Corona-Test aufgrund Warnung durch Corona-Warn-App

Seit dem 16. Juni 2020 steht die Corona-Warn-App der Bundesregierung in Deutschland zur Verfügung. Mit deren Hilfe können die Nutzer informiert werden, wenn sie Kontakt zu einer auf COVID-19 getesteten Person hatten und so ein Risiko einer Ansteckung besteht. Die App wird im Falle eines Warnhinweises dem Nutzer empfehlen, sich an eine Einrichtung des öffentlichen Gesundheitsdienstes, die 116 117 oder einen Arzt zu wenden.

Das Robert-Koch-Institut hat für Hausärztinnen/Hausärzte und Vertragsärztin-nen/Vertragsärzte ein Informationsblatt zur Corona-Warn-App bereitgestellt, das an dieser Stelle zum Download bereit steht.

Damit Ärzte, im Fall dessen, dass sich der Patient an ihn wendet, einen Test auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Corona-Virus veranlassen und durchführen können, waren mehrere Anpassungen im EBM erforderlich. Die Anpassungen im EBM hat der Bewertungsausschuss in seiner 500. Sitzung beschlossen und zum 15. Juni 2020 in Kraft gesetzt. Die Leistungen werden extrabudgetär vergütet und gelten zunächst befristet bis zum 31. März 2021.

Ergänzend dazu hat der Bewertungsausschuss in seiner 505. Sitzung eine Ergänzung des obligaten Leistungsinhaltes der GOP 02402 sowie eine redaktionelle Änderung in der ersten Anmerkung zur GOP 02402 (Begriff Laborpauschale ersetzt durch Gebührenordnungsposition) beschlossen.

Neben der Abstrichentnahme kann die GOP 02402 auch bei einem Gespräch im Zusammen-hang mit einer möglichen Testung auf das beta-Coronavirus SARS-CoV-2-Infektion abge-rechnet werden.

Die Anpassung im EBM bezüglich der GOP 02402 erfolgt rückwirkend zum 15. Juni 2020.

Weitere Detailänderungen, die der Bewertungsausschuss in seiner 505. Sitzung beschlossen hat, betreffen die Leistungen, welche Laborärzte im Zusammenhang mit der Corona-Warn-App abrechnen können.

Dabei handelt es sich um redaktionelle Anpassungen (GOP 12221 und 40101) und die Strei-chung der Kostenpauschalen 40120 und 40126, da diese laut dem Beschluss 481. Sitzung des Bewertungsausschuss zum 1. Juli 2020 entfallen sind.

Die Detailänderungen zu den Laborleistungen treten zu 1. Juli 2020 in Kraft.

Beschluss Bewertungsausschuss
Sucht ein Patient, aufgrund einer Risiko-Benachrichtigung durch die Corona-Warn-App, eine Arztpraxis auf, um einen Test auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Corona-Virus durchführen zu lassen, so nehmen Sie einen Sichtnachweis auf dem Smartphone vor und dokumentieren diesen in der Patientenakte.

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EBM-Leistungen zur Testung aufgrund Corona-Warn-App

Abstrichentnahme

  • GOP 02402   
    Zusatzpauschale im Zusammenhang mit der Entnahme von Körpermaterial für Untersuchungen nach der Gebührenordnungsposition 32811 auf das beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App zum Ausschluss einer Erkrankung

    Obligater Leistungsinhalt

    Gespräch im Zusammenhang mit einer möglichen Testung auf eine beta-Coronavirus SARS-CoV-2 Infektion

    und/oder

    Abstrichentnahme(n) aus den oberen Atemwegen (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat)),

    Wert der GOP: 91 Punkte

Die GOP 02402 ist einmal am Behandlungstag berechnungsfähig.

Für die Beauftragung der Laborleistung ist der Vordruck Muster 10C zu verwenden. Bis zu dessen Veröffentlichung ist das Muster 10 zu verwenden und im Feld „Auftrag“ explizit die Gebührendordnungsposition 32811 anzugeben.

Für die Diagnostik ist durch den Veranlasser die Kennnummer 32006 anzugeben.

Die GOP 02402 ist neben der Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschale berechnungsfähig.

Bei der Berechnung der Gebührenordnungsposition 02402 ist die Kennzeichnung der in diesem Zusammenhang abgerechneten Leistungen mit der Ziffer 88240 nicht zulässig.

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Muster 10C

Weitere Informationen zur Beauftragung der Laborleistung mittels Muster 10C zur Testung auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Corona-Virus (Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2) sind unter dem Thema Abrechnung im Punkt „Muster 10C – Veranlassung von SARS-CoV-2-Testungen“  aufgeführt.

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Laborleistungen

  • GOP 32811   
    Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App

    Obligater Leistungsinhalt

    Untersuchung von Material der oberen Atemwege (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat)),

    Wert der GOP: 39,40 Euro

Die GOP ist einmal am Behandlungstag berechnungsfähig.

Die Befundmitteilung sollte im Regelfall innerhalb von 24 Stunden nach Materialeinsendung erfolgen.

Die Gebührenordnungsposition 32811 ist nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie berechnungsfähig.

Die Gebührenordnungsposition 32811 ist am Behandlungstag nicht neben den Gebührenordnungspositionen 32816 und 40100 berechnungsfähig.

  • GOP 12221   
    Zuschlag zur Gebührenordnungsposition32811 für Fachärzte für Laboratoriumsmedizin sowie für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, bei Probeneinsendungen zur Untersuchung auf das beta-Coronavirus SARS-CoV-2

    Wert der GOP: 14 Punkte

Die GOP ist je Auftragsleistung nach der GOP 32811 berechnungsfähig.

  • GOP 40101   

    Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 32811 bei Probeneinsendung für Versandmaterial, Versandgefäße usw. sowie für die Versendung bzw. den Transport von Untersuchungsmaterial, ggf. auch von infektiösem Untersuchungsmaterial, einschl. der Kosten für die Übermittlung von Untersuchungsergebnissen

    Wert der GOP: 2,60 Euro

Die GOP ist einmal am Behandlungstag berechnungsfähig.

Kosten für Versandmaterial, für die Versendung bzw. den Transport des Untersuchungsmaterials und die Übermittlung des Untersuchungsergebnisses innerhalb einer Berufsausübungsgemeinschaft, eines Medizinischen Versorgungszentrums oder eines Krankenhausgeländes sind nicht berechnungsfähig.

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Kodierung

Als ICD-Kode ist bei Abstrichentnahme der Kode U99.0! G (Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2) zusammen mit dem ICD-Kode Z11 G (Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten) anzugeben.

Die weitere Kodierung ist vom Testergebnis abhängig. Bei negativem Testergebnis bleibt die genannte Kodierung erhalten. Bei positivem Testergebnis ist wie gehabt U07.1 G (COVID-19, Virus nachgewiesen) zusammen mit Z22.8 G (Keimträger sonstiger Infektionskrankheiten) zu kodieren.

Zusätzlich kann Z20.8 G (Kontakt mit und Exposition gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten) angegeben werden, um abzubilden, dass es sich um eine Kontaktperson handelt.

Weiteres zur Kodierung ist unter dem folgenden Thema aufgeführt Abrechnung im Punkt ICD-Verschlüsselung 

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Aktuelle URL: https://www.kvs-sachsen.de/aktuell/corona-virus/corona-test-warnung-durch-corona-warn-app/
Datum: 07.08.2020