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Neu ab Oktober: Informationen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln in Verordnungssoftware ersichtlich

Neu ab Oktober: Informationen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln in Verordnungssoftware ersichtlich

Seit Inkrafttreten der Elektronischen-Arzneimittelinformationen-Verordnung (EAMIV) im August 2019 ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass Vertragsärzte in ihren Verordnungssystemen über die Beschlüsse und Tragenden Gründe der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln informiert werden.

Bei der Frühen Nutzenbewertung werden neu auf den Markt eingeführte Arzneistoffe vom GBA mit dem bisherigen Therapiestandard verglichen und Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzes geprüft.

Die Beschlüsse des GBA enthalten Angaben dazu, welche Patientengruppen vom neuen Arzneistoff besonders profitieren und welche Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung gestellt werden.

Ab Oktober 2020 sind diese Informationen nun in der Verordnungssoftware der Ärzte hinterlegt.

Zu beachten ist, dass in der Anfangsphase vorerst nur die ab dem 01.07.2020 gefassten Beschlüsse abgebildet sind. Im Verlauf werden auch alle weiteren „Altbeschlüsse“ sukzessive in die Verordnungssoftware eingepflegt.

Im Arzneimittelinformationssystem wird bei der Auswahl eines Arzneimittels ein Hinweis angezeigt, wenn ein Beschluss zur Frühen Nutzenbewertung vorliegt. Eine Übersicht aller Beschlüsse der bewerteten Anwendungsgebiete sowie einzelne Beschlüsse zu diesem Arzneimittel sind abrufbar.

Studienergebnisse zu Mortalität, Morbidität, Lebensqualität und unerwünschte Ereignisse werden grafisch dargestellt und als Text zusammengefasst.

Wenn in der Verordnungssoftware ICD-10-Codes für den jeweiligen Patienten hinterlegt sind, werden nur diejenigen Beschlüsse angezeigt, die diesen ICD-10-Codes entsprechen.

Zusätzlich ist es möglich über einen hinterlegten Link auf die entsprechenden Internetseiten des GBA mit allen Originalinformationen zu gelangen.

Ein Hinweis, dass Arzneimittel mit bedingter Zulassung und Orphan Drugs mit bisher unzureichender Evidenz nur von teilnehmenden Ärzten einer anwendungsbegleitenden Datenerhebung verordnet werden dürfen, ist in der Verordnungssoftware ebenfalls zu finden.

Weitere Informationen sind in der Praxis-Information September 2020 zu finden.

                                               -Verordnungs- und Prüfwesen/goe-