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Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ab 1. Oktober 2021

Die Telematikinfrastruktur (TI) ermöglicht nach und nach neue digitale medizinische Anwendungen aber auch die Digitalisierung bislang papiergebundener Prozesse. Als eine der ersten Anwendungen wird die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung digitalisiert. Der Start der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ist für den 1. Oktober 2021 geplant.

Vor dem Hintergrund, dass die AU-Bescheinigung aus einem Originaldokument mit mehreren Ausfertigungen besteht und sich an verschiedene Empfänger richtet, wird die Umstellung wie folgt in mehreren Schritten vorgenommen.

Ab 1. Oktober 2021: elektronischer Versand an die Krankenkasse

Im ersten Schritt leiten die Praxen mit Hilfe eines KIM-Dienstes nur die AU-Daten weiter, die für die Krankenkassen bestimmt sind. Versicherte bekommen weiterhin einen unterschriebenen Papierausdruck für den Arbeitgeber und für sich ausgehändigt. Den Ärzten wird dafür ein sogenanntes Stylesheet zur Verfügung gestellt (eine Formatvorlage zur Erstellung der eAU im Praxisverwaltungssystem). Das Muster 1 kommt nicht mehr zur Anwendung. Die Übermittlung an den Arbeitgeber erfolgt vorerst weiterhin durch die Versicherten.

Von dem Verfahren ausgenommen sind nach jetzigem Stand alle sächsischen Heilfürsorgeberechtigten. Die Heilfürsorge Sachsen benötigt zu ihrer gesetzlichen Aufgabenerfüllung keine AU-Bescheinigung. Über die zu beachtenden Sonderregelungen werden wir Sie zu gegebener Zeit noch einmal informieren.

Ab 1. Juli 2022: elektronischer Versand an den Arbeitgeber

Ab diesem Zeitpunkt soll auch die digitale Weiterleitung der Daten an den Arbeitgeber erfolgen. Zuständig hierfür sind die Krankenkassen – sie stellen den Arbeitgebern die AU-Information auf elektronischem Wege zur Verfügung. Weiterhin verpflichtend bleibt ein Papierausdruck für den Patienten, auf Wunsch auch ein unterschriebener Ausdruck für den Arbeitgeber.

eAU bei Hausbesuchen

Zum Start der eAU wird bei einem Hausbesuch noch keine Verbindung zur TI möglich sein. Hier besteht die Möglichkeit, Blanko-Formulare, welche bei einem Hausbesuch ausgefüllt und unterschrieben werden, auszudrucken. Die Daten werden dann in der Praxis in das PVS übertragen, signiert und an die Krankenkasse gesendet. Alternativ kann der Arzt die eAU auch erst in der Praxis erstellen und dem Patienten per Post zusenden.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) stellt in einer Praxisinformation weitere Informationen unter anderem zu den Themen „Unterschrift und Signatur“, „Notfallplan: Ersatzverfahren bei technischen Problemen“ sowie „Technische Voraussetzungen“ bereit. Die Praxisinformation können Sie hier einsehen.

Außerdem hat die KBV auf ihrer Themenseite zur eAU ein Erklärvideo für Praxen eingestellt. Diese finden Sie hier: KBV Themenseite zur eAU

Für Rückfragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Verordnungs- und Prüfwesen der jeweiligen Bezirksgeschäftsstelle gern zur Verfügung.                 

                                              - Verordnungs- und Prüfwesen/mau -