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Bestellung der Komponenten für die elektronischen Patientenakte (ePA) bis zum 30.06.2021

Den gesetzlich Versicherten wird seit Anfang des Jahres die elektronische Patientenakte (ePA) von ihren Krankassen angeboten. Ebenfalls ab dem 01.01.2021 sollten die dafür benötigten Software-Komponenten - das Update vom Praxisverwaltungssystem (PVS) und der Konnektor - für die Praxen bereitstehen, damit sich diese innerhalb von 6 Monaten damit ausstatten können. Entsprechend dieser Annahme sollten alle Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten ab dem 01.07.2021 über die notwendigen Komponenten verfügen, um auf die ePA lesend und schreibend zugreifen zu können. Der vorgesehene Zeitraum hätte den Praxen ausreichend Zeit gegeben, die bis zum 30.06.21 vorgeschriebene Meldung der ePA-Betriebsbereitschaft über das Mitgliederportal der KV Sachsen nach erfolgter Installation der Komponenten anzeigen zu können. Würde die Anzeige der Betriebsbereitschaft nicht fristgerecht erfolgen, sieht die gesetzliche Regelung eine einprozentige Honorarkürzung vor.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen sowie auf Bundesebene die Kassenärztliche Bundesvereinigung haben sich wiederholt gegen dieses ungeeignete Instrument der Zielerreichung auch gegenüber Herrn Spahn ausgesprochen. Dieser Forderung wurde vom Gesetzgeber eine klare Absage erteilt. Allerdings konnte eine Verlängerung des sanktionsfreien Zeitraums zur Installation der ePA-Komponenten in den Praxen bis zum 30.09.2021 erreicht werden. Voraussetzung für die Verlängerung ist die verbindliche Bestellung der entsprechenden Komponenten bis zum 30.06.2021.

Folgende Komponenten müssen bis zum 30.06.21 bestellt werden bzw. bis zum 30.09.21 vorhanden sein:

  1. Software-Update des TI-Konnektors „Version ePA“
  2. Software-Update des Praxisverwaltungssystems  „Modul ePA“ 
  3. elektronischer Heilberufsausweis  (eHBA) für Ärzte bzw. Psychotherapeuten ab Generation 2 - Signierung bestimmter Dokumente in der ePA (z.B. eArztbrief)

Die Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten sind trotz dieses Zugeständnisses des Gesetzgebers davon abhängig, dass die Industrie und gematik die für die Ausstattung der Praxen notwendigen Voraussetzungen zeitnah schaffen, damit es auch bei einer Fristverlängerung nicht zu unnötigen Sanktionen kommt. Daher sollten Sie versuchen, trotz der pandemischen Herausforderungen das hierfür Notwendige zu unternehmen.

Aktuell ist es nur für Praxen, die einen Konnektor der Firma Secunet einsetzen (der bislang als einziger eine ePA-Konnektorzulassung hat), möglich, die entsprechenden Updates des PVS und des Konnektors zu installieren. Praxen, die einen Konnektor der Firmen RISE oder CGM einsetzen, werden voraussichtlich erst ab Ende Juni mit der Installation der Updates beginnen können, da für diesen Zeitpunkt mit einer Zulassung der Komponenten gerechnet wird. 

Trotz der erreichten Fristverlängerung möchte ich Sie bitten, die ePA-Komponenten möglichst bis zum 30.06.2021 zu bestellen, um unnötige Sanktionen zu vermeiden und die entsprechenden TI-Pauschalen zu erhalten. Sie können die Erklärung zur ePA-Betriebsbereitschaft für das zweite Quartal 2021 ab Ende Juli  und für das dritte Quartal 2021 ab Ende August im Mitgliederportal der KV Sachsen im Bereich „Weitere Dienste“ abgeben. Wie dann die ePA, insbesondere auch aufgrund der momentan äußerst angespannten Situation in den Praxen, genutzt werden kann, müssen Sie in Absprache mit Ihren Patienten klären.

Angesichts der unvollständigen technischen Voraussetzungen und der besonderen Anforderungen an den Praxisbetrieb durch die Corona-Pandemie fehlt mir jegliches Verständnis für die Androh-ung bzw. Durchsetzung von Sanktionen durch den Gesetzgeber. Selbstverständlich fordern wir weiterhin den Verzicht auf derartige Sanktionen!

                                                    - Dr. med. Sylvia Krug, Stellv. Vorstandsvorsitzende -

Download des Schreibens an alle Vertragsärzte und Psychotherapeuten