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Neufassung des DMP Diabetes mellitus Typ 1 zum 1. Juli 2021

Der G-BA hat die Anforderungen an das DMP Diabetes mellitus Typ 1 aktualisiert. Dieses ist ab 1. Juli 2021 in den Praxen umzusetzen.

Wir empfehlen daher dringend, die Dokumentationen für das erste und zweite Quartal 2021 vor dem Software-Update ab 01.07.2021 abzuschließen.

Neuerungen gibt es unter anderem bei den Versorgungsinhalten und der Dokumentation.

Dokumentation:

  1. Bei Patienten ohne diabetische Nephropathie ist statt der Albumin-Ausscheidung im Urin die Albumin-Kreatinin-Ratio (AKR) zu ermitteln.
  2. es entfällt der Dokumentationsparameter „Stationäre Aufenthalte wegen Nichterreichens des HbA1c-Wertes seit der letzten Dokumentation“. Der Grund ist, dass keine Auswertung in Bezug auf ein Qualitätsziel oder ein Evaluationsparameter vorgesehen ist.

Die Dokumentation für Diabetes mellitus Typ 2 und 1 ist in Anlage 8 zur DMP-Anforderungen-Richtlinie des G-BA geregelt. Die aktuelle Ausfüllanleitung für die DM1-Dokumentation finden Sie hier.

Versorgungsinhalte:

  1. der Definition der Zielgruppe und deren diagnostischen Eingrenzung

    Angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Typ-1-Diabetes gleichzeitig eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung oder eine Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) besteht, wurde das DMP um dahingehende diagnostische Handlungsempfehlungen ergänzt.
     
  2. der individuellen Therapieplanung und den ärztlichen Kontrolluntersuchungen

    Ziel dabei ist insbesondere die Einstellung auf einen „normnahen“ Glukosewert und die Vermeidung von Unter- und Überzuckerung. Bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 1 sollte ein HbA1c-Wert ≤ 7,5 % (≤ 58 mmol/mol) angestrebt werden, solange keine problematischen Unterzuckerungen auftreten.Die Intervalle und die Art der ärztlichen Kontrolluntersuchungen wurden angepasst.
     
  3. Aktualisierung der Insulinsubstitution und Stoffwechselselbstkontrolle

    Bei der Insulintherapie wird auf die Empfehlung, vorrangig Human-Insulin (statt Insulin-Analoga) zu verwenden, verzichtet. Neben der intensivierten Insulin-Therapie (ICT) mittels manueller Injektionstherapie (Pentherapie) ist nun auch die kontinuierliche subkutane Insulininfusion (CSII/Pumpentherapie) als Behandlungsstandard definiert. Zudem ist unter bestimmten Voraussetzungen eine kontinuierliche Glukosemessung mit Hilfe von sogenannten rtCGM-Systemen möglich.
     
  4. den Empfehlungen hinsichtlich des Lebensstils

    Neben dem Tabakkonsum sind weitere Risiken (Alkoholkonsum, Unterzuckerung im Alltag) aufgenommen, die von besonderer Bedeutung für die Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 sind.

Die aktuellen Versorgungsinhalte finden Sie hier

Darüber hinaus wurden in den aktuellen sächsischen Vertrag die beiden Schulungen neu aufgenommen:

  • PRIMAS „Schulungs- und Behandlungsprogramm für ein selbstbestimmtes Leben mit Typ 1 Diabetes“ sowie
  • Hypoglykämie – Positives Selbstmanagement Unterzuckerung besser wahrnehmen, vermeiden und bewältigen (HyPOS) (als Ergänzungsschulung)

Neu ist auch, dass es neben dem Diabetespass für Erwachsene, nun auch ein spezieller „Kinder und Jugendpass Diabetes“ der DDG vertraglich festgeschrieben ist. Diese können beim Vordruck Leitverlag Freiberg bestellt werden.

                                                                                                  - Vertragsabteilung/jh -