztes mit der Folge der Übernahme des Verdienstausfalles.
  • Wiederaufnahme der Arbeit, wenn mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit und 2 negative Tests im Abstand von 24 Stunden vorliegen.
  • In Situationen mit relevantem Personalmangel kann medizinisches Personal mit Symptomen bei negativem Testergebnis und Arbeitsfähigkeit die Krankenversorgung mit medizinischem Mund-Nasen-Schutz wieder aufnehmen.

Nach einem positiven Test des Praxismitarbeiters gilt:

  • Der MA wird unter Quarantäne gesetzt, dessen Verdienstausfall ist abgesichert.
  • Bedingung zur Wiederaufnahme der Tätigkeit siehe oben.

Wichtig ist, dass Entschädigungen im Falle einer Quarantäne entsprechend § 59 Infektionsschutzgesetz bei den zuständigen Behörden beantragt werden können.

Hinweis:

Kontaktpersonen (Mitarbeiter und Patienten) sollten stets so früh wie möglich auf SARS-CoV-2 getestet werden. Sobald der Patient als Kontaktperson, die Arztpraxis aufsucht sollte dieser umgehend getestet werden.

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Handlungsanleitung zur Behandlung von Covid-19- Patienten in Pflegeheimen

Dieses Dokument listest Therapieoptionen bei Covid-19 Patienten in stationären Pflegeeinrichtungen auf, die basierend auf Erfahrungen und dem aktuellen Wissenstand sich als sinnvoll erweisen haben. (Stand Dezember 2020)

Handlungsanleitung zur Behandlung von Covid-19- Patienten in Pflegeheimen

Zwischen der KV Sachsen und den Landesverbänden der sächsischen Krankenkassen/ dem Ersatzkassenverband in Sachsen wurde eine Vereinbarung über die ambulante Therapie von akut an COVID-19 erkrankten Patienten in stationären Pflegeeinrichtungen geschlossen. Die Vereinbarung gilt mit Wirkung ab dem 21. Dezember 2020 befristet für die Geltungsdauer der Corona-Schutzverordnung im Freistaat Sachsen. Die Vereinbarung greift die o. g. Therapieoptionen bei Covid-19-Patienten in stationären Pflegeeinrichtungen auf.

Vereinbarung über die ambulante Therapie von akut an COVID-19 er-krankten Patienten in stationären Pflegeeinrichtungen

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Elektive Krankenhauseinweisungen


Die KV Sachsen möchte darauf aufmerksam machen, dass der Freistaat Sachsen am 17.12.2020 eine Allgemeinverfügung zur Anordnung von Schutzmaßnahmen an Krankenhäusern erlassen hat.

Diese Allgemeinverfügung verpflichtet alle sächsischen Allgemeinkrankenhäuser und Fachkrankenhäuser dazu, unter Ausschöpfung der jeweiligen personellen und strukturellen Ressourcen an der Bewältigung der Corona-Pandemie mitzuwirken. Um Aufnahmekapazitäten für die Notfallbehandlung von Corona-Patienten zu schaffen, sind planbare Aufnahmen, soweit medizinisch vertretbar, auf unbestimmte Zeit zu verschieben und auszusetzten.

Die niedergelassenen Ärzte sollten die Krankenhäuser bei der Umsetzung dieser Maßnahmen unterstützen und keine elektiven Einweisungen mehr vornehmen, soweit dies medizinisch vertretbar ist.

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