Corona-Testung von Personal in Pflege- und Betreuungseinrichtungen u. a.

Der Freistaat Sachsen beabsichtigt, für ausgewählte Berufsgruppen ohne Symptome nach Reiserückkehr aus dem Inland eine Testung auf SARS-CoV-2 anzubieten und bittet die sächsischen Vertragsärzte um Mithilfe.

Ab 31. August 2020 kann sich in Sachsen beschäftigtes Personal

  • in stationären und ambulanten Pflege- und Betreuungseinrichtungen
  • in Kindertageseinrichtungen
  • in der Kindergartenpflege
  • in der Eingliederungshilfe
  • in der Kinder- und Jugendhilfe und
  • in der Schulsozialarbeit

einmalig, freiwillig und kostenfrei auf eine SARS-CoV-2 Infektion testen lassen, wenn die Person aus dem Urlaub in Deutschland zurückkehrt und ihre Arbeit wieder aufnimmt. Das Urlaubsende darf nicht länger als 72 Stunden zurückliegen. Die Testung ist für asymptomatische Personen vorgesehen.

Die Regelung läuft zum 30. September 2020 wieder aus. Der Freistaat Sachsen übernimmt die Kosten für den Test. Die Vergütung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und wird, ebenso wie bei der Testung der Lehrer, nicht auf eventuelle Ausgleichszahlungen im Rahmen des Not-HVM angerechnet.

Zur Entnahme des Abstrichs sollen die o. g. Personen einen Termin bei ihrem Arzt (primär bei ihrem Hausarzt bzw. HNO-Arzt) vereinbaren und müssen diesem einen Berechtigungsschein vorlegen. Der Berechtigungsschein steht zum Download auf der Seite des Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlicher Zusammenhalt zur Verfügung https://www.coronavirus.sachsen.de/amtliche-bekanntmachungen.html#a-7460 (kurze Verzögerung beim Abruf der Seite).

Anders als bei den Testungen der Lehrer ist hier ein Abrechnungsschein für den Sonderkostenträger KV Sachsen (VKNR 98999) anzulegen. Für die Abstrichabnahme ist die Abrechnungsziffer 99135 (Bewertung in Höhe von 25 Euro) anzusetzen. Dies gilt auch für PKV-Versicherte.

Zur Untersuchung des Probenmaterials ist, ebenso wie bei den Lehrertestungen, ein üblicher Laborüberweisungsschein (Muster 10 oder 10C) auszustellen. Mittels dieses Zielauftrages kann der Auftrag nehmende Arzt die Leistungen gegenüber der KV abrechnen. Eine Verwendung der Ankreuzfelder „Testung nach Meldung „erhöhtes Risiko“ durch Corona-Warn-App“ bzw. „Diagnostische Abklärung“ sowie „Besondere Risikomerkmale einer Weiterverbreitung“ ist bei Anwendung des Musters 10C nicht erforderlich.

Von einzelnen Ärzten wurde uns bereits mitgeteilt, dass auch hier noch Bedenken zur Abstrichentnahme wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr bestehen. Bei der im Vergleich zu den kurativen Testungen noch erheblich geringeren Wahrscheinlichkeit einer Infektiosität bei diesem Personenkreis dürften die bei einem Abstrich üblicherweise anzuwendenden Hygienemaßnahmen (Handschuhe, Maske, Brille/Visier) ausreichen. Deshalb sollte es bei Vorhandensein der erforderlichen Schutzausrüstung keinen Grund geben, den Abstrich bei den o.g. Personen nicht vorzunehmen.