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Sonderregelungen für die Dialyse während der Corona Pandemie

1. Vorgaben der Anlage 9.1 BMV(Ä) und der QS-Vereinbarung Blutreinigungsverfahren

Aufgrund der Corona-Pandemie haben die Partner des Bundesmantelvertrages-Ärzte (BMV-Ä) beschlossen, dass - soweit dies durch das Infektionsgeschehen notwendig ist - von den Vorgaben der Anlage 9.1 BMV-Ärzte (Versorgung chronisch niereninsuffizienter Patienten) und der Qualitätssicherungsvereinbarung zu den Blutreinigungsverfahren gemäß § 135 Absatz 2 SGB V befristet und unter bestimmten Vorgaben abgewichen werden kann.

Infektionsgeschehen meint beispielsweise:

  • Schließung von Dialyseeinrichtungen (und Versorgung der Patienten in anderen Einrichtungen)
  • Krankheitsbedingter Ausfall oder Quarantäne von Vertragsärzten
  • Versorgung von mit Corona-Virus infizierten oder unter Infektionsverdacht stehenden Patienten

 Die KV Sachsen ist in solchen Fällen unverzüglich über die Abweichungen zu informieren.

2. Zuschlag zu Infektionsdialysen

Die Vertragspartner haben ebenfalls beschlossen, dass bei Vorliegen einer Infektion mit Corona-Virus, bei Patienten, die gemäß §§ 28 und 30 IfSG unter Quarantäne gestellt sind und bei Kontaktpersonen der Kategorie I nach dem Corona-Virus-Kontaktpersonenmanagement des RKI die nachfolgenden Kostenpauschalen berechnungsfähig sind:

  • 40835 (Zuschlag zu der Kostenpauschale 40816, 40823 oder 40825 für die Infektionsdialyse)
  • 40836 (Zuschlag zu der Kostenpauschale 40815, 40817, 40818, 40819, 40824, 40826 bis 40828 für die Infektionsdialyse)

Vereinbarung zu den Dialyse-Regelungen

3. Sektorübergreifende Qualitätssicherung

Der G-BA hat am 27.03.2020 aufgrund der aktuellen Herausforderungen für die sektorübergreifende Qualitätssicherung beschlossen (DeQS-RL), dass die unterjährigen Datenlieferungen zum 15. Mai, 15. August und 15. November für das Erfassungsjahr 2020 ausgesetzt werden. Dies gilt auch für die Dialyse und das neue Qualitätssicherungsverfahren QS-NET.

In einer umfassenden Presseerklärung erklärt der G-BA, dass mit den Regelungen die Ärzte bei der Bewältigung der Corona-Pandemie unterstützt werden sollen und den aus dieser Situation resultierenden Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Qualitätsanforderungen Rechnung getragen wird.