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Behandlung von eingewachsenen Nägeln mittels Nagelkorrekturspangen als podologische Leistung

Ab 1. Juli 2022 steht eine neue podologische Leistung zur Verfügung: Die Nagelspangenbehandlung bei eingewachsenen Fußnägeln (Unguis incarnatus). Eine solche Behandlung war ausschließlich eine ärztliche Leistung, jetzt kann sie zusätzlich auch von Podologen übernommen werden. Die Nagelspangenbehandlung dient der Therapie des Unguis incarnatus in den Stadien 1, 2 und 3 an den unteren Extremitäten.

Das Krankheitsbild des Unguis incarnatus wird in Abhängigkeit vom Ausmaß und der Schädigung des umgebenen Gewebes in verschiedene Stadien/Schweregrade gegliedert. Laut Fachliteratur wird hierbei folgende Unterteilung vorgenommen:

  • Stadium 1: Der Nagel beginnt seitlich in die Haut einzuwachsen. Die Haut schmerzt und beginnt sich zu entzünden.
  • Stadium 2: Am Rand des eingewachsenen Nagels hat sich neues, entzündetes Gewebe (Granulationsgewebe) gebildet. Das Gewebe nässt und eitert.
  • Stadium 3: Der betroffene Nagelbereich ist chronisch entzündet und eitert immer mal wieder. Das Granulationsgewebe wächst bereits über den Nagel.

Hinweise zur Verordnung

Die Verordnung der Nagelspangenbehandlung erfolgt auf dem Muster 13 (Verordnungsvordruck für Heilmittel). Unter „Podologische Therapie“ wird die Diagnose L60.0 und die entsprechende Diagnosegruppe nach Heilmittelkatalog eingetragen, die sich in Abhängigkeit des Stadiums des eingewachsenen Zehennagels ergibt:

  • UI 1 für Unguis incarnatus im Stadium 1 oder
  • UI 2 für Unguis incarnatus im Stadium 2 oder 3.

Im Stadium 1 können bis zu 8 Einheiten verordnet werden, im Stadium 2 und 3 ist die Höchstmenge je Verordnung auf 4 Einheiten begrenzt, um eine regelmäßige ärztliche Wiedervorstellung in den höheren Stadien sicherzustellen. (siehe Link Auszug Heilmittel-Katalog). Die orientierende Behandlungsmenge wurde für die Diagnosegruppen UI 1 und UI 2 auf insgesamt 8 Behandlungseinheiten festgelegt. Dies bedeutet, dass bei einer über die orientierende Behandlungsmenge hinausgehenden Verordnung die individuellen medizinischen Gründe in die Patientendokumentation zu übernehmen sind.

Die Nagelspangenbehandlung umfasst:

  • Beratung und Instruktion zu individuell durchführbaren Schneidetechniken sowie zur Nagel- und Hautpflege sowie die Beratung zu geeignetem Schuhwerk,
  • Vorbereitung des Nagels,
  • Fertigung und Anpassung der Nagelkorrekturspange,
  • Anlegen und falls erforderlich Wechsel der Nagelkorrekturspange,
  • Therapiekontrolle und falls erforderlich Nachregulierung der Nagelkorrekturspange sowie
  • Entfernung der Nagelkorrekturspange.

Das fachgerechte Anlegen oder Wechseln eines Verbandes im Stadium 2 und 3 gehört zu dem Leistungspektrum des Podologen. Diagnostik und konservative oder invasive Maßnahmen der Wundbehandlung bleiben ärztliche Leistungen. Behandlungen im Stadium 2 und 3 dürfen nur in enger Abstimmung mit dem Arzt erfolgen. In diesem Stadium ist vor der Nagelspangenbehandlung, bei einer Verschlechterung des Krankheitsbildes sowie nach Abschluss der Behandlung eine Fotodokumentation durch den Podologen zu führen.

Bitte beachten Sie, dass die verordnete Leistung budgetrelevant ist. Nach Bekanntgabe der Vergütungen durch den GKV-Spitzenverband werden wir über die Internet-Präsenz der KV Sachsen informieren.

Auszug Heilmittelkatalog

PraxisInfo der KBV Nagelspangenbehandlung

                                                  - Verordnung- und Prüfwesen/mau -